Tipps für Senioren und Corona
Anzeige
Würzburg erleben
1. April 2020

Coronavirus. Symbolfoto: Katharina Kraus
Senioren sind alleine schon aufgrund ihres Alters mehr gefährdet, schwerwiegend an Covid-19 zu erkranken. Schon ab einem Alter von 50 Jahren arbeiten die Abwehrkräfte nicht mehr so gut. Kommen Vorerkrankungen hinzu, fällt es dem Körper noch schwerer, das Virus zu bekämpfen. Die Stadt Würzburg hat daher gemeinsam mit Mitgliedern von Seniorenbeirat und Seniorenvertretung, wie auch Dr. Elisabeth Jentschke, Leiterin des Psychoonkologischen und Gerontologischen Dienstes des Universitätsklinikums Würzburg, Tipps für ältere Menschen gesammelt – die Stadt bittet darum, diese ernst zu nehmen.
Ausgangsbeschränkung beachten
Zu beachten ist die geltenden Regelungen zu den Ausgangsbeschränkungen, damit wir keine vollständige Ausgangssperre bekommen. Es geht um unser aller Gesundheit. Ältere Menschen sind in dieser Krise die größte Risikogruppe. Reduziert werden sollten auch Kontakte zu Gleichaltrigen, auch diese könnten Überträger sein.
Auch die jüngere Generation sollte darauf achten, dass nur Kontakte mit Mitbewohnern in der Familie möglich sind, aber nicht mit Freunden oder Klassenkameraden – diese Generation sind vielfach die Überträger des Virus!
Seniorentelefon hilft bei Fragen
Das Seniorentelefon der Stadt Würzburg hilft zu allen Fragen weiter, es ist erreichbar unter Telefon 09 31/37 35 10. Es bietet in der Zeit von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr telefonische Hilfe und Unterstützung bei Fragen von SeniorInnen. Es ist besetzt von vier erfahrenen MitarbeiterInnen aus dem Sozialreferat sowie der (aufsuchenden) Seniorenarbeit. Von 16 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 12 Uhr steht ein Telefon für Hilfsangebote bei St. Egidio zur Verfügung: Telefon 09 31/32 29 40.
Vorsicht bei Hilfsangeboten
Das Telefon und weitere Medien wie Computer rücken in den Lebensmittelpunkt und verschaffen die notwendige Verbindung nach draußen. Vorsicht bei Angeboten von Menschen, die bei Ihnen persönlich an die Wohnung kommen oder anrufen, die sie bisher nicht gekannt haben und dubiose Hilfen anbieten! Bei Anrufen einen Rückruf anbieten!
Auch in der aktuellen Situation ist Wachsamkeit vor „falschen Helfern“ notwendig. So fragen Betrügerinnen und Betrüger besonders ältere Menschen nach Geld für teure Medikamente und medizinische Behandlungen; angebliche Handwerker behaupten, Haus und Wohnung zu überprüfen und desinfizieren zu wollen. Das Bundesseniorenministerium und die BAGSO empfehlen dringend, Unbekannten kein Geld zu geben und sie nicht in die Wohnung zu lassen. Meldet sich die Polizei telefonisch, sollte man sich den Name des Anrufers geben lassen, keine Auskunft geben, sondern selbst sofort danach bei der Polizei anrufen!
Möglichst Zuhause bleiben
Nach Möglichkeit wird dringend empfohlen, zu Hause zu bleiben und nur bei wirklich lebensnotwendigen Gängen die Wohnung zu verlassen. Dann aber immer mindestens zwei Meter Abstand zu allen Personen einhalten. Alle persönlichen Kontakte mit Personen meiden, die außerhalb der eigenen Wohnung leben, dazu gehören auch die Nachbarn, die Kinder und Enkelkinder. Am besten auch nicht in Arztpraxen gehen und dort im Bedarfsfall anrufen und fragen, wie sich verhalten werden soll.
Auch sollte darauf verzichtet werden in Apotheken zu gehen: bestellen Sie benötigte Arzneimittel per Telefon und lassen Sie sich diese liefern oder nehmen Sie, wenn möglich, Hilfe aus der Familie oder der Nachbarschaft an.
Hilfe annehmen
Für Einkäufe den angebotenen Service der Hilfskräfte aus der Nachbarschaft oder dem Haus, dem Stadtteil, der Pfarrei oder Organisationen nutzen! Die Hilfsangebote sind zahlreich, scheuen Sie sich nicht, diese in Anspruch zu nehmen! Wer ängstlich ist, sich beim Einkaufen anzustecken, kann auf einen Lieferservice von Tiefkühlkost zurückgreifen.
Auch möglichst nicht mit dem ÖPNV fahren. Gehen Sie täglich an die frische Luft (nicht zum Einkauf) und halten Sie Abstand, alternativ auf den Balkon oder lüften Sie Wohnung mehrmals täglich und gründlich. Dazu kann man auch mal den Mantel drüberziehen. Das stärkt Ihre Abwehr. Im Freien sollte auch mindestens zwei Meter Abstand gehalten werden, wenn Bekannte getroffen werden!
Hände waschen
Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen – mit Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis. Außerdem:
- Abstand von 2m zu jemanden einzuhalten, der hustet oder niest, um die Ausbreitung von Keimen zu verhindern
- Nicht ins Gesicht fassen
Tag Struktur geben
Es ist wichtig, dem Tag Struktur zu geben: Trotz Ausgangsbeschränkung nicht einfach nur vor sich hin gammeln. „Suchen Sie sich eine Beschäftigung im Haus, die Ihnen Spaß macht.“ Tipp von Erika Rose, Mitglied der Seniorenvertretung: „Ich habe meine alte Wolle hervorgeholt und häkle Topflappen: In 9 Monaten ist Weihnachten.“
Außerdem wird auf den virtuellen Stammtisch verwiesen, der täglich ab 14 Uhr bis ca. 15:30 zu erreichen ist. Dies hilft die Einsamkeit zu reduzieren. Man kann sich mit anderen unterhalten, Informationen austauschen und bekommt Hilfe, wenn es um Computer und Internet geht.
Wie besser mit Auswirkungen von Stress umgehen?
Die Aufnahme von Nachrichten begrenzen: Dies kann helfen, mit schwierigen oder störenden Gefühlen umzugehen. Die ständige Aufnahme erschreckender Informationen kann Stress verstärken. Beschränkt werden sollte sich lieber auf die notwendigen und hilfreichen Informationsquellen wie z.B. die Infoseiten des RKI. Ein- oder zweimal täglich einige Minuten einchecken reicht.
Außerdem kann es helfen, sich auf das zu konzentrieren, was in Ihrer Macht steht. Während wir das Covid-19-Virus nicht kontrollieren können, können wir unser Infektionsrisiko verringern.
Aussagen überprüfen
Überprüft werden sollten Aussagen, die Angst hervorrufen und diese durch hilfreiche Infos ersetzen. Dies kann Stress reduzieren und die Bewältigungsfähigkeiten erhöhen. Beispiel: „Meine Familie wird das Virus bekommen und sterben“ ersetzen durch „die Mehrheit der Menschen, die das Virus bekommt, erholt sich“.
„Schaffen Sie Netzwerke sozialer Unterstützung, telefonieren Sie viel. Nutzen Sie Skype, wenn Sie sich damit auskennen.“, so der Rat. Soziale Verbindungen sind wichtig.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

