Erstes offizielles „Dirtbike-Gelände“ in Würzburg eröffnet

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Katharina Kraus

3. Dezember 2020

Eine Dirtbike-Strecke. Foto: Würzburg Riders e.V.
Dirtbike_Strecke

Eine Dirtbike-Strecke. Foto: Würzburg Riders e.V.

Würzburgs Dirtbiker sehnten diesen Tag schon lange herbei und nach mehrjährigen, aber immer konstruktiven Verhandlungen, war es am 30. November dann endlich so weit: Das erste offizielle Gelände zum Dirtbiken wurde im Dürrbacher Wald eröffnet. Das Dirtbiken ist eine spezielle Disziplin des Mountainbike-Sports bei dem besonders das Springen kombiniert mit diversen Tricks im Mittelpunkt steht.

Einzigartiges Leuchtturmprojekt

Zum ersten Mal wurde ein solches Gelände mitten im Erholungsgebiet Wald ermöglicht und ist damit ein Leuchtturmprojekt weit über die Grenzen Würzburgs hinaus. Dies sei in erster Linie dem außerordentlichen Engagement der Jugendlichen und jungen Menschen zu verdanken, die sich seit Jahren diesem Sport verschrieben haben, betont Würzburgs Sozialreferentin Dr. Hülya Düber.

Wunsch besteht seit 2018

Als im Jahr 2018 eine Gruppe von Jugendlichen an die Stadt Würzburg herantrat, mit dem Wunsch eine Dirtbike-Strecke zu errichten und kurz danach der Würzburg Riders e.V. diese Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterstützte, „hatten wir erst mal wenig Hoffnung dieses Projekt zu realisieren“, so Tim Winkler vom Würzburg Riders e.V. Doch schon die ersten Gespräche mit Christoph Riegert (Forstbetrieb Arnstein der Bayerischen Staatsforsten), Stadtjugendpfleger Andreas Kaiser, Felix Hofmann vom Stadtjugendring und Vertretern der Würzburg Riders, wie auch der engagierten Jugendlichen aus Unterdürrbach, ließen erste Hoffnung keimen.

BUND Naturschutz: Kein illegales Mountainbiking im Wald!

Projekt durch Mut und Kompromisse realisiert

Trotz der Verzögerungen durch die Corona-Pandemie und vielen bürokratischen Hürden ist es nun geschafft: Würzburg hat sein erstes Dirtbike-Gelände, auch wenn die Nutzung aufgrund der nassen Böden erst im nächsten Frühjahr richtig starten kann. Das Projekt konnte nur realisiert werden durch den Mut der Jugendlichen und des Vereins, sich mit dem Forstbetrieb an einen Tisch zu setzen, so Florian Krückel von den Würzburg Riders. Durch Kompromisse aller Beteiligten sowie auch durch ein wechselseitiges Verständnis, konnte dieses Leuchtturmprojekt verwirklicht werden und nach Prüfung der Auswirkungen auf wichtige Waldfunktionen schließlich das Startsignal gegeben werden.

Sport mit 16 Millionen aktiven Fahrern

„Wir freuen uns sehr, ein Angebot für die Mountainbike-Community im Stadtgebiet Würzburg geschaffen zu haben“, so Christoph Riegert und Andreas Kaiser unisono. Im Verlauf des Genehmigungsprozesses hat sich gezeigt, dass es dringlicher als je zuvor ist, Angebote für diesen Sport mit derzeit 16 Millionen aktiven Fahrern zu schaffen. Nicht erst seit der Corona-Pandemie steigen die Verkaufszahlen von (E-)Mountainbikes signifikant. Dadurch entstünden neue Herausforderungen und Ansprüche im Rahmen der Freizeitnutzung innerhalb der Wälder, so die Biker.

Nächste Projekte in Planung

Aus dieser anfänglich bunten Gruppe ist mittlerweile ein fester Zusammenschluss aus Vertretern der Bayerischen Staatsforsten, der Unteren Naturschutzbehörde, des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), Stadt und Landkreis Würzburg, des Würzburg Riders e.V., des Deutschen Alpenvereins wie auch des DIMB -Trainers Michael Herbig entstanden. Die nächsten Projekte seien bereits in Planung, heißt es. Dabei stehen Lenkungskonzepte im Mittelpunkt, die darauf achten, ausreichend große Schonräume für Flora und Fauna zu erhalten, Konflikte zwischen unterschiedlichen Freizeitnutzern zu vermeiden und dabei auch den lange vernachlässigten MTB-Sport zu berücksichtigen.

Regeln einhalten ist wichtig

Letztere werden sich zukünftig in einer in Gründung befindlichen DIMB (Deutsche Initiative Mountainbike) Ortsgruppe Würzburg organisieren. „Es zeigt sich an diesem ersten Projekt, dass eine konstruktive Zusammenarbeit für alle Beteiligten Vorteile und Möglichkeiten der Lenkung mit sich bringt“, so Elfie Raunecker (AELF) und blickt zufrieden auf die gelungene Netzwerkarbeit ihres Amtes. „Wichtig ist es dabei für alle Seiten, dass gewisse Regeln eingehalten werden“, schließt sich Christoph Riegert an. Im Winter entstehe daher ein Konzept der Beschilderung wie auch eine Aufklärungskampagne, die den Mountainbikern die Trailrules der DIMB in Erinnerung rufen sollen.

Umweltschutz selbstverständlich

Um auch die Bedeutung des Umweltschutzes zu unterstreichen, war es für die MTB-Community selbstverständlich, eine gemeinsame Aufforstung von Ausgleichsflächen in örtlicher Nähe zu dem Gelände zu unterstützen. „Den Raum zu pflegen, in dem wir unseren Sport betreiben, ist für uns eine Selbstverständlichkeit“, so Hans Meyer vom Würzburg Riders e.V.

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