Psychische Krankheiten: Vanessa bricht mit Fotoprojekt Tabuthema
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Würzburg erleben
8. Dezember 2020

Vanessa aus Würzburg hat das Fotoprojekt "(Über)leben mit psychischen Erkrankungen" ins Leben gerufen. Foto: Vanessa Hauke
„Und trotzdem ist es in unserer Gesellschaft noch ein Tabuthema.“ Vanessa aus Würzburg hat jahrelang mit psychischen Erkrankungen gelebt und letztendlich den Weg raus geschafft. Mit ihrem Fotoprojekt „(Über)leben mit psychischen Erkrankungen“ möchte sie anderen Erkrankten das Gefühl geben, verstanden zu werden und das Thema für alle verständlich machen. Im Interview verrät sie noch mehr über das Entstehen des Projekts und die Messages dahinter.
Gedanken und Gefühle in Fotos verarbeiten
Würzburg erleben (WE): Stell Dich doch mal kurz vor!
Vanessa: Ich heiße Vanessa, bin 24 Jahre alt und meine große Leidenschaft ist die Fotografie. Würzburg ist meine Heimatstadt. Ich wurde hier geboren und lebe nun im Landkreis Würzburg. Seit circa drei Jahren arbeite ich an meinem Projekt „(Über)leben mit psychischen Erkrankungen“.

Mit den Bildern drückt Vanessa Gefühle aus. Fotos: Vanessa Hauke
WE: Wie bist Du auf die Idee gekommen? Und wie setzt Du Deine Ideen um?
Vanessa: Ich habe jahrelang mit psychischen Erkrankungen gelebt, besser gesagt überlebt. Als ich mit der Fotografie anfing, dachte ich mir, könnte ich doch ein paar Gedanken und Gefühle aus dieser Zeit in Fotos verarbeiten. Und so wurde das Projekt geboren. Ich habe oft sehr viele Ideen im Kopf und setz alle nach und nach um. Ich suche passende Models, die mit mir zusammenarbeiten möchten und die hinter meinem Projekt stehen. Ich suche die perfekte Location für das Bild. Oft fällt mir aber auch spontan beim Fotografieren noch eine Idee ein.
WE: Wo kann man sich Deine Bilder ansehen?
Vanessa: Meine Bilder kann man momentan auf meinem Instagram Account @storytelling_arts anschauen. Allerdings bin ich da momentan nicht so aktiv. Durch die Corona-Zeit finde ich leider kaum noch Models und die Zeit fehlt mir oft, meine neuen Ideen umzusetzen.
Psychische Erkrankungen besser verstehen

Mit den Bildern drückt Vanessa Gefühle aus. Fotos: Vanessa Hauke
WE: Was ist der Zweck Deines Fotoprojektes? Was möchtest Du damit erreichen?
Vanessa: Meine Fotos habe ich anfangs eigentlich nur für mich gemacht aber dann dachte ich mir: Warum sollte ich sie nicht der Welt zeigen? Es sind gute Fotografien und die Botschaft dahinter ist sehr wichtig. So viele Menschen leiden an psychischen Erkrankungen. Und trotzdem ist es in unserer Gesellschaft noch ein Tabuthema. Und trotzdem wird nur ungern darüber gesprochen. Manchmal wirst du als Betroffene einfach verurteilt, du wirst nicht verstanden, nicht ernst genommen.
WE: Warum sollte man Deiner Meinung nach mehr auf dieses Thema aufmerksam machen?
Vanessa: Durch meine Fotos kann man einen kleinen Einblick in die Gefühlswelt der Erkrankten werfen. Betroffene fühlen sich verstanden und andere können sich vielleicht ein bisschen besser in uns reinversetzen. Denn wenn man ehrlich ist, sind psychische Erkrankungen oft wirklich nicht gut zu verstehen. Viele kämpfen jahrelang mit ihrer Psyche und manche schaffen es nie da raus. Ich bin ein Beweis dafür, dass man es schaffen kann und das gibt vielleicht ein bisschen Hoffnung.

