Kindern Schutz bieten: Die Schutzinseln in Waldbüttelbrunn

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Würzburg erleben

3. Juli 2020

Michael Langenhorst mit dem Logo der Schutzinsel-Aktion. Foto: Michael Langenhorst
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Michael Langenhorst mit dem Logo der Schutzinsel-Aktion. Foto: Michael Langenhorst

Sei es auf dem Schulweg oder auf dem Weg zum besten Freund: Wenn Kinder Hilfe brauchen oder sich bedroht fühlen, dann fehlt oft die passende Anlaufstelle. Damit sich Kinder in solchen Situationen aufgehoben fühlen, gibt es in Waldbüttelbrunn nun 29 „Schutzinseln“, die Kindern „Schutz in allen Notlagen bieten sollen. Unter diesen sind ganz verschiedene Einrichtungen, vom Bäcker, über das Fitnessstudio bis hin zu Privatpersonen, an deren Eingangstüre nun ein Sticker mit dem Logo zu finden ist. Wir durften dem Initiator der Aktion und Waldbüttelbrunns Gemeindejugendpfleger, Michael Langenhorst, ein paar Fragen stellen und mehr über die Schutzinseln erfahren.

Idee aus NRW

Würzburg erleben (WE): Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, die Einrichtung von Schutzinseln auch in Waldbüttelbrunn zu realisieren?

Michael Langenhorst (ML): Eine Bürgerin aus dem Ortsteil Mädelhofen hatte von der Aktion gehört. Diese kommt ursprünglich vom Kinderschutzbund in NRW (Soest). Hier habe ich mich dann erkundigt. Seit vielen Jahren wird das Thema „Schutzinseln“ auch schon bei unseren jährlich stattfindenden Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskursen für Grundschulkinder behandelt. Außerdem möchten wir grundsätzlich optimale Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche hier in Waldbüttelbrunn schaffen, da gehört es natürlich dazu, dass sie sich auch jederzeit „sicher“ fühlen und aufgehoben.

WE: Was waren die Schritte, bis es zur ersten Schutzinsel kam?

ML: Erstmal habe ich mich in Soest und in Kist erkundigt und ein Konzept geschrieben. Danach habe ich mit einem örtlichen Grafiker gesprochen, ob er ein eigenes Logo und Folder entwerfen kann. Die Vorschläge wurden dann von unserem Jugendrat begutachtet und eines ausgewählt. Gleichzeitig habe ich alle Gewerbetreibenden angeschrieben, die Idee und das Konzept erklärt und Werbung dafür gemacht. 29 haben sich daraufhin gemeldet, sogar Privatpersonen.

Schutz in Notlagen

WE: Wofür sind die Schutzinseln da? Was sollten Sie den Kindern bieten?

ML: Schutz in allen Notlagen – das muss nicht unbedingt der Mann sein, der einen verfolgt, sondern auch Alltagssituationen: Die abgesprungene Fahrradkette, der verlorene Hausschlüssel oder ein Platzregen oder Gewitter.

WE: Was müssen die teilnehmenden Einrichtungen beachten? Werden diese auf eine bestimmte Art und Weise eingeführt?

ML: Sie sollen den Kids und Jugendlichen im Notfall „Schutz“ bieten, einen Platz anbieten, dann ggf. die Eltern oder auch die Polizei oder einen Arzt rufen. Natürlich stehe auch ich als Gemeindejugendpfleger in Notfällen zur Verfügung. Die Einrichtungen haben eine Einweisung bekommen und auch Handlungstipps. Nach einer gewissen Zeit werden wir auch noch die Geschäfte anschreiben und nach den Erfahrungen fragen. Auch ob es noch verbessert werden kann.

Warum in Waldbüttelbrunn?

WE: Warum sind die Schutzinseln denn gerade in Waldbüttelbrunn wichtig?

ML: In Waldbüttelbrunn ist es sicherlich nicht „gefährlicher“ als woanders. Die Welt ist ja noch in Ordnung. Aber trotzdem ist es wichtig, Kindern auch zu signalisieren, „Ihr seid uns wichtig“. Wir, also auch die Gesellschaft, passen auf Euch auf. Wir sind für Euch da.

WE: Was sind Eure Wünsche und Ziele für die Zukunft für das Projekt?

ML: Dass das Projekt lange erhalten bleibt und die Schutzinseln wenig in Anspruch genommen werden müssen. Besonders in den Ortsteilen Mädelhofen und Roßbrunn, wo es wenig Geschäfte gibt, suche ich auch noch Schutzinseln. Netterweise haben sich jetzt schon Familien gemeldet, die eine Schutzinseln stellen möchten.

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