Herzinsuffizienz behandeln: Würzburger Experte weiß Rat
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Würzburg erleben
25. Juli 2019

Apotheke. Symbolfoto: Pascal Höfig
Die ersten Anzeichen nehmen viele Betroffene kaum ernst. Dabei ist Herzinsuffizienz eine tückische Krankheit: Unbehandelt führt das geschwächte Herz unweigerlich zum frühzeitigen Tod. Professor Stefan Störk vom Uniklinikum Würzburg weiß, wie wichtig eine geeignete Therapie für die Patienten ist und welche Wirkstoffe besonders effektiv sind.
Was ist Herzinsuffizienz?
Allein in Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch Herzschwäche genannt. Bei der Krankheit kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpen, es fehlt an Sauerstoff und Nährstoffen. Betroffene leiden unter schwerer Atemnot, Erschöpfung und Müdigkeit. Auch Wassereinlagerungen zählen zu den typischen Symptomen. Häufige Ursachen sind Bluthochdruck und die koronare Herzkrankheit.
Wie wird Herzinsuffizienz festgestellt?
Weil Herzinsuffizienz nicht heilbar ist, kann nur eine rechtzeitige Therapie die Krankheit aufhalten. Professor Stefan Störk, Leiter der Ambulanzen am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) am Uniklinikum Würzburg, rät deshalb: Personen, die Symptome bei sich feststellen oder durch andere Herz-Kreislauf-Leiden gefährdet sind, sollten zu ihrem Hausarzt gehen.
„Man kann den spezifischen Herzstress-Marker BNP im Blut nachweisen“, erklärt Professor Störk. Ist der Brain-Natriuretic-Peptide-Wert erhöht, deutet das auf Herzinsuffizienz hin, und ein Kardiologe sollte weitere Untersuchungen vornehmen. „Herzinsuffizienz ist umso besser behandelbar, je früher sie entdeckt wird“, weiß der Würzburger Herzspezialist.
Welche Therapieformen gibt es bei Herzinsuffizienz?
Eine Möglichkeit der Therapie bietet dem Experten zufolge die neue Wirkstoffkombination Sacubitril-Valsartan. Der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie erklärt: „Das Medikament unterstützt die eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens.“ Studien zufolge verringerte sich dadurch die Sterblichkeit um 20 Prozent, und auch die bei Herzinsuffizienz häufigen Krankenhauseinweisungen gingen um gut 20 Prozent zurück.
Zur Standardbehandlung von Herzpatienten gehören zudem ACE-Hemmer. Diese erhöhen bei manchen jedoch den Kaliumwert im Blut, was wiederum zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen kann. Professor Störk empfiehlt deshalb: „Medikamente mit dem Wirkstoff Patiromer binden das Kalium im Darm und normalisieren so den Kaliumspiegel.“
Selbst einem Herzinfarkt können Patienten vorbeugen, wie der Herzspezialist weiß: „Der Wirkstoff Rivaroxaban kann bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod verringern.“ Der Wirkstoff muss in niedriger Dosierung und in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) eingenommen werden. „Eine weltweit durchgeführte Studie zeigte, dass das Gefäßrisiko mit der neuen Therapieform um 24 Prozent abnahm“, so Professor Störk abschließend.

