Würzburger Logopäde wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt

Anzeige

Katharina Kraus

6. Dezember 2019

Die Logopädie-Praxis in Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Praxis_Kinderpornoskandal

Die Logopädie-Praxis in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Im Missbrauchsfall um einen 37-jährigen Logopäden aus Würzburg tut sich nun etwas. Gegen den seit Mitte März diesen Jahres in Untersuchungshaft sitzenden Mann wurde nun laut Berichten des BR Anklage wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Der Logopäde wird von der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg beschuldigt, dass er sich in 66 Fällen an Kindern vergangen hat.

15 Jahre Haft vorgesehen

Laut Gesetz wird in einem solchen Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren vorgesehen. Da es sich bei den Opfern um sehr junge Kinder handelt, wird laut BR die Jugendschutzkammer des Landgerichts Würzburg schließlich über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Es solle dann außerdem geprüft werden, ob eine anschließende Sicherungsverwahrung – d.h. ein Freiheitsentzug über die eigentlich verhängte Strafe hinaus – in Frage komme, heißt es weiter.

Wie bereits berichtet, soll der 37-Jährige mehrere Kinder zwischen 2012 und März 2019 sexuell missbraucht haben. Die Kinder waren teilweise schwer körperlich und /oder geistig behindert. Als Tatorte wurden nach dem Abschluss der Ermittlungen die beiden Logopädie-Praxen und zwei evangelische Kitas, in denen der 37-Jährige gearbeitet hatte, festgestellt. Zuletzt wurden insgesamt sieben Jungen als Opfer identifiziert, alle sind jünger als sechs Jahre.

Mehr als 22.000 kinderpornografische Dateien

Der Angeklagte soll zudem die von ihm angefertigten Kinderpornos im sogenannten Darknet verbreitet haben. Es heißt, der Logopäde habe die Kinder so lange missbraucht, bis diese die pädagogische Einrichtung verlassen hatten oder die logopädische Therapie beendet war. Dadurch dass die Aufnahmen über das Internet verbreitet wurden, hat in diesem Fall die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg gemeinsam mit einer Sonderkommission der Kripo Würzburg ermittelt. Bei dem 37-Jährigen wurden letztendlich mehr als 22.000 kinderpornografische Dateien aufgefunden.

Banner2
Topmobile2