Altkleidersammlungen in der Corona-Zeit

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Würzburg erleben

20. April 2020

BDKJ Altkleiderconatiner. Foto: BDKJ
Bild Altkleidercontainer Corona

BDKJ Altkleiderconatiner. Foto: BDKJ

Wie der BDKJ Diözesanverband Würzburg in einer Presseinformation mitteilt, brechen aufgrund der Coronakrise die Absatzmärkte für Alttextilien weg und die Lagerkapazitäten sind ausgereizt. Deshalb ruft der BDKJ Würzburg dazu auf, vorübergehend keine Altkleiderspenden mehr in die Container zu werfen.

Lagerbestände bauen sich auf

Die Ausbreitung des Coronavirus und die damit einhergehenden Einschränkungen treffen auch die gemeinnützigen Alttextilsammler, so der BDKJ. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für gemeinnützige Sammlungen lassen sich aktuell noch nicht abschätzen. So gut wie alle Absatzmärkte für die Textilien sind mittlerweile jedoch nicht mehr verfügbar und die Lagerbestände bauen sich mit rasanter Geschwindigkeit auf.

„Auch der BDKJ Würzburg als Altkleidersammler bekommt diese Auswirkungen unmittelbar zu spüren.“ so Christina Lömmer, BDKJ-Diözesanvorsitzende in Würzburg, in einer Pressemitteilung. „Der BDKJ Würzburg ist weiterhin bemüht, eine zeitnahe Entleerung der Container sicherzustellen. Allerdings wird dies mit zunehmender Dauer des Ausnahmezustands immer schwieriger. Denn bereits jetzt stößt unser Kooperationspartner mit seinen Kapazitäten zur Lagerung und zur Sortierung von Alttextilien bereits an seine Grenzen.“

Apell: Keine Spenden mehr

Deshalb appelliert der BDKJ Würzburg gemeinsam mit dem Dachverband FairWertung e.V. an alle Kleiderspender, die
Alterkleiderspenden, bis die Entleerung der Altkleidercontainer wieder reibungslos möglich ist, zuhause zu lagern und keine Kleiderbeutel neben oder vor überfüllte Container zu stellen. So werde eine unnötige Vermüllung der Sammelplätze vermieden und die Qualität der Textilware bleibe durch Schutz vor der Witterung erhalten, heißt es.

Auch beim BRK keine Kleiderspenden

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen leider die Leerungen an den BRK-Kleidercontainern in Stadt und Landkreis Würzburg vorübergehend eingestellt werden, wie der BRK mitteilt. Deshalb sind hier momentan keine Kleiderspenden möglich. Das BRK bittet die Bürger, die Altkleider Zuhause aufzubewahren, bis die Container wieder geöffnet werden können. „Wir bitten um Verständnis und hoffen, dass wir die Container möglichst bald wieder normal leeren können“, so BRK-Sachgebietsleiter Stefan Dietz in einer Pressemitteilung.

BRAUCHBAR sammelt wieder

Für viele Menschen sind Markenklamotten unbezahlbar – Im Secondhandkaufhaus „Brauchbar“ finden Männer und Frauen mit schmaler Börse Hosen, Pullover und Röcke, die sehr gut erhalten und nicht teuer sind. Nicht zuletzt die Kleidersammlungen im Herbst und Frühjahr sorgen dafür, dass es immer reichlich Nachschub gibt, so eine Pressemitteilung der „Brauchbar“. Dass ein Sozialkaufhaus Straßensammlungen durchführt, ist nicht üblich – „Brauchbar“ tut dies heuer zum 15. Mal. Los geht es am 21. April, heißt es. Bis in den Juli hinein wird an insgesamt zwölf Terminen in verschiedenen Gemeinden des Landkreises gesammelt.

Ab 21. April sind Robert Künzel (rechts) und Thomas Gareiß wieder im Landkreis Würzburg unterwegs, um gebrauchte Bekleidung für „Brauchbar“ einzusammeln. Foto: Brauchbar gGmbH

Ab 21. April sind Robert Künzel (rechts) und Thomas Gareiß wieder im Landkreis Würzburg unterwegs, um gebrauchte Bekleidung für „Brauchbar“ einzusammeln. Foto: Brauchbar gGmbH

Nicht selten wird „Brauchbar“-Geschäftsführer Thomas Johannes gefragt, warum sein Unternehmen dies tut: Schließlich ist der Aufwand für die Sammlungen hoch. Doch die Sache lohnt sich. Und zwar nicht nur deshalb, weil durch die Sammlungen viele, oft sehr gut erhaltene, nicht selten sogar neuwertige Kleidungsstücke zu „Brauchbar“ gelangen. „Wir konnten durch die Sammlungen auch unseren Bekanntheitsgrad steigern“, sagt Johannes in einer Pressemitteilung. Heute wissen viel mehr Menschen als vor sechs Jahren, dass es „Brauchbar“ gibt.

Aus sozialen Zwecken gesammelt

Bei „Brauchbar“ arbeiten Menschen, die aufgrund verschiedener, meist gesundheitlicher Probleme keine Chance mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. „Für diese Menschen Arbeitsplätze zu schaffen, das ist Sinn und Zweck unseres Sozialunternehmens“, sagt „Brauchbar“-Chef Johannes. Die Kleidersammlungen tragen hierzu ganz wesentlich bei.

Auch Rechtsanwalt Gareiß klärt, wird er vor Ort angesprochen, über „Brauchbar“ auf. Zum Beispiel darüber, dass das Sozial- und Ökounternehmen dem Dachverband „FairWertung“ angeschlossen ist. Das bedeutet, dass sich „Brauchbar“ an den „Verhaltenskodex für gemeinnützige Kleidersammlungen“ hält. Diesem Kodex zufolge wird allein aus sozialen Zwecken gesammelt.

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