Tempo 30 in der Innenstadt – eine Idee für Schweinfurt?
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Katharina Kraus
27. Februar 2020

Beginn einer Tempo 30 Zone. Foto: Dirk Flieger
Die Stadt Aschaffenburg hat den Anfang gemacht: Nicht nur im Zentrum, sondern in der gesamten Innenstadt soll nun Tempo 30 gelten, so der Bayerische Rundfunk. Aber ist sowas auch in Schweinfurt denkbar?
Runter vom Gas
In der gesamten Innenstadt statt 50km/h nur 30km/h fahren? Das neue Verkehrskonzept der Stadt Aschaffenburg beinhaltet laut BR eine Ausweitung der bisherigen 30er-Zonen im Stadtgebiet auf die komplette Innenstadt. Im Rahmen dieser Maßnahmen soll auch eine Hauptstraße zu einer sogenannten „Umweltstraße“ geändert werden. Einen Stichtag für die Umsetzung gibt es aktuell noch nicht. Die Stadt erhofft sich davon mehr Lebensqualität für die Bürger und Besucher, aber was bringt die Tempoänderung eigentlich?
Mehr Sicherheit
Wenn in der kompletten Schweinfurter Innenstadt Zone 30 gilt und jeder somit langsamer unterwegs ist, steigt die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger natürlich an. Autofahrer können bei einer niedrigen Geschwindigkeit besser auf ihre Umgebung achten, vorausschauender fahren und haben im Ernstfall einen kürzeren Bremsweg. Radfahren und Spazierengehen in der Innenstadt wird also deutlich sicherer für alle Beteiligten.
Besserer Verkehrsfluss
Eine durchgehende 30er-Zone verhindert unnötige Stop and Go-Phasen und führt zu weniger Stau. Der Verkehr fließt also besser als bei den bisherigen Regelungen. Das Fahren in der Stadt wird dementsprechend deutlich angenehmer für Verkehrsteilnehmer, weil man nicht ständig bremsen und beschleunigen muss und mit einer relativ konstanten Geschwindigkeit unterwegs sein kann.
Weniger Lärm
Niedrigere Geschwindigkeit bedeutet auch weniger Beschleunigung und damit mehr Ruhe. Vor allem Häuser, die direkt an Hauptstraßen liegen, profitieren nicht von den 30er-Zonen in Wohngebieten und müssen oft Lärmbelästigungen durch vorbeifahrende Autos in Kauf nehmen. Das könnte sich in Zukunft ändern, wenn in der gesamten Innenstadt die Geschwindigkeit begrenzt wird.
Umweltfreundlicher
Wer mit einer konstanten Geschwindigkeit fährt und nicht ständig bremst oder beschleunigt benötigt weniger Sprit und stößt dementsprechend auch weniger CO2 aus. Nicht nur die Umwelt freut sich darüber, sondern auch die Autofahrer, die weniger Geld fürs Tanken ausgeben müssen.
Braucht man wirklich länger?
Langsamere Geschwindigkeit bedeutet doch auch, dass man mehr Zeit benötigt, um eine gewisse Strecke zurückzulegen, oder? Auch wenn 30km/h fast nur die Hälfte von den bisherigen 50km/h sind, wirkt sich das auf den kurzen Strecken in der Stadt kaum auf die benötigte Dauer für eine Strecke aus. Für eine Strecke von fünf Kilometern beispielsweise benötigt man bei einer Geschwindigkeit von 50km/h in der Theorie sechs Minuten, bei 30km/h zehn Minuten. Jedoch muss man die Stop and Go -Phasen bei schnelleren Geschwindigkeiten mit einrechnen, wodurch der Unterschied gar nicht mal mehr so signifikant ist.
Viele Anpassungen nötig
Wenn die komplette Innenstadt eine 30er-Zone wird, müssen nicht nur einige Schilder geändert und neu aufstellt werden, auch die Ampelschaltungen und die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel müssen angepasst werden, um unnötige Verzögerungen zu verhindern. Eine vermeintlich kleine Änderung also, die ganz schön viel Arbeit mit sich zieht.
Eine Idee für Schweinfurt?
Trotz der vielen nötigen Maßnahmen, um die man sich kümmern muss bevor es eine durchgehende Zone 30 in Schweinfurts Innenstadt geben kann, gibt es letztendlich auch positive Nebeneffekte wie die erhöhte Sicherheit und bessere Lebensqualität.
Super Idee oder totaler Schwachsinn? Wie findest Du Tempo 30 in der kompletten Innenstadt? Lass es uns gerne in einem Kommentar wissen!

