Sicherheitsbilanz 2020 für das Stadtgebiet Würzburg

Anzeige

Katharina Kraus

5. Mai 2021

Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt in der Augustinerstraße. Foto: Pascal Höfig
Polizei_Wuerzburg

Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt in der Augustinerstraße. Foto: Pascal Höfig

Kriminalitätsentwicklung, Tatverdächtige, Einsatzgeschehen: Jedes Jahr stellt die Polizei dazu Daten und Fakten zusammen. Jetzt informiert die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt für das Jahr 2020 in ihrer umfangreichen Sicherheitsbilanz.

Aufklärungsquote von 70,4 Prozent

Im letzten Jahr wurden im Einsatzleitsystem der Bayerischen Polizei rund 27.700 Einsätze für den Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt registriert. Daraus resultierten insgesamt 9.138 Strafanzeigen, die von der Polizei im Stadtgebiet Würzburg aufgenommen wurden. Von diesen Straftaten konnten 6.503 Fälle aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 71,2 Prozent entspricht. Bereinigt um die sog. ausländerrechtlichen Verstöße beträgt die Aufklärungsquote für das Stadtgebiet Würzburg 70,4 Prozent (Bayern insgesamt: 66,4 Prozent).

Sicherheitsbilanz 2019

Insbesondere vor dem Hintergrund von Zusatzbelastungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, wie z. B. der Betreuung nahezu täglich stattfindender Versammlungslagen sowie der Überwachung der Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, ist das ein hervorragendes Ergebnis.

Kriminalitätsrate gesunken

Betrachtet man die tatsächliche Kriminalitätsbelastung in Würzburg, so entfallen (ohne die ausländerrechtlichen Verstöße) auf 100.000 Einwohner 6.958 Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine erfreuliche Abnahme um 7,8 Prozent in der Kriminalitätshäufigkeit.

Aufklärungsquote im Stadtgebiet Würzburg. Grafik: Polizei Würzburg-Stadt

Aufklärungsquote im Stadtgebiet Würzburg. Grafik: Polizei Würzburg-Stadt

Straftaten: Niedrigster Stand der Fallzahlen

Insgesamt registrierte die Polizei in Würzburg im Jahr 2020 816 Straftaten weniger als noch 2019. Damit konnte der niedrigste Stand der Fallzahlen der letzten zehn Jahre erreicht werden. In annähernd allen Deliktsbereichen sind die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr teilweise sogar deutlich gesunken. Beispielsweise bei den Rohheitsdelikten (Anm.d.Red.: Körperverletzungsdelikt), den Diebstahlsdelikten sowie den Rauschgiftdelikten belaufen sich die Rückgänge auf bis zu 22 Prozent. Zu einem Anstieg der Fallzahlen kam es u. a. bei den Straftaten gegen das Leben sowie gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Wohnungseinbrüche leicht gestiegen

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche stieg nach Rückgängen in den Vorjahren leicht auf 53 Straftaten an. Gleichzeitig konnte aber die Aufklärungsquote um 17 Prozentpunkte auf nun rund 38 Prozent gesteigert werden. Obwohl die Wohnungseinbrüche mit nur 0,6 Prozent lediglich einen ganz geringen Anteil an der Gesamtkriminalität ausmachten, beeinträchtigen gerade diese Fälle das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung immens. Aus diesem Grund setzte die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt ihre gezielten Kontrollmaßnahmen zur Bekämpfung der Wohnungseinbrüche konsequent fort.

Einbrecher am Werk: Die unbekannten Täter machten große Beute. Symbolbild: Pascal Höfig

Einbrecher am Werk. Symbolbild: Pascal Höfig

Tatverdächtige größtenteils unter 21 Jahre

Insgesamt konnte die Polizei 4.485 Tatverdächtige (Vorjahr: 4.842) ermitteln, wovon 79 Prozent männlich und 21 Prozent weiblich waren. Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug 1.691 (Vorjahr: 1.714), was einem Anteil von 37,7 Prozent entspricht. Nach wie vor sind die unter 21-Jährigen (gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil von 16,1 Prozent) mit rund 23 Prozent aller Tatverdächtigen überproportional bei der Begehung von Straftaten vertreten.

Delikte nach Altersgruppen. Grafik: Polizei Würzburg-Stadt

Delikte nach Altersgruppen. Grafik: Polizei Würzburg-Stadt

Jugendliche (bis 18 Jahre) sind bei Diebstahlsdelikten, gefolgt von Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz am häufigsten strafrechtlich aufgefallen. In der Gruppe der Heranwachsenden (18 bis 21-Jährige) wurden mit 156 Straftaten die meisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert. Gut 14 Prozent (2019: 15,2 Prozent) aller Tatverdächtigen standen bei der Tatausführung unter Alkoholeinfluss.

Über 460 Einsätze im Stadtgebiet

Im Jahr 2020 hatte die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt eine Vielzahl von anspruchsvollen Einsatzlagen außerhalb des alltäglichen Dienstes zu bewältigen. Bei insgesamt 462 Einsätzen im Stadtgebiet waren unter Führung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt in der Summe 4.840 Polizeibeamte aus Unterfranken, von benachbarten bayerischen Polizeidienststellen und der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingesetzt.

Die Zahl der Versammlungen unter freiem Himmel stieg im Vergleich zum Vorjahr, trotz zeitweise verhängten Versammlungsverbotes im März 2020, nochmals an. Insgesamt kam es zu 254 öffentlichen Versammlungen (2019: 209). Thematischer Schwerpunkt war in der Regel die Kritik an Corona-Maßnahmen bzw. die Leugnung der Pandemie, einschließlich daraus resultierender Gegenproteste.

Pandemiebedingt wenige Veranstaltungen

Im Kontext mit der Pandemie kam es zu einem erheblichen Rückgang bei sonstigen Veranstaltungen (z. B. Volksfeste, Faschingsveranstaltungen, Weihnachtsmarkt, Weinfeste, Konzerte etc.). Insgesamt fanden nur 30 derartige Anlässe im Stadtgebiet Würzburg statt. Diese Anzahl lag in den Vorjahren noch bei rund 150. Zu den weiteren Aufgaben der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt zählt die Begleitung und Absicherung von sportlichen Ereignissen. Ebenfalls Pandemie-bedingt kam es mit nur 41 Sportveranstaltungen zu einer deutlichen Abnahme in diesem Bereich (Vorjahr: 77).

Gewalt gegen Polizeibeamte

88 Tatverdächtige haben 2020 in Würzburg körperliche und/oder verbale Gewalt gegen Polizeibeamte ausgeübt, rund 68 Prozent der Tatverdächtigen standen dabei unter dem Einfluss berauschender Mittel. Die Zahl der geschädigten Polizeibeamten ist mit 281 leicht gesunken. Die Zahl der bei der Dienstausübung verletzten Polizeibeamten lag im Stadtgebiet Würzburg bei 35 Beamten (2019: 61). Am häufigsten werden Polizisten im Dienst Opfer von tätlichen Angriffen sowie Beleidigungen.

Wichtige Präventionsarbeit

Neben der Bekämpfung von Straftaten setzt die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt einen besonderen Akzent auf Prävention. Diese Umsetzung erfolgt über unterschiedliche Formate, um zielgerichtet eine möglichst große Anzahl potenzieller Opfer zu erreichen und hinsichtlich der Thematiken zu sensibilisieren. Auch die Arbeit an Schulen genießt bei der Präventionsarbeit einen hohen Stellenwert. Die Schulverbindungs- und Jugendbeamten sind dort ständige Ansprechpartner und waren auch im vergangenen Jahr im Rahmen von Seminaren oder Unterrichten, u. a. mit den Themenschwerpunkten Rauschgift-, Gewaltprävention und Zivilcourage vor Ort.

Verkehrsbilanz für 2020

Neben den Straftaten werden in der Bilanz für das Jahr 2020 auch Zahlen und Fakten über die Verkehrsunfälle & Co. aufgeführt. Im Jahr 2020 ereigneten sich auf Würzburgs Straßen insgesamt 5.088 Verkehrsunfälle. Damit bewegen sich die Unfallzahlen weit unter dem Niveau der Vorjahre und erreichten den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Leider ereigneten sich aber auch wieder zwei tödliche Verkehrsunfälle.

Hauptunfallursache 2020. Grafik: Polizei Würzburg-Stadt

Hauptunfallursache 2020. Grafik: Polizei Würzburg-Stadt

Bei den 5.088 Unfällen wurden insgesamt 621 Personen verletzt, was einem Rückgang von 14,6 Prozent entspricht. Bei Betrachtung der Altersstruktur der Unfallverursacher fällt die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahre besonders auf. Diese jungen Fahranfänger sind mit einem Anteil von 16 Prozent überproportional an allen schweren Verkehrsunfällen im Stadtgebiet beteiligt. Erfreulicherweise gingen die Fallzahlen bei den alkoholbedingten Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr deutlich zurück. Zu einem Anstieg kam es jedoch bei den Radfahrunfällen. Insgesamt 242 Mal waren Radfahrer an Verkehrsunfällen beteiligt, von denen 195 verletzt wurden. In 142 Fällen wurden die Radfahrer als Unfallverursacher geführt.

#KopfEntscheidung: Präventionskampagne für Radeln nur mit Helm

Im Jahr 2020 wurden im Stadtgebiet Würzburg zwei Unfallhäufungspunkte festgestellt. Zum einen erneut der Berliner Platz zum anderen der Kreuzungsbereich Waltherstraße/ Rottendorfer Straße.Werden mindestens fünf Unfälle desselben Typs registriert (z.B. Abbiegeunfall, Vorfahrtsunfall), spricht man von einem Unfallhäufungspunkt.

Anzahl an Fuß- und Fahrradstreifen erhöht

Der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt ist es ein besonderes Anliegen eine sichtbare und ansprechbare Polizei im städtischen Bereich zu sein. Daher wurde die Anzahl an uniformierten Fuß- und Fahrradstreifen im Jahr 2020 bereits deutlich erhöht. Fragen, Anliegen bzw. Mitteilungen über Sicherheits- bzw. Ordnungsstörungen können im direkten Gespräch thematisiert werden. Bereits im Juli 2020 führte die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt einen Präsenz- und Kontakteinsatz im gesamten Stadtgebiet durch. Uniformierte Fußstreifen waren an neuralgischen Punkten wie der Fußgängerzone, den Ringparkanlagen sowie den Mainwiesen unterwegs und führten zahlreiche Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern. Vergleichbare Schwerpunktaktionen sind auch für das Jahr 2021 bereits fest eingeplant.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt.

Banner2
Topmobile2