Würzburger Filmemacherin macht Vorurteile gegen Flüchtlinge zum Filmthema

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Würzburg erleben

10. Oktober 2019

Film freischwimmen 1

"Frei Schwimmen" nimmt am Kurzfilmwettbewerb von ARTE teil. Foto: Vera Zimmermann

Eine Filmemacherin aus Würzburg nimmt am ARTE Kurzfilmwettbewerb teil und spricht mit ihrem Film ein sehr sensibles Thema der heutigen Zeit an. Der Film wurde im Dallenbergbad und im alten Nautiland gedreht. Wir durften Vera dazu ein paar Fragen stellen und haben spannende Antworten bekommen. Den Kurzfilm von Vera kann man sich hier ansehen und auch noch bis 9. November 2019 dafür abstimmen.

Würzburg erleben (WE): Hallo Vera, erzähl erst einmal ein bisschen was über Dich: Wer bist Du und was machst Du?

Vera: Ich bin Filmemacherin aus Würzburg und versuche neben kommerziellen Aufträgen immer mal wieder Zeit für das Drehen von Spielfilmen, deren Themen mir besonders am Herzen liegen, zu finden.

WE: Um was geht es in Deinem Kurzfilm?

Vera: Eine Mutter will endlich ihrer achtjährigen Tochter das Schwimmen beibringen, aber ein Flüchtling stört sie immer wieder dabei. Als Hanna plötzlich verschwunden ist, befürchtet Maria das Schlimmste.

WE: Wie kam Dir die Idee zum Kurzfilm „Frei Schwimmen“?

Vera: Ich war selbst mit meiner Tochter im Nautiland in einer ähnlichen Situation. Und war erstaunt, was das mit mir gemacht hat. Welche Vorurteile da plötzlich aufkeimen – ohne jede Grundlage. Dann habe ich recherchiert und mich auch mit Statistiken auseinandergesetzt. Dabei bin ich schnell darauf gestoßen, dass Flüchtlinge oft nicht schwimmen können. Es gab und gibt hier viele tödliche Badeunfälle. Auch viele Grundschüler können heute nicht mehr richtig sicher schwimmen. Da kam die Idee auf, diese beiden Umstände zu verbinden.

Drehorte waren das Dallenbergbad und das alte Nautiland. Foto: Vera Zimmermann

Drehorte waren das Dallenbergbad und das alte Nautiland. Foto: Vera Zimmermann

Zusätzlich begegnete mir auch immer wieder unterschwellige Angst im Umgang mit Flüchtlingen. Natürlich gibt es auch unter Flüchtlingen – wie auch unter den Deutschen – Menschen, die sich nicht an Gesetze halten. Das darf aber nicht zu einer Vorverurteilung führen. Dafür will der Film ein Bewusstsein schaffen.

WE: Wie kamst du zum Filmemachen?

Vera: Ich habe zunächst in Würzburg Germanistik und Philosophie studiert, wollte aber schon immer am liebsten Geschichten erzählen und nicht nur passiv analysieren. Nach dem Magister-Abschluss habe ich mich dann nochmal an der Fachhochschule Mainz für Mediendesign beworben. Hier habe ich die Möglichkeit bekommen, mich in Richtung Filmmachen weiter zu entwickeln.

WE: „Frei Schwimmen“ nimmt an dem Kurzfilmwettbewerb ARTE GRENZENLOS teil. Was bedeutet das für Dich?

Vera: Ich freue mich, dass dieser Film hier ein Publikum finden kann – umso mehr Menschen den Film sehen, desto besser. Das Thema Vorurteile gegenüber Flüchtlingen ist nach wie vor aktuell.

WE: Wie kann man Dich bei dem Wettbewerb unterstützen?

Vera: Neben einem Jurypreis gibt es auch noch den Publikumspreis zu gewinnen. Da zählt jede Stimme. Ich freue mich über jeden, der sich von dem Film berührt fühlt und mir unter grenzenlos.arte.tv ein „gefällt“ hinterlässt.

Drehorte waren das Dallenbergbad und das alte Nautiland. Foto: Vera Zimmermann

Drehorte waren das Dallenbergbad und das alte Nautiland. Foto: Vera Zimmermann

WE: Wie schätzt Du die Konkurrenz und deine Gewinnchancen ein?

Vera: Ich habe den Wettbewerb, der schon seit Februar läuft, leider erst vor kurzem entdeckt. Von daher steht mein Film jetzt wesentlich kürzer Online als andere. Aber mir geht es hier gar nicht so ums Gewinnen. Ich freue mich einfach, wenn der Film gesehen wird – und Diskussionen oder gar ein Umdenken auslöst.

WE: Was kann man gewinnen?

Vera: Da musste ich jetzt tatsächlich auch erst nochmal nachschauen. Auf jeden Fall kann man Aufmerksamkeit für sein Thema gewinnen. Der Publikumspreis beinhaltet einen Festivalpass für das Film School Fest Munich und einen 100 € Gutschein der ARTE Edition. Wenn man den Jurypreis erhält, wird der Film wohl auf Arte ausgestrahlt.

WE: Gibt es Zukunftspläne?

Vera: Ich schreibe gerade an einer Serie. Wenn alles gut läuft, will ich einen Trailer dazu produzieren und versuchen, eine geeignete Produktionsfirma zu finden, die die Serie mit mir realisiert.

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