Darum sind öffentliche Grillplätze in Würzburg nun gesperrt
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Würzburg erleben
11. August 2020

Abgesperrter Grillplatz an den Mainwiesen in der Zellerau. Foto: Jessica Hänse
Mit Freunden gemütlich beisammen sitzen und grillen – das macht im Sommer wohl jeder gerne. Wer weder Garten noch Balkon besitzt, weicht in Würzburg auf die öffentlichen Grillplätze in der Zellerau oder in der Sanderau aus. Trotz der aktuellen Corona-Regelungen haben auch viele dieses Jahr nicht darauf verzichten wollen – nun zieht die Stadt Konsequenzen.
Verbot nicht beachtet
Bereits seit einigen Monaten gibt es im Rahmen der Pandemie-Maßnahmen ein bayernweites Grillverbot auf öffentlichen Plätzen. Das sei offensichtlich nicht allen bewusst gewesen, so trafen sich zuletzt bei gutem Wetter vermehrt Personengruppen am Main, um ausgiebig zu grillen. Nun geht die Stadt dagegen vor, indem sie diese Plätze unzugänglich gemacht hat. „Wenn man bei Kontrollen feststellen muss, dass ein reines Verbot nicht eingehalten wird, muss eben auch durch Absperrungen nachgesteuert werden.“, so Pressesprecher Georg Wagenbrenner auf Nachfrage. „Schließlich wurde auf Wunsch der Polizei an den Grillplätzen nachjustiert, weil das verhängte Verbot und die angedrohte Strafe keine ausreichende Wirkung zeigte.“

Abgesperrter Grillplatz an den Mainwiesen in der Zellerau. Foto: Jessica Hänse
Warum erst jetzt?
Doch warum wurde erst jetzt durchgegriffen? Wir erinnern uns: Spielplätze wurden Mitte März sofort gesperrt, um Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz zu verhindern. Warum wurden es an den Grillplätzen nicht genauso gehandhabt? „Die Vorgaben des Freistaates Bayern in Sachen Corona-Schutz wurden allein deshalb bei Spiel- und Grillplätzen unterschiedlich umgesetzt, weil es hier je nach Saison naturgemäß eine andere Brisanz gibt.“, so die Stadt. „Während Spielplätze das ganze Jahr über gut genutzt werden (auch mit Winterjacke oder beim Herbstspaziergang), finden Grill-Partys in der Regel nur bei sommerlichen Temperaturen statt“, heißt es weiter.

Abgesperrter Grillplatz an den Mainwiesen in der Zellerau. Foto: Jessica Hänse
Insgesamt nehme man den Corona-Schutz im öffentlichen Raum aber sehr ernst, so seien das Gartenamt, der Kommunale Ordnungsdienst und die Polizei diesbezüglich in ständiger Abstimmung.
Brandgefahr bei Trockenheit
Laut Polizei werden die Absperrungen offensichtlich akzeptiert, wie in einer Bilanz vom Wochenende deutlich wird. Nun kann man aber beobachten, dass vereinzelt das Picknick auf den Mainwiesen um einen Grill ergänzt wurde. Aufgrund der Hitze herrscht große Trockenheit, weshalb die Regierung von Unterfranken eindringlich vor offenem Feuer in der Nähe von leicht entzündlichen Stoffen warnt – das gilt auch für das trockene Gras an den Mainwiesen.
Müllprobleme & Ruhestörung
Wer Party machen will, steht noch immer vor verschlossenen Türen der Clubs. Feiernde weichen deshalb auf die Mainwiesen und die Leonard-Frank-Promenade aus, um sich dort mit Freunden zu versammeln. Die Folge: Hier bleibt am Wochenende besonders viel Müll liegen und auch Anwohner bekommen vermehrt „nächtlichen Partylärm“ zu hören. Erst kürzlich wurden an einem Wochenende 25 Kubikmeter Müll an den Mainwiesen eingesammelt – so viel, wie eine vierköpfige Familie in zwei Jahren produziert. Lösungen zur Müll-Problematik wurden bereits evaluiert, nun müssen diese noch umgesetzt werden.

