Kreißsaal von St. Josef bleibt über Weihnachten und Silvester zu

Anzeige

Katharina Kraus

19. Dezember 2019

St. Josef Krankenhaus Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya
Symbolbild_Schweinfurt_Krankenhaus_StJosef

St. Josef Krankenhaus Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya

Zu wenig Personal im Gesundheitswesen – das Thema ist täglich in den Medien präsent. Insbesondere bei Hebammen sieht es derzeit sehr schlecht aus auf dem Arbeitsmarkt, es herrscht ein großer Mangel. Und genau dieses Problem macht Ende des Jahres auch dem Krankenhaus St. Josef in Schweinfurt zu schaffen. Auf der Homepage des Krankenhauses in der Ludwigstraße wurde nun bekannt gegeben, dass der Kreißsaal über Weihnachten und Silvester geschlossen bleiben muss.

Hebammen Auszeit gönnen

„Unsere Hebammen leisten überdurchschnittlich viele Überstunden, um die wichtige Versorgung der gebärenden Frauen aufrecht zu erhalten. Zu Weihnachten hat sich die Klinikleitung nun entschlossen, den Kreißsaal für wenige Tage, vom 24.12.2019 bis 01.01.2020, zu schließen, um den Hebammen eine dringend benötigte Pause zu gönnen. Ab dem 02.01.2020 öffnen sich Türen des Kreißsaals wieder und wir freuen uns auf die erste Geburt des neuen Jahres.“ – so heißt es auf der Webseite von St. Josef.

Keine Bewerbungen

Das Schweinfurter Krankenhaus suchte bereits im April via Facebook neue Hebammen und laut Berichten der Main-Post hätte es auch seitens des Krankenhauses gute Angebote hinsichtlich der Bezahlung gegeben. Doch Bewerbungen blieben leider aus, so dass sich zum Schritt der Schließung über die Feiertage entschlossen wurde.

Auf Leopoldina-Krankenhaus ausweichen

Doch werdende Mütter müssten keine Angst haben, sowohl Ärzte, Rettungsdienst und Nachbarkrankenhäuser seien informiert worden. Frauen, die in diesem Zeitraum entbinden, müssen ins Leopoldina-Krankenhaus ausweichen. Dort müssen die Hebammen nun über die Feiertage mit Mehrarbeit rechnen, doch man werde es schon schaffen, erklärte Ramona Kühlmann, die leitende Hebamme am Leopoldina-Krankenhaus, gegenüber der Main-Post. Denn auch am Leo sieht die Situation auf dem Gebiet der Hebammen alles andere als rosig aus.

Zu viele Überstunden

Die Situation im St. Josefs Krankenhaus besteht jedoch nicht erst seit Kurzem. Schon das ganze Jahr über sei kontinuierlich nach Lösungen gesucht worden, um die Mitarbeiterinnen im Kreißsaal zu entlasten, heißt es. Zu viele Überstunden müssten die Hebammen schieben, zwischen 40, 80 und 120 Überstunden seien teilweise die Regel, so Klaus Riegler, der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung im Krankenhaus St. Josef, gegenüber der Main-Post. Doch neue Mitarbeiter zu finden ist extrem schwierig, da schlicht und einfach nichts auf dem Markt sei und der 24-Stunden-Schichtbetrieb in einer Klinik freiberuflich tätige Hebammen abschrecken würde.

Wie geht es 2020 weiter?

Und wie sieht es dann im neuen Jahr am St. Josefs Krankenhaus aus? Laut Main-Post heißt es, dass das Ziel sei, acht bis neun Stellen im Bereich der Geburtshilfe zu besetzen. Pflegedirektor Stefan Werner habe auch schon verschiedene Arbeitsmodelle in petto. Es sei durchaus möglich, freiberufliche Beleghebammen neben festangestellten Hebammen einzustellen, heißt es. Krankenhausdirektor Norbert Jäger stellt sogar eine übertarifliche Bezahlung in Aussicht, so die Main-Post.

Banner2
Topmobile2