Schweinfurt zum zweiten Mal Blitz-Hauptstadt

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Katharina Röder

23. Juli 2019

Gewitter. Symbolfoto: Pascal Höfig
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Gewitter. Symbolfoto: Pascal Höfig

Zum zweiten Mal nach 2015 ist Schweinfurt Deutschlands Blitz-Hauptstadt! Laut Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS) registrierte man in Schweinfurt im vergangenen Jahr 5,0 Blitzeinschläge pro Quadratkilometer. An zweiter und dritter Stelle folgen der Landkreis Rheinisch-Bergischer Kreis in Nordrhein-Westfalen mit 4,0 Erdblitzen pro Quadratkilometer und der oberbayerische Landkreis Weilheim-Schongau mit 3,7.

Insgesamt 446.000 Blitzeinschläge

Die geringste Blitzdichte verzeichneten die Städte Kiel, Potsdam, Schwerin und der Landkreis Lüchow-Dannenberg mit jeweils 0,2. Insgesamt ermittelte BLIDS mit 446.000 Einschlägen erneut einen vergleichsweise niedrigen Stand an Blitzereignissen im Jahr 2018, wenn auch gegenüber dem Vorjahr und dem Rekord-Tiefstand von 2016 mit rund 432.000 gemessenen Blitzen eine Steigerung von 3,2 Prozent erzielt wurde.

Hohe Blitzdichte bei geringer Stadtfläche

„Auch im Jahr 2018 verzeichneten wir relativ wenige Gewitter“, so Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens. „Der Jahrhundertsommer letztes Jahr war zu warm, die Wetterlagen waren sehr stabil und die Gewitterfronten fielen nicht so ausgeprägt aus. Mit Schweinfurt haben wir einen Spitzenreiter, der bereits vor vier Jahren ganz vorne lag. Bei der relativ geringen Stadtfläche reichen einige wenige Gewitter, um letztlich eine hohe Blitzdichte auszuweisen.

Viele Gewitter im Mai und Juni

Die Haupt-Gewittertätigkeit lag 2018 in den Monaten Mai und Juni. Der blitzreichste Tag sei der 1. Juni 2018 mit gemessenen 34.785 Einschlägen gewesen, so BLIDS. Dabei waren insbesondere die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, gefolgt von Brandenburg, betroffen. Die meisten gemessenen Erdblitze in einem Bundesland – über 11.000 – verzeichnete BLIDS am 31. Mai in Bayern.

Blitzeinschläge Versicherungsfall

Die Kunden des Siemens Blitz-Informationsdienstes sind Wetterdienste, Versicherungen, Industrieunternehmen aller Branchen sowie Betreiber von Stromnetzen und (Sport-)Anlagen. „BLIDS hilft festzustellen, ob ein Blitzeinschlag einen Schaden oder Ausfall verursacht hat“, sagt Stephan Thern. Blitze seien der Grund für viele Schäden an elektrischen Geräten. Die meist hochempfindliche Elektronik beispielsweise in Fernsehern, Satellitenempfängern, Waschmaschinen oder Industriesteuerungen könne selbst dann beschädigt werden, wenn der Blitz in größerer Entfernung einschlägt. Für Verbraucher und Endkunden bedeutet der Nachweis eine Kostenersparnis, da Blitzeinschläge in der Regel versichert sind, so BLIDS.

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