Von Peru nach Viernheim: Triathletin Lea im Interview
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Würzburg erleben
28. Januar 2021

Lea in der Triathlon-Disziplin „Laufen". Foto: Lea Cagol
Schwimmen, Radfahren und am Ende noch Laufen – alle, die bereits beim Lesen ins Schwitzen kommen, sollten vermutlich keinen Triathlon absolvieren. Die 24-jährige Lea Cagol macht dies schon seit Jahren, ab 2021 sogar in der Bundesliga. Die gebürtige Karlsruherin studiert Zahnmedizin in Würzburg und betreibt „nebenbei“ noch die Leistungssportart Triathlon. Wieso Peru den Grundstein dafür gelegt hat, was sie an Würzburg besonders schätzt und wie sie das Studium mit Training und Wettkämpfen vereint, erzählt sie uns im Interview.
Durchs FSJ zur Triathletin
Würzburg erleben (WE): Du hast durch ein FSJ in Peru Triathleten kennengelernt und noch vor Ort deinen ersten Triathlon absolviert. Wie war das Gefühl danach, nach dem ersten Triathlon?
Es war super! Ohne meine Freunde in Peru wäre es wahrscheinlich nie dazu gekommen. Sie haben mir alles geliehen, was man für einen Triathlon-Wettkampf braucht.
Das Schwimmen fand im Pazifik statt. An diesem Tag war hoher Wellengang und ziemlich starke Strömung, das hat erstmal viel Kraft gekostet. Ich hatte damals nur ein Mountainbike und beim Radfahren haben mich alle mit den Rennrädern überholt. Es hat trotzdem mega viel Spaß gemacht, auch wenn ich es am Anfang als relativ „stressig“ empfand, drei Sportarten so schnell hintereinander zu absolvieren.
WE: War dir damals schon klar, dass es nicht bei einem bleiben wird?
Vor meinem ersten Triathlon bin ich eigentlich ausschließlich geschwommen, ab und zu bin ich auch mal laufen gegangen. Ich habe mich dann überreden lassen, bei einem Triathlon-Wettkampf mitzumachen. Das hat mir letztendlich so viel Spaß gemacht, dass ich wusste, es wird nicht bei diesem einen Triathlon bleiben.
Leidenschaft Triathlon
WE: Was begeistert dich so sehr an dieser Sportart?
Ich würde sagen, die Abwechslung macht’s. Dadurch, dass es eine Kombination aus drei Sportarten ist, wird das Training nie langweilig und der Wettkampf natürlich auch nicht.
Wenn zum Beispiel das Schwimmen nicht so gut läuft, hat man immer noch die Möglichkeit, durch Radfahren und Laufen auszugleichen, so ist das Rennen nicht schon nach einer schlechten Disziplin gelaufen.
WE: Welche ist deine Lieblingsdisziplin beim Triathlon und warum?
Im Training auf jeden Fall das Schwimmen. Wir haben hier in Würzburg eine tolle Trainingsgruppe, da macht das Training immer viel Spaß. Im Wettkampf allerdings mag ich das Laufen lieber, weil man beim Schwimmen im See immer Schläge von Händen und Füßen anderer abbekommt.

Lea beim Radfahren. Foto: Lea Cagol
Studentin und Leistungssportlerin
WE: Neben dem Training und den Wettkämpfen studierst du auch noch Zahnmedizin: Wie schaffst du es, alles unter einen Hut zu kriegen?
Manchmal ist es nicht ganz einfach, da die Uni viel Zeit in Anspruch nimmt. Allerdings brauche ich den sportlichen Ausgleich, um zum Beispiel einen anstrengenden und manchmal auch nervigen Unitag abzuschließen. Wenn ich dann abends Sport gemacht habe, geht es mir viel besser. Mit Sicherheit habe ich weniger Zeit für das Training als bei weniger verschulten Studiengängen, aber so ist das nun mal.
WE: Du kommst ursprünglich aus Karlsruhe, studierst aber in Würzburg: Wie kam es dazu und was gefällt dir am besten in/an Würzburg?
Es war Zufall, dass ich einen Studienplatz in Würzburg bekommen habe. Es war gar nicht meine erste Priorität. Aber im Nachhinein bin ich sehr froh, hier gelandet zu sein. Die Trainingsbedingungen sind optimal und die Stadt gefällt mir sehr gut. Vor allem im Sommer liebe ich es, die heißen Tag am Main zu verbringen. Auch die Umgebung mit den Weinbergen ist sehr schön und sehenswert.
Bundesliga und persönliche Ziele
WE: Dieses Jahr unterstützt du das Triathlon-Bundesliga-Team in Viernheim. Strebst du aktuell eine hauptberufliche Karriere an oder liegt der Fokus auf dem Studium?
Der Fokus liegt zurzeit eindeutig auf dem Studium. Das Zahnmedizin-Studium ist sehr verschult, meist herrscht Anwesenheitspflicht und das frisst sehr viel Zeit. Das Training baue ich drum herum ein, aber die Uni hat immer Vorrang. Den Sport betreibe ich hauptsächlich, weil es mir sehr viel Spaß macht und ein guter Ausgleich zum Unialltag ist.
WE: Hast du ein persönliches Ziel, das du als Triathletin unbedingt noch erreichen möchtest?
Ein langfristiges Ziel habe ich mir bisher nicht gesteckt. Ich will mich erstmal auf die Bundesliga konzentrieren und dort mehr Wettkampferfahrung sammeln. Schön wäre es, wenn eine Einzelplatzierung in den Top 20 rauskommen würde und natürlich ein gutes Teamergebnis mit den Viernheimern.

