Foodsharing-Lokal: eine Idee für Würzburg?

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Katharina Kraus

22. August 2019

Foodsharing. Symbolfoto: Dominik Ziegler
Symbolbild_Foodsharing

Foodsharing. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Seit Anfang Juni gibt es in Stuttgart das Foodsharing-Café Raupe Immersatt. Dort sind die Lebensmittel kostenlos und die Getränkepreise bestimmt jeder Kunde nach Belieben selbst. Das Café selbst finanziert sich durch die Einnahmen des Getränkeverkaufs und setzt auf die Solidarität seiner Kunden. Die Betreiber wollen mit ihrem Café-Konzept die Lebensmittelverschwendung bekämpfen und so viele Menschen wie möglich auf die Wegwerfgesellschaft aufmerksam machen.

Teilen statt entsorgen

Der Wocheneinkauf ist mal wieder etwas aus dem Ruder gelaufen? In Stuttgart kein Problem mehr. Wer Lebensmittel übrig hat und für diese keine Verwendung mehr hat, kann sie jetzt zur Raupe Immersatt bringen. Dort werden sie dann nach Überprüfung von Haltbarkeit und Qualität in Regalen und Kühlschränken für jeden nach Bedarf zur Verfügung gestellt. Bis auf einige vorgeschriebene Ausnahmen, wie selbst gebackene Sahnetoren und abgepackte Salate, kann hier alles Dank des Verteilersystems wieder in Umlauf gebracht werden. Zudem kann dort jeder ein erfrischendes Getränk oder den morgendlichen Kaffee nach den eigenen finanziellen Möglichkeiten erwerben.

Die Entstehungsgeschichte

Schon Jahre vor der Eröffnung des Cafés Raupe Immersatt haben sich Maike Lambarth, Jana Pfeiffer, Lisandro Behrens, Simon Kostelecky und Maximilian Kraft mit der Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie, sowie in privaten Haushalten auseinander gesetzt, berichtet das ZDF. Die fünf Freunde gehen schon viele Jahre mit zahlreichen anderen Food Sharing Aktivisten von Lokal zu Lokal um dort nach Ladenschluss übrig gebliebene Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten und diese an bedürftige Menschen zu verteilen. Um nicht nur den Gastronomen die Lebensmittelverschwendung vor Augen zu führen, haben sie 2016 die Suche nach einer Location für ihr Foodsharing-Café begonnen. Heute stehen sie stolz im ersten Foodsharing-Café Stuttgarts um auch in den privaten Haushalte für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen.

Auch eine Idee für Würzburg ?

Frühzeitige Entsorgung von Lebensmitteln vermeiden und Hilfsbedürftigen die notwendigen Nahrungsmittel zur Verfügung stellen: Klingt für uns nach einem Konzept für jede Stadt. Auch das solidarische Kassenkonzept ist uns in Würzburg nicht fremd.

Unverpackt Laden: Bezahlen aus der solidarischen Kasse

Wer schon einmal im Unverpackt Laden in der Sanderstraße einkaufen war, ist mit Sicherheit auf die solidarische Kasse gestoßen. Die Idee hierfür kam von den Kunden selbst und zeigt nur, das wir Würzburger mit dem Prinzip des Nehmens und Gebens sehr wohl vertraut sind. Auch bietet die App „Too Good To Go“ allen Interessierten Lokalitäten an, bei denen nach Ladenschluss die übrigen Lebensmittel abgeholt werden können. In Würzburg geht das z.B. bei der Bäckerei Brandstetter oder bei Nordsee.

Doch nicht nur mit Hilfe einer App der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken, sondern auch noch einen sozialen Treffpunkt für hilfsbereite und hilfsbedürftige Menschen schaffen: In unseren Augen ein guter Weg, um das Bewusstsein über unseren Lebensmittelluxus wieder zu wecken und sich gegenseitig beizustehen. Könnte sich ein Foodsharing-Lokal also auch in Würzburg durchsetzen?

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