Der 3D-Druck bringt neuen Schwung in die Würzburger Teilefertigung

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Würzburg erleben

25. August 2020

Auch der Würzburger Fahrzeugteilehersteller Brose investiert bereits in 3D-Druck. Foto: Pascal Höfig
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Auch der Würzburger Fahrzeugteilehersteller Brose investiert bereits in 3D-Druck. Foto: Pascal Höfig

Brose Fahrzeugteile ist einer der größten Arbeitgeber in der Region, an dem der Wandel der Automobilindustrie nicht spurlos vorbeigeht. Moderne Fertigungsverfahren wie der 3D-Druck halten in der Produktion von Autoteilen Einzug und können mit ihren besonderen Eigenschaften für neuen Schwung sorgen. Das Ende von klassischen Fertigungsverfahren ist damit aber wohl noch nicht gekommen.

Was ist 3D-Druck?

Der 3D-Druck ist ein noch recht neues Verfahren, das erst in den 1980er-Jahren entwickelt wurde. Beim 3D-Druck handelt es sich um ein additives Verfahren. Schicht für Schicht wird Material zielgenau aufgetragen, bis das Werkstück in der gewünschten Form entsteht. Damit unterscheidet sich der 3D-Druck deutlich vom klassischen CNC Fräsen, das ein subtraktives Verfahren darstellt, bei dem Material von einem Rohling entfernt wird. Sowohl der 3D-Druck als auch die CNC-Bearbeitung sind vielfältig bei unterschiedlichen Materialien nutzbar. Der 3D-Druck ermöglicht allerdings oftmals Formen, die mit klassischen Fertigungsverfahren nur mit enorm viel Aufwand realisierbar oder gar unmöglich produzierbar sind.

3D-Druck als Alternative zu klassischen Verfahren

Der 3D-Druck spielt in der Autoindustrie bereits eine wichtige Rolle. Der deutsche Sportwagenhersteller Porsche forscht an innovativen Kolben aus dem 3D-Drucker, die effizienter und leistungsfähiger als konventionell hergestellte Teile sein sollen. 3D-Drucker können zudem individuelle Ersatzteile produzieren. Davon profitieren derzeit vor allem Oldtimer-Fans. Der 3D-Drucker liefert passgenaue Ersatzteile und ist damit der Retter in der Not, wenn Originalersatzteile für den geliebten Oldtimer schon lange nicht mehr produziert werden und das Auto sonst stillgelegt werden müsste. Das gilt sowohl für Teile im Innenraum als auch für kleinere Karosserieteile. Dementsprechend stellt der 3D-Druck auch eine Alternative zur klassischen Blechbearbeitung dar, wie sie nicht nur Autohersteller anwenden, sondern auch Dienstleister für jedermann anbieten.

Brose an Start-Up beteiligt

Das Potenzial des 3D-Drucks hat auch der Fahrzeugteilehersteller Brose längst erkannt. Schon im Jahr 2018 hat sich Brose an einem Rostocker Start-up beteiligt, das sich darauf spezialisiert hat, die Kosten bei dem additiven Verfahren zu senken. Der Clou: Die Gründer haben einen ganz neuen Druckkopf entwickelt, der nicht mit teurem Metallpulver arbeitet, sondern auf günstigere Spritzgussgranulate zurückgreift. Die Kunststoffgranulate enthalten Metall und werden in geschmolzener Form additiv Schicht für Schicht aufgetragen. Anschließend wird der Kunststoffanteil mit Hilfe von Chemie oder Hitze entfernt – übrig bleibt das Metall. Im Idealfall soll sich durch die Einsparungen schon bald nicht mehr nur die Fertigung von Prototypen und Einzelteilen lohnen, sondern auch die Serienfertigung zahlreicher Komponenten.

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