Festival-Guide: Wie geht „Festival daheim“?

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Würzburg erleben

20. August 2020

Festival. Symbolfoto: Dominik Ziegler
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Festival. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Aufgrund der diesjährigen Umstände wird jeder motivierte Festivalgänger bitter enttäuscht: Das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober macht jede Outdoor-Musik-Party zunichte – doch es gibt Hoffnung: Das Projekt „Festival für Festivals“ will an diesem Wochenende (21. bis 23. August) für echtes Festival-Feeling sorgen – nur eben zu Hause. Damit das gelingt, konnte man seit Juli mit der Festivalbox erwerben, was alles so zum Festival dazugehört: Festival-Shirt, Bändchen, die richtige Beschilderung für die eigene Wohnung, Becher, Festival-Quartett…. Wir haben euch hier die wichtigsten Infos zum Festival daheim zusammengestellt und was ihr sonst noch alles für das Festival-Wochenende braucht.

Zusammenschluss prominenter Festivals

Mit dabei sind aus Würzburg und der Region beispielsweise das „Umsonst und Draußen“, das „Taubertal-Festival“ aus Rothenburg und das „Rambazamba Festival“ aus Untermerzbach im Landkreis Haßberge. Insgesamt haben sich über 150 Festivals aus ganz Deutschland zusammengeschlossen und ein Programm für die drei Tage zusammengestellt. Unterstützt werden sie von unterschiedlichen Partnern und Dienstleistern als Sponsoren sowie zahlreichen Künstlern aus diversen Genres wie u. a. dem Rapduo Audio 88 & Yassin, den Punks von Acht Eimer Hühnerherzen, der Electro-Punk-Band Frittenbude, Fritz Kalkbrenner oder der deutschen Rockband Van Holzen. Auf Anfrage zeigt sich das Veranstalter-Team sehr zufrieden mit der Resonanz, allein das Interesse einer so großen Zahl an teilnehmenden Festivals sei ein Novum und verrückt.

Festival-Challenges über App

Auf der Webseite des Veranstalters werden die Beiträge in Form von TV-Show-Formaten, Live-Auftritten, Dokus und Konzertmitschnitten in einem Livestream zu sehen sein. Gleichzeitig bietet eine App die Möglichkeit, sich seinen digitalen Campingplatz einzurichten. Auf dieser Plattform kann man sich dann Challenges mit anderen Festival-Teilnehmenden stellen oder seine „Festival-daheim-Erlebnisse“ teilen. Das Veranstalter-Team verzeichnete laut eigener Aussage bisher über 600 angemeldete Festival-Camps und rechnet bis zum Wochenende noch mit einem weiteren Anstieg sowie mehreren Tausend Feiernden. Bereits jetzt gebe es zahlreiche Einsendungen von Lageplänen, Gartenvorbereitungen und kleinen Festival-Siedlungen der erwartungshungrigen Festivalisten.

Unterstützung der Festivalszene

Am Ende locken Gewinne für die besten Stories wie das goldene Festival-Bändchen, das freien Eintritt auf Festivals im nächsten Jahr ermöglicht. Mit den Einnahmen aus dem Box-Verkauf und den anderen Festival-Tools aus dem Support-Shop sollen zusammen mit den Sponsoren Einnahmen generiert werden, um auf diese Weise die Zukunft der einzelnen Festivals zu sichern. Nach 4.000 verkauften Boxen bzw. 2.000 Bändchen musste der Verkauf gestoppt werden, um das Risiko der Überproduktion zu vermeiden und alles rechtzeitig zu verschicken. Insgesamt mahnen die Veranstalter zu mehr Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit – Punkte, die ja bei der eigenen Festivalplanung nicht immer im Vordergrund stehen: Müll getrennt wegbringen, Utensilien ausleihen, Essensbedarf kalkulieren und Altes neu verwenden sind da einfache Maßnahmen.

Auch ohne Festival Sommer kann im August ein wenig Festival-Feeling aufkommen. Foto: Till Petersen

Auch ohne Festival Sommer kann im August ein wenig Festival-Feeling aufkommen. Foto: Till Petersen

Vorbereitungen fürs Festival starten

Egal ob Schule oder Uni – überall laufen die Ferien noch, für Studierende geht es sogar erst ab 02. November wieder los. Genug Zeit also, sich dieses Wochenende fürs Festival zu reservieren. Da ja alles zu Hause stattfindet, ist man ja auch total flexibel und kann jederzeit einsteigen. Allerdings muss man nicht auf das klassische Festival-Feeling verzichten. Zuerst sollte man sich vor allem um Essen und Getränke kümmern: Der Standard-Großeinkauf bei real mit Dosenbier, Berliner Luft, Würstchen und Toastbrot oder Ravioli, Linsen in Suppengemüse und ähnlichem Konservenfutter sollte natürlich stilecht bleiben. Währenddessen besetzen Powerbank und Bluetooth-Box alle vorhandenen WG-Steckdosen – es soll einem ja nicht der Saft ausgehen.

 

Zelten in der eigenen Wohnung

Dann geht’s ans Eingemachte: Wenn es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, kann man sein Camp auf der nächstgelegenen Wiese aufschlagen. Wer einen Balkon hat, kommt dem Ganzen noch am nächsten und baut sein Zelt mit Campingstuhl einfach auf Balkonien auf. Ansonsten tut es natürlich auch das eigene WG-Zimmer. Eine große Herausforderung besteht sicherlich darin, sich für Luftmatratze und Schlafsack zu begeistern – schließlich ist das bequeme Bett mit Decke nur wenige Meter entfernt. Stichwort Bequemlichkeit: Man sollte sein Festivaloutfit auf jeden Fall vorher festlegen und den Kleiderschrank dann mit einem Vorhängeschloss sichern, um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, sich frische Klamotten zu genehmigen. Anglerhut, Sonnenbrille, kurze Hose, (Tank-)Top oder Hawaii-Hemd mit Badelatschen sind da völlig ausreichend.

Unvergessliches Wochenende

Egal ob im Freien auf dem Feld, im eigenen Garten oder in der Wohnung: Der Sommer 2020 wird Corona-bedingt ein besonderer Festival-Sommer. Es kommt mehr denn je auf Kreativität an, das entsprechende Festival-Feeling herzustellen. Inspiration gibt es reichlich von den anderen Teilnehmenden, die über die App ausgetauscht werden. Wie ihr kocht, euren Bierdosenturm in die Höhe treibt, Flunky-Ball spielt und die verschiedenen Stages parallel streamt, könnt ihr dort festhalten und hochladen. Trotzdem gilt auch für ein unvergessliches Wochenende, die Bedürfnisse der Nachbarn sowie die Hygienemaßnahmen zu beachten. Außerdem sollte einem bewusst sein, dass man dem Betreiber der Plattform Rechte am hochgeladenen Content gewährt, wenn man sich anmeldet.

Also dann – viel Spaß beim ganz persönlichen Festival daheim! Und schickt uns doch ein paar Schnappschüsse von Camp & Co. (redaktion@wuerzburgerleben.de)!

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