Devil May Care: Post-Hardcore Musik mit tieferer Bedeutung

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Würzburg erleben

5. November 2020

Die Bandmitglieder von Devil May Care. Foto: Devil May Care.
Devil May Care Band Foto

Die Bandmitglieder von Devil May Care. Foto: Devil May Care.

Jeder hört gerne gute Musik! Doch wie toll wäre es, wenn diese Musik auch etwas vermitteln würde? Genau das schafft die Würzburger Band „Devil May Care“! In ihrer neuesten Single „Calm Waters“ greifen sie beispielsweise das Thema (Drogen-)Alkoholsucht von Eltern in der Gegenwart ihrer Kinder auf. Durch ihre eigenen Erfahrungen vermitteln sie ihre Erlebnisse im Song und verarbeiten diese dadurch.

Seit 2012 sind die vier Würzburger Tim Heberlein (Gesang, Gitarre), Lukas Esslinger (Gitarre), Moritz Hillenbrand (Bass) und Joachim Lindner (Schlagzeug) nun schon Mitglieder der Band „Devil May Care“ – und das erfolgreich. Bereits mehr als 100 Konzerte haben die Musiker schon gegeben – unter anderem auch als Support für bekannte Bands auf Europa-Touren. Wie die Vier zu der Musik kamen und was ihr Ziel ist, haben wir sie in einem Interview gefragt.

Angefangen hat’s in Würzburg

Würzburg erleben (WE): Erzählt doch mal etwas über Euch: Wer seid Ihr? Was macht Ihr? Was verbindet Euch mit Würzburg?

Devil May Care: Als Devil May Care sind wir jetzt schon seit 2012 unterwegs und haben in dieser Zeit einiges erlebt. Angefangen hat alles hier in Würzburg, unser erstes Konzert, die ersten Aufnahmen usw. Auch heute freuen wir uns noch besonders über jedes Konzert, das wir Zuhause in Würzburg spielen dürfen, weil es immer besonders schön ist mit den Menschen zu feiern, mit denen alles angefangen hat. Mittlerweile sind wir nach zwei Studioalben wieder dabei neue Songs zu releasen, die erste Single „Calm Waters“ ist seit Anfang Oktober auf allen Plattformen wie Spotify, Apple Music oder YouTube zu finden.

WE: Welchem Genre können Eure Lieder zugeordnet werden?

Devil May Care: Das Genre Post-Hardcore beschreibt unsere Musik am besten. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Alternativem Rock, Metal und Punkrock. E-Gitarren stehen also im Mittelpunkt und der Gesang wechselt zwischen klar gesungenen und verzerrt geschrienen Passagen.

Alkoholismus in der Familie

WE: Um was geht es in Euren Songs?

Devil May Care: Im neuen Song „Calm Waters“ wollten wir unsere Erfahrungen zum Thema Alkoholismus in der Familie, was wir teilweise schon in der Kindheit miterlebten, verarbeiten. Während des Prozesses und vor allem auch jetzt im Nachgang wurde uns bewusst, wie viele Menschen dazu ganz eigene Geschichten haben und dass fast jeder etwas zu der Thematik sagen kann. Wir finden es erschreckend, wie viele davon betroffen sind und sind nicht nur deshalb der Meinung, dass über dieses Thema gesprochen werden sollte. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass man als Kind die eigentlichen Probleme innerhalb der Familie noch gar nicht begreifen und erfassen kann. Dennoch wird man von diesen beeinflusst und erst Jahre später kann man die Erlebnisse rückblickend verarbeiten.

 

WE: Wann und warum habt Ihr mit der Musik angefangen und wie ist Eure Leidenschaft zur Musik entstanden?

Devil May Care: Die Geschichten sind bei uns Vieren ganz unterschiedlich. Uns verbindet aber ein stark ausgeprägtes Interesse an Rock Musik, sodass wir alle bereits früh angefangen haben, uns das Spielen von Instrumenten selbst beizubringen oder Musikunterricht zu nehmen. Auch wenn wir heute nicht immer den gleichen musikalischen Geschmack teilen, finden wir dennoch immer einen gemeinsamen Nenner und die Liebe zur Musik an sich ist ausgeprägter denn je.

WE: Wer ist Eure Zielgruppe?

Devil May Care: Auf unseren Konzerten treffen sich Punker und Bänker, Familien und Teenager, Metaller und Spießer. Wer melodiösen Gesang, poppige Hooks und Emotionen in der Musik mag und dabei nichts gegen verzerrte Gitarren und laute Drums hat, der ist bei uns richtig.

Menschen erreichen

WE: Habt Ihr ein Ziel? Was wollt Ihr mit Eurer Musik erreichen?

Devil May Care: Wir wollen vor allem unsere Gefühle und Gedanken nach Außen tragen und damit im Idealfall so viele Menschen wie möglich erreichen. Natürlich ist Musik da, um gehört zu werden, weshalb wir uns über jeden freuen, der unsere Songs auf Spotify hört oder auf dem nächsten Konzert vorbeikommt. Gerade in der jetzigen Phase ist es schwer als Band zu überleben. Die Liveclubs schließen, Konzerte finden kaum noch statt. Wir sind stolz, dass unsere Fans uns unterstützen, indem sie unsere Pullis tragen, mit unseren Jutebeuteln einkaufen gehen und Shirts in unserem Merch-Shop bestellen.

WE: Warum ist es so wichtig, sich mit derartigen Themen auseinander zu setzen?

Devil May Care: Wir beschäftigen uns immer einerseits mit sehr persönlichen Themen, die einmal uns die Chance geben Geschehnisse zu verarbeiten, meistens aber auch bei anderen ähnliche Emotionen auslösen und damit helfen, eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Andererseits schreiben wir gerne über gesellschaftskritische Themen, wie das politische Geschehen oder vor allem die Umwelt Thematik. Wir finden es wahnsinnig wichtig, sich mit derartigen Themen zu beschäftigen, darauf Aufmerksam zu machen, einen Standpunkt zu vertreten und diesen an Fans weiterzugeben. Das beste Beispiel hierfür sind unsere Beach Cleanups, die wir bereits zwei Mal in Würzburg mit zahlreichen Fans und der Unterstützung von Sea Shapherd umsetzen konnten.

In der neuen Single geht es um Alkoholismus. Foto: Devil May Care.

In der neuen Single geht es um Alkoholismus. Foto: Devil May Care.

Gefühl und Inhalt

WE: Was macht Eure Musik so besonders?

Devil May Care: In jedem unserer Songs steckt viel Gefühl und Inhalt. Das kombiniert mit teilweise harten Gitarrenriffs, Breakdowns und einem für das Genre untypisch melodiösen Gesang erzeugt ein besonderes musikalisches Ergebnis.

WE: Wie kamt Ihr zu Eurem Bandnamen?

Devil May Care: Die Phrase „devil may care“ bedeutet im englischen so viel wie „nach mir die Sintflut“. Da wir uns gerne mit gesellschaftskritischen Themen auseinandersetzen, fanden wir den Ausdruck passend, um auf eine Art „Spiegelbild der Gesellschaft“ anzuspielen. Denn aus dieser Grundhaltung, welche leider viel zu viele Menschen zeigen, entstehen zahlreiche Probleme, mit denen wir heute und vor allem in der Zukunft auf der Erde zu kämpfen haben werden.

Corona-Beschränkungen

WE: Wie sieht es zurzeit aus? Gibt es Einschränkungen aufgrund von Corona?

Devil May Care: Die größte Einschränkung äußert sich für uns sicherlich im Ausfall der Liveszene. Dadurch dass keine Konzerte stattfinden können, wird uns unser natürlicher Lebensraum genommen. Bei Liveshows lernen wir Menschen kennen und Menschen lernen unsere Musik kennen. Auch finanziell sind Auftritte für Bands nicht zu unterschätzen. Wir freuen uns aber sehr, dass wir neues Material auch online mit unseren Hörern teilen können. Hier sind wir vor allem auf die Unterstützung über Instagram, Facebook, Spotify etc. angewiesen. Wer uns folgt, liked und streamt, hilft uns enorm.

WE: Was sind Eure Pläne und Ziele für die Zukunft?

Devil May Care: Für 2021 ist sehr viel geplant. Zum einen freuen wir uns und hoffen, dass die Konzerte, welche dieses Jahr leider nicht stattfinden konnten, nachgeholt werden. Hier wird neben einigen Festivals auch die ein oder andere Clubshow dabei sein und wir freuen uns, einige Städte mit vielen frischen Songs bereisen zu dürfen.

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