Tag der Ersten Hilfe am 12. September: Tipps der Johanniter Würzburg
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Würzburg erleben
11. September 2020

Rettungsdienst im Einsatz. Foto: Pascal Höfig
Vielen Menschen ist unwohl bei dem Gedanken, Erste Hilfe leisten zu müssen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. „Dabei kann nur derjenige etwas falsch machen, der gar nichts tut“, betont Günther Clement, Erste-Hilfe-Trainer bei den Johannitern in Würzburg.
Die fünf wichtigsten Verhaltensregeln bei einem Notfall
So verhält man sich richtig:
- Überblick verschaffen. Um die Situation einschätzen zu können, sollte sich zunächst ein Überblick verschafft werden: Was ist passiert? Ist jemand verletzt? Wenn ja, wie viele Verletzte gibt es? Sind diese ansprechbar? Sind schon andere Helfer aktiv?
- Sich selbst und andere schützen: Dies spielt insbesondere bei Unfällen im Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Warnblinklicht einschalten und langsam an die Unfallstelle heranfahren. Parken Sie Ihr Fahrzeug mit ausreichendem Abstand und stellen Sie Ihr Warndreieck auf. Dann auf dem Weg zur Unfallstelle laufen, wenn möglich, hinter der Leitplanke. Stellen Sie dann die Zündung des Unfallwagens ab. Auf Anzeichen eines Brandes achten.
- Retten aus dem Gefahrenbereich. Droht dem Verunfallten eine Gefahr, z. B. durch Feuer oder Rauch, sollte der Betroffene mithilfe des sogenannten Rautek-Rettungsgriffes aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Greifen Sie dazu mit beiden Händen von hinten unter seinen Achseln durch und umfassen Sie einen möglichst unverletzten Arm mit beiden Händen.
- Notruf absetzen. Den Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 alarmieren. Wenn sich jemand in der Leitstelle meldet, konzentrieren Sie sich darauf, die folgenden W-Fragen zu beantworten: Wo hat sich der der Notfall ereignet? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welcher Art sind die Verletzungen? Wichtig: Nicht auflegen, sondern auf Rückfragen warten!
- Erste Hilfe leisten: Prüfen, ob die verletzte Person bei Bewusstsein ist und ob sie normal atmet. Ist der Betroffene ohne Bewusstsein, die Atmung aber normal, ihn in die stabile Seitenlage bringen. Atmet der Betroffene nicht oder ungleichmäßig, muss umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Am wichtigsten ist dabei die konsequent und möglichst lückenlos durchgeführte Herzdruckmassage – 100 bis 120 Mal pro Minute. Die Wiederbelebung fortsetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Wechseln Sie sich ggf. mit anderen Helfern ab.
Erste Hilfe und Corona
Gerade in der aktuellen Zeit sind viele Menschen besorgt um ihre eigene Gesundheit und wollen sich selbst schützen. Aber wie kann man bei einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? „Grundsätzlich gilt: Einen Notruf abzusetzen und die Unfallstelle abzusichern, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie“, sagt Erste-Hilfe-Experte Günther Clement.
Ist der Verletzte an Corona erkrankt oder der Ersthelfer ist sich unsicher, kann auf eine Beatmung verzichtet werden. Um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren, können Sie das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abdecken. Gehören Sie selbst zu einer Corona-Risikogruppe, sollten andere Personen aufgefordert werden, Erste Hilfe zu leisten. Ist niemand in der Nähe, sollte versucht werden, so gut es geht und mit angemessenem Sicherheitsabstand zu helfen.
Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen
Die wichtigsten Handgriffe der Ersten Hilfe lernt man am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs. Damit diese im Notfall ohne langes Nachdenken abgerufen werden können, raten die Johanniter, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen – am besten alle zwei Jahre.
Ein Erste-Hilfe-Kurs dauert ca. acht Stunden und kostet 60 Euro. Neben dem Basiskurs bieten die Johanniter in Würzburg weitere Module an, wie etwa „Erste Hilfe am Kind“.
Weitere wichtige Infos und Erklär-Videos zu verschiedenen Erste-Hilfe-Themen finden Sie unter www.johanniter.de/corona-erste-hilfe.
Artikel beruht auf eine Pressemitteilung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Würzburg.

