Achtung, Betrüger! Falsche Feuerlöscher-Prüfer unterwegs
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Katharina Röder
12. August 2020

Feuerlöscher. Foto: Pascal Höfig
Bereits im Juli begaben sich zwei Männer zu mehreren Gaststätten im Würzburger Innenstadtbereich und gaben an, die dortigen Feuerlöscher überprüfen zu wollen. Als die angeblichen Kontrolleure in der Folge lediglich eine Barzahlung akzeptieren wollten und mit einem Bußgeld durch die zuständige Behörde drohten, zogen die Betreiber der Gaststätte die Polizei hinzu.
Als Fachfirma ausgegeben
Am 17. Juli verständigten die Betreiber einer Gaststätte in der Spiegelstraße die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken und teilten mit, dass es im Rahmen der Überprüfung ihrer Feuerlöscher zu Ungereimtheiten gekommen sei. Die beiden vermeintlichen Kontrolleure konnten noch in einer Nachbargaststätte angetroffen werden.
Den Angaben des Mitteilers nach betraten die beiden Männer im Alter von 33 und 19 Jahren die Gaststätte, gaben sich als Fachfirma aus und teilten mit, die dortigen Feuerlöscher überprüfen zu wollen. Da die Feuerlöscher bereits abgelaufene Prüfsiegel hatten, machten die beiden vermeintlichen Kontrolleure das Angebot, diese für 100 Euro zu überprüfen und anschließend einen neuen Stempel anzubringen.
Auf Nachfrage sollte lediglich eine Barzahlung akzeptiert und eine handschriftliche Quittung ausgefüllt werden. Da überdies hinaus mit einem Bußgeld von 1.000 Euro durch die zuständige Behörde gedroht wurde, zweifelten die Betreiber der Gaststätte an der Vorgehensweise und verständigten die Polizei.
Falsche Angaben gemacht
Bei der anschließenden Kontrolle durch eine Streife der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt wies sich der 33-Jährige mit einem Gewerbeschein sowie einer angeblichen Berechtigung der Industrie- und Handelskammer, die ihn zur Wartung und Überprüfung von Feuerlöschern berechtige, aus. Nachdem die zuständigen Stellen am Freitagnachmittag nicht mehr kontaktiert werden konnten, wurden zunächst lediglich die Personalien der beiden Kontrolleure festgestellt und diese vor Ort entlassen.
Durch weitergehende Ermittlungen des Sachbearbeiters bei der Industrie- und Handelskammer stellte sich heraus, dass der 33-jährige Kontrolleur nicht zu einer entsprechenden Wartung und Prüfung berechtig sei. Zudem sei der Betrag von 100 Euro viel zu hoch.
Ermittlungen eingeleitet
Gegen die beiden 33 und 19 Jahre alten Männer wird nun wegen des Verdachts des Leistungsbetrugs und des Wuchers ermittelt. In drei Gaststätten waren die Betrüger erfolgreich und erbeuteten insgesamt 290 Euro für die vermeintliche Überprüfung der Feuerlöscher.
Tipps der Polizei
Das Polizeipräsidium Unterfranken gibt die folgenden Verhaltenstipps:
- Wenn die Rechnungshöhe einer Firma in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung steht, sollte man stutzig werden.
- Eine Überprüfung von Feuerlöschern muss immer schriftlich im Namen des Auftraggebers an eine dafür zertifizierte Firma erfolgen.
- Beim kleinsten Zweifel den Polizeinotruf 110 oder die örtliche Dienststelle kontaktieren.
Die Polizei bittet weitere Geschädigte, die noch keine Anzeige erstattet haben, sich persönlich oder telefonisch an ihre örtliche Dienststelle zu wenden.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

