Was CoronaCare in Würzburg von Italien lernen kann
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Würzburg erleben
24. März 2020

Aussicht auf die Alte Mainbrücke. Symbolfoto: Würzburg erleben
Gastbeitrag von Manuel Scholze.
Die Italiener sind uns um Längen voraus. Sicherlich nicht aus wirtschaftlicher Sicht, sondern aus gesellschaftlicher. Das mag daran liegen, dass Italien vom Coronavirus bereits länger betroffen ist als Deutschland. Es mag aber auch daran liegen, dass Italien mittlerweile den Warnschuss gehört hat. Das Virus lässt sich nicht durch ein normales Weiterführen des Alltags bewältigen. Von den Erfahrungen der Italiener können wir profitieren.
Italien zeigt sich dieser Tage solidarisch. Auf Balkonen wird die Nationalhymne und das Partisanenlied „Bella Ciao“ gesungen, um mit anderen Isolierten eine Einheit zu bilden. Italien macht sich Mut für eine gesellschaftlich respektierte Generation. „Für uns sind die ,nonni‘ (Großeltern) das Wertvollste, was wir haben: Sie wissen mehr als wir, und sie sind die Bewahrer unserer Familien- und Lebensgeschichte“, sagt die italienische Anthropologin Chiara Tommasello der Zeitung Luxemburger Wort. „Aufgrund des Respekts und der Sorge um unsere Großeltern fällt es uns leichter, die von der Regierung verordneten Restriktionen einzuhalten.“
Vom Krisenfall zum Modell für ganz Europa
In Italien wurde eine Ausgangssperre verhängt. Nur noch das Allernötigste des Lebens kann außerhalb der vier Wände erledigt werden. Und die Italiener halten durch. Kaum einer hätte gedacht, dass die geselligen Italiener sich strikt an das Ausgangsverbot halten. Eine Nation kontrolliert sich selbst, auch über Facebook. Dort haben die Italiener bereits vorgemacht, dass Regelbrecher in große Diskussionskonflikte kommen. Auf der anderen Seite erhalten diejenigen, die nach Hilfe suchen, durch das soziale Netz Unterstützung. Auch deshalb sollte die Facebookinitiative #CoronaCare auf regionaler Ebene in Deutschland frühstmöglich an den Start gehen.
Empfehlungen (Quelle: merkur.de) italienischer Forscher für Deutschland:
- Coronavirus niemals mit gewöhnlicher Grippe auf eine Stufe stellen
- Lockdown nach italienischem Vorbild vornehmen
- Nur noch Läden zur absoluten Grundversorgung öffnen
Die starken Einschränkungsmaßnahmen führen dazu, dass Italien nach Tagen der unkontrollierten Ausbreitung endlich den Höhepunkt der Corona-Krise erreicht zu haben scheint. In wenigen Tagen soll es durch die strikte Ausgangssperre zu einer Besserung kommen. Das ist allein notwendig, dass die heillos überforderten Krankenhäuser entlastet werden. Italien ist bereits seit über einer Woche mit einer Ausgangssperre belegt.
Italien beweist: Der Schlüssel liegt in minimalem sozialen Kontakt. Um die Situation in Deutschland nicht in anfänglich italienische Verhältnisse zu führen, ist minimaler sozialer Kontakt in der Realität nötig. CoronaCare will helfen, das unter möglichst humanen und sozial positiven sowie kommunikativen Umständen zu realisieren.

