Uniklinikum: Kauf des Erweiterungsgeländes besiegelt
Anzeige
Würzburg erleben
23. Oktober 2019

Hinter dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) erstreckt sich das Erweiterungsgelände Nord. Foto: Franz Dziamski
Mit der Vertragsunterzeichnung am 22. Oktober dieses Jahres erwarb der Freistaat Bayern von der Stiftung Juliusspital Würzburg ein zehn Hektar großes Gelände im Norden des Würzburger Stadtteils Grombühl. Damit ist der Weg frei für eine umfassende bauliche und strukturelle Weiterentwicklung des Uniklinikums Würzburg in den kommenden Jahren.
Glücklicher Endpunkt eines Verhandlungsmarathons
Bei der anschließenden Pressekonferenz freute sich Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW: „Wir sind allen, die am Verhandlungstisch saßen, sehr dankbar, dass nun die Planungen für die dringend notwendigen Neubauten der Kopfklinik und des Zentrums Frauen-Mutter-Kind mit Hochdruck weitergehen können.“ Auch Katrin Hartmann zeigte sich als Vertreterin des Freistaats Bayern hochzufrieden, dass die seit dem Jahr 2016 andauernden Verhandlungen um den Grunderwerb nun zu einem guten Ende geführt haben: „Wir sind erfreut, dass mit der heutigen notariellen Beurkundung die langwierigen und schwierigen Verhandlungen mit der Stiftung Juliusspital erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnten und nun die Weichen für die Erweiterung des Uniklinikums gestellt sind.“

Das Schrägluftbild verdeutlicht die Lage des Erweiterungsgeländes (Pfeil) oberhalb des Parkplatzes des Uniklinikums Würzburg. Im Vordergrund ist das Doppelzentrum für Operative und Innere Medizin mit seinen vier Bettenhäusern zu erkennen. Foto: Berthold Diem
Wertermittlung als Hindernis
Hart in der Sache, aber immer fair im Umgang. „Wie bei Grundstücksgeschäften dieser Dimension üblich, mussten beide Parteien ihre Positionen nachdrücklich vertreten. Dabei war und ist die Stiftung Juliusspital ihrem Stiftungsauftrag und dem Erhalt des Stiftungsvermögens verpflichtet. Der Verkauf des Geländes an den Freistaat stand hierbei nie grundsätzlich in Frage, sondern lediglich die Wertermittlung der Transferfläche“, betonte Walter Herberth von der Stiftung Juliusspital Würzburg. Dass sich die Verhandlungen doch so lang hingezogen hätten, lag nach Einschätzung des Oberpflegamtsdirektors sicher auch an der Vielzahl der an der Entscheidung beteiligten Stellen.

Die orange Linie zeichnet das jetzt vom Freistaat Bayern erworbene Erweiterungsgelände für das Uniklinikum Würzburg nach. Foto: Google Maps, ergänzt
„Durchatmen – endlich geschafft!“, kommentierte Barbara Stamm, frühere Bayerische Landtagspräsidentin, den besiegelten Grunderwerb. Nach ihren Worten müsse es nun allerdings unverzüglich weitergehen. „Die Devise lautet jetzt Planung, Planung, Planung – und die entsprechenden Mittel bereitstellen. Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben“, versprach die Landtagspräsidentin a. D.
Für Christian Schuchardt ist der Vertrag für Würzburg und die Region eines der wertvollsten Dokumente der letzten Jahre. Der Würzburger Oberbürgermeister erläuterte: „Durch die Norderweiterung des Uniklinikums entstehen weitere hochattraktive Arbeitsplätze und auch aus Patientensicht ist die erzielte Einigung beim Grundstücksankauf ebenfalls ein Segen. Die Wege zu einer optimalen medizinischen Versorgung sind in Würzburg kürzer als in vielen Millionenmetropolen.“
Der Weg für wichtige Klinikneubauten ist frei
Was soll der neue Würzburger Medizincampus genau umfassen? Prof. Ertl listete bei der Pressekonferenz nochmals auf: „Wir planen auf der angekauften Fläche ein neues Zentrum Frauen-Mutter-Kind, in dem alle Disziplinen, die Frauen und Kinder behandeln, gemeinsam untergebracht werden, sowie eine neue Kopfklinik. Hinzukommen soll eine Energiezentrale.“ Laut Prof. Dr. Alfred Forchel, dem Präsidenten der Würzburger Universität, werden diese Neubauten nicht nur Meilensteine auf dem Weg zu einer noch besseren Krankenversorgung sein. Nach seiner Einschätzung bedeuten diese Gebäude auch für die medizinische Forschung und Lehre an der Julius-Maximilians-Universität signifikante Entwicklungsmöglichkeiten.
Von Seiten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) soll das Erweiterungsgelände Nord vor allem mit der Straßenbahn erschlossen werden. „Dass der Spatenstich zur Straßenbahnerweiterung in Grombühl bereits im Februar dieses Jahres stattfand, ist die richtige Reihenfolge. Wir werden weiterhin eine hohe Priorität auf eine komfortable Erreichbarkeit des Klinikkomplexes setzen – dem ÖPNV kommt hierbei die Schlüsselrolle zu“, unterstrich Oberbürgermeister Schuchardt bei der Pressekonferenz.
Die nächsten Schritte
Und wie geht es nun im Detail weiter? „Wenn die Planungsaufträge für die ersten Bauabschnitte des Zentrums Frauen-Mutter-Kind und der neuen Kopfklinik durch das bayerische Wissenschaftsministerium in Einvernehmen mit dem Bau- und dem Finanzministerium an das Staatliche Bauamt erteilt sind, beginnt unverzüglich die Wettbewerbsphase“, berichtete Jan Knippel, der Bereichsleiter Universitätsbau im Staatlichen Bauamt Würzburg. Der geplante EU-weite Realisierungswettbewerb beinhalte auch einen städtebaulichen Ideenteil für die Erschließung und die weiteren Bauabschnitte. Bereits jetzt bereite das Staatliche Bauamt den Wettbewerb durch diverse Fachgutachten intensiv vor.
Bis zum Baubeginn wird das Gelände nach Angaben von Walter Herberth weiterhin landwirtschaftlich genutzt.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung des Universitätsklinikums Würzburg.

