Erstversorgung nach Verletzung – So schützt man sich
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15. Januar 2021

Wie weit reicht die Erste Hilfe aus und ab wann muss ein Arzt gerufen werden? Foto: Papay Landois GmbH
Ein Ausrutscher beim Gemüseschneiden oder ein Stolpern im schnellen Lauf – eine Wunde an der Haut hat man sich schnell zugezogen. Eines ist dabei allen Verletzungen gemeinsam: Bestimmte Regeln und Strukturen in der Wundversorgung können helfen, größerem Schaden zu entgehen und die Heilung zu beschleunigen.
Was ist die Wundversorgung?
Die Wundversorgung bezeichnet die Behandlung aller Verletzungen an der Haut. Ihr Ziel ist dabei, die Blutung zu stoppen und die Wunde zu kontrollieren, bis – falls notwendig – ein Arzt kommt. Dabei wird die Wundversorgung in „definitiv“, also durch den Arzt und „provisorisch“, auch genannt Erste Hilfe, unterteilt.
Die Erste Hilfe bei äußeren Verletzungen umfasst unter anderem:
- die Blutstillung, zum Beispiel durch Kompressen,
- das sterile Abdecken der Wunde mit Auflagen und Verbänden,
- die Schmerzbekämpfung und
- die Ruhigstellung verletzter Gliedmaßen durch Schienen und Hochlagerung.
Verschiedene Kriterien können dabei helfen, die Frage zu klären, ob sich ein Arzt die Wunde ansehen sollte oder ob die Erste Hilfe ausreichend ist. Wenn die Wunde stark blutet, genäht werden muss oder durch einen Tierbiss entstanden ist, sollte immer ein Arzt gerufen werden. Das Gleiche gilt, wenn der Tetanusschutz des Betroffenen älter als acht Jahre ist oder der Patient sich schwach und blass zeigt.
Erste Schritte: Desinfektion von Wunden
Jede offene Wunde muss als Erstes desinfiziert werden, beispielsweise mit einer passenden Lösung oder Salbe aus der Apotheke. Wenn solche Mittel nicht vorhanden sind, können die kleinen Wunden auch mit sauberem Wasser vorsichtig ausgewaschen und mit einem fusselfreien Baumwolltuch abgetupft werden. Steinchen können sanft mit einer Pinzette entfernt werden, tiefer eingedrungene Fremdkörper sollte man lieber in Ruhe lassen. Diese können Gefäße verletzt haben, um die sich ein Arzt kümmern muss.
Wenn die Wunde zu stark blutet, ist die Blutstillung wichtiger als die Desinfektion. Die Verletzung deckt man dazu mit einer sterilen Kompresse ab, die in jedem Erste-Hilfe-Set zu finden ist. Mit einem stabilen Objekt wird die Kompresse fixiert, eine elastische Binde schließt den Kompressionsverband ab. Vorsicht: Wenn sich die Nägel des Patienten bläulich verfärben, ist der Verband zu fest und schnürt die Blutversorgung ab.
Die Blutstillung durch Pflaster und Verbände
Wenn mehr als die oberste Hautschicht verletzt ist oder die Verletzung stark blutet, sollte man die Wunde mit einem Pflaster oder Verband abdecken. Das Gleiche gilt bei Blasenbildung: Der Verband schützt vor weiterem Druck, damit die Blase nicht platzt. Auch, wenn man eine Wundsalbe auftragen möchten, ist ein Pflaster hilfreich. Pflaster sind nur für kleinere, wenig blutende Verletzungen geeignet. Größere Wunden erfordern einen Verband. Eine Schürfwunde sollte generell nicht mit Kompressen oder Verbänden abgedeckt werden, denn es besteht die Gefahr, dass sie mit dem Stoff verklebt. Vor dem Auflegen eines Pflasters sollte sichergestellt werden, dass die Bereiche der Haut, an denen später die Klebeflächen sitzen, trocken sind. Das Wundkissen darf nicht mit den Fingern berührt werden, denn es muss steril bleiben. Wenn die Wunde trotz Pflaster und Verband nicht aufhört zu bluten, können die betroffene Körperstelle hochgelagert, ein Druckverband angelegt und der Notdienst gerufen werden.

