Feuerwehrkräfte auf dem Weg zum Einsatz beleidigt

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3. August 2019

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Unsere Freiwilligen Feuerwehren üben ihr Ehrenamt nach ihrer beruflichen Tätigkeit in ihrer freien Zeit aus. Zu jeder Tages und Nachtzeit, wenn der Pager die Feuerwehrleute alarmiert, fahren die ehrenamtlichen Helfer ins Gerätehaus, um Leben zu retten.

Kommt es jedoch zu Beschimpfungen oder gar körperlicher Gewalt, dürfen wir alle nicht untätig zusehen. Der Schutz von Feuerwehrangehörigen oder anderen Hilfskräften ist für ein funktionierendes Feuerwehr- und Rettungswesen unerlässlich.

Umso unverständlicher sind Vorfälle, wie sie sich am Freitagnachmittag in Gerbrunn abgespielt haben. Hier mussten sich Einsatzkräfte der Freiwillige Feuerwehr Gerbrunn von Verkehrsteilnehmern und einem Passanten beleidigen lassen, als diese auf dem Weg zum Feuerwehrhaus waren, um zu einem Einsatz auszurücken.

„Vogel“ und „Stinkefinger“ gezeigt

Gegen 16:30 Uhr wurden die Einsatzkräfte am Freitag per Pieper zu einer unklaren Rauchentwicklung am Gut Gieshügel alarmiert. Von Zuhause, der Arbeit oder dem Einkauf müssen die Feuerwehrler dann auf schnellstem Wege das Gerätehaus erreichen, um helfen zu können. So auch an diesem Nachmittag.

Dominik Olbrich hat kein Verständnis für die Beleidigungen.

Wie uns Dominik Olbrich von der Feuerwehr Gerbrunn erzählt, fuhren also einige Einsatzkräfte mit einem sogenannten Dachaufsetzer mit der Aufschrift „Feuerwehr im Einsatz“ – sichtbar für andere Verkehrsteilnehmer- zum Gerätehaus.

Ab dem Zeitpunkt der Alarmierung verfügen Personen im Feuerwehrdienst über Sonderrechte im Straßenverkehr (gemäß Paragraph 35 StVO). Sie dürfen also in gewissen Rahmen die Straßenverkehrsordnung missachten und zügiger fahren, als der normale Verkehrsteilnehmer. Was manchem Bürger wohl ziemlich egal war. Denn einige Einsatzkräfte wurden auf dem Weg zum Feuerwehrhaus übel beleidigt – sogar der „Vogel“ und der „Stinkefinger“ wurde gezeigt.

In einem Facebook-Post, macht sich die Freiwillige Feuerwehr Gerbrunn nun Luft und erklärt, weshalb so ein Verhalten überhaupt nicht geht.

„Liebe Bürgerinnen und Bürger,
wir wollen hier einfach mal ein paar Worte loswerden. Wir sind keine Raser oder fahren absichtlich etwas schneller durch Gerbrunn. Sondern wir sind Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Gerbrunn. Wir sind Menschen die 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr bei Wind und Wetter anderen Menschen in Notfällen helfen. Ob Unwetter, Brände, Verkehrsunfälle oder sonstige Hilfeleistungen wir kommen immer wenn Sie uns brauchen.

Sie müssen nur 112 wählen und innerhalb weniger Minuten steht Mannschaft und Gerät vor Ihrer Tür. Wir opfern viel Freizeit für Übungen und Ausbildung um jederzeit fachgerechte Hilfe zu leisten. Wir opfern viel Freizeit für Einsätze. Wir stehen Nachts auf, werden aus den schönsten Träumen geweckt um manchmal schreckliches zur erleben.

Wir machen unseren Job wirklich gerne mit viel Engagement und Leidenschaft, aber wir haben es wirklich nicht verdient beleidigt zu werden. Das ist mehr als Respektlos und einfach unverständlich. Vielen Dank“

„Wir wollen euch nichts böses tun, wir wollen nur helfen“

Hier noch ein paar weitere Zeilen und ein allgemeiner Hinweis von einem unserer Kameraden der heute selbst massive Probleme hatte zum Feuerwehrhaus zu gelangen.

Wenn in Gerbrunn die Sirenen heulen, dann hat die Feuerwehr einen Einsatz und es kann dazu führen, das einem auf der Straße privat PKW’s mit Warnblinkanlage und eventuell einem Dachaufsetzer mit der Aufschrift „Feuerwehr im Einsatz “ begegnen.Es wäre schön wenn die Mitbürger etwas Rücksicht nehmen würden, nicht zwingend auf ihr Vorfahrtsrecht beharren und den Einsatzkräften Platz lassen um zügig das Feuerwehrhaus Anfahren zu können.

Im Alarmfall werden wir aus unserem privaten Umfeld oder unsere Arbeit heraus gerufen um allen Bürgern von Gerbrunn schnell Hilfe leisten zu können. Wenn man dann auf der Anfahrt einen Vogel gezeigt bekommt, oder bewusst am vorbeifahren gehindert wird ist das nicht hilfreich!

Dieser Beitrag dient rein der Information und sollte als solche auch verstanden werden.

Wir wollen euch nichts böses tun, wir wollen nur helfen. Dieser Beitrag darf gerne ordentlich geteilt werden. Nicht nur wir Gerbrunner haben diese Probleme, viele anderen Feuerwehren kämpfen täglich mit solchen Situationen und müssen sich ständig Beleidigungen anhören….

Vielen vielen Dank
Ihre Freiwillige Feuerwehr Gerbrunn“

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