So sicher ist Würzburg: Die Sicherheitsbilanz für das Stadtgebiet
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Katharina Kraus
24. Mai 2022

Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt in der Augustinerstraße. Foto: Pascal Höfig
Kriminalitätsentwicklung, Tatverdächtige, Einsatzgeschehen: Jedes Jahr stellt die Polizei dazu Daten und Fakten zusammen. Jetzt informiert die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt für das Jahr 2021 in ihrer umfangreichen Sicherheitsbilanz.
Hervorragende Aufklärungsquote
Im Jahr 2021 wurden im Einsatzleitsystem der Bayerischen Polizei rund 28.300 Einsätze für den Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt registriert. Daraus resultierten insgesamt 7.873 Strafanzeigen, die von der Polizei im Stadtgebiet Würzburg aufgenommen wurden. Von diesen Straftaten konnten 5.743 Fälle aufgeklärt werden, was einer hervorragenden Aufklärungsquote von 72,9 Prozent entspricht. Bereinigt um die sogenannten ausländerrechtlichen Verstöße beträgt die Aufklärungsquote für das Stadtgebiet Würzburg 71,7 Prozent (Bayern insgesamt: 66,9 Prozent).
Insbesondere vor dem Hintergrund von Zusatzbelastungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, wie z. B. der Betreuung nahezu täglich stattfindender Versammlungslagen sowie der Überwachung der Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, ist das ein hervorragendes Ergebnis, so die Polizei.
Deutlicher Rückgang von Straftaten
Betrachtet man die tatsächliche Kriminalitätsbelastung in Würzburg, so entfallen (ohne die ausländerrechtlichen Verstöße) auf 100.000 Einwohner 5.932 Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine erfreuliche Abnahme um 14,7 Prozent in der Kriminalitätshäufigkeit.
Insgesamt registrierte die Polizei in Würzburg im Jahr 2021 1.265 Straftaten weniger als noch 2020. Damit konnte der niedrigste Stand der Fallzahlen der letzten zehn Jahre erreicht werden. In annähernd allen Deliktsbereichen sind die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr teilweise sogar deutlich gesunken.
Niedrigster Stand der Wohnungseinbrüche seit zehn Jahren
Die Anzahl der Wohnungseinbrüche konnte erfreulicherweise auf nun 25 Straftaten halbiert werden. Das bedeutet, dass im Jahr 2021 so wenige Menschen wie die letzten zehn Jahre nicht mehr, Opfer eines Wohnungseinbruchdiebstahls wurden. Obwohl die Wohnungseinbrüche mit nur 0,3 Prozent lediglich einen ganz geringen Anteil an der Gesamtkriminalität ausmachten, beeinträchtigen gerade diese Fälle das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung immens. Aus diesem Grund setzt die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt auch weiterhin ihre gezielten Kontrollmaßnahmen zur Bekämpfung der Wohnungseinbrüche konsequent fort.

Einbrecher am Werk. Symbolbild: Pascal Höfig
4.092 Tatverdächtige ermittelt
Insgesamt konnte die Polizei 4.092 Tatverdächtige (Vorjahr: 4.485) ermitteln, wovon rund 79 Prozent männlich und 21 Prozent weiblich waren. Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug 1.707 (Vorjahr: 1.691), was einem Anteil von 41,7 Prozent entspricht. Bereinigt man die Gesamtzahl der Tatverdächtigen um diejenigen, die lediglich ausländerrechtliche Verstöße begangen haben, so beträgt der Anteil der Nichtdeutschen mit 1.382 noch 33,8 Prozent.
Nach wie vor sind die unter 21-Jährigen (gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil von 16,2 Prozent) mit rund 22 Prozent aller Tatverdächtigen überproportional bei der Begehung von Straftaten vertreten. Jugendliche (bis 18 Jahre) sind bei Diebstahlsdelikten, gefolgt von Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz am häufigsten strafrechtlich aufgefallen. In der
Gruppe der Heranwachsenden (18 bis 21-Jährige) wurden mit 136 Straftaten die meisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert. Gut 11 Prozent (2020: 14,1 Prozent) aller Tatverdächtigen standen bei der Tatausführung unter Alkoholeinfluss.
Viele anspruchsvolle Einsatzlagen
Im Jahr 2021 hatte die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt eine Vielzahl von anspruchsvollen Einsatzlagen außerhalb des alltäglichen Dienstes zu bewältigen. Bei insgesamt 603 Einsätzen (Vorjahr: 462) im Stadtgebiet waren unter Führung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt in der Summe 5.530 Polizeibeamte aus Unterfranken, von benachbarten bayerischen Polizeidienststellen und der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingesetzt. Die Zahl der Versammlungen unter freiem Himmel stieg im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich an. Insgesamt kam es zu 360 öffentlichen Versammlungen (2020: 254). Thematischer Schwerpunkt war in der Regel die Kritik an Corona-Maßnahmen bzw. die Leugnung der Pandemie, einschließlich daraus resultierender Gegenproteste.
Viele Versammlungen, wenig Veranstaltungen
Vor dem Hintergrund der Bundestagswahl im September 2021 kamen diverse weitere politisch motivierte Versammlungen und damit verbundene Protestaktionen hinzu, deren ordnungsgemäße und friedliche Durchführung im Sinne der im Grundgesetz verankerten Meinungs- und Versammlungsfreiheit gewährleistet wurde. Im Kontext mit der Pandemie blieb die Anzahl der sonstigen Veranstaltungen (z. B. Weihnachtsmarkt, Volksfeste, Africa-Festival, Faschingsveranstaltungen, Weinfeste, Konzerte etc.) weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Insgesamt fanden nur 67 derartige Anlässe im Stadtgebiet Würzburg statt. Vor Pandemiebeginn lag diese Zahl regelmäßig bei rund 150.
Zu den weiteren Aufgaben der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt zählt die Begleitung und Absicherung von sportlichen
Ereignissen. Ebenfalls Pandemie-bedingt kam es nur zu 76 Sportveranstaltungen.

Immer wieder kommt es zu Protesten gegen Corona-Maßnahmen am Unteren Markt. Foto: Patty Varasano
Gewalt gegen Polizeibeamte
67 Tatverdächtige haben 2021 in Würzburg körperliche und/oder verbale Gewalt gegen Polizeibeamte ausgeübt. Etwa jeder zweite Tatverdächtige stand bei der Gewaltausübung unter dem Einfluss berauschender Mittel. Die Zahl der geschädigten Polizeibeamten nahm zwar insgesamt gegenüber den Vorjahren ab, die Anzahl der während der Dienstausübung verletzten Beamten stieg hingegen um drei Fälle auf nun 38 an. Am häufigsten werden Polizisten im Dienst Opfer von Beleidigungen sowie tätlichen Angriffen.
Prävention als wichtiger Baustein
Neben der Bekämpfung von Straftaten legt die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt größten Wert auf Prävention. Deren Umsetzung erfolgt über unterschiedliche Formate, um zielgerichtet eine möglichst große Anzahl potentieller Opfer zu erreichen und hinsichtlich der Thematiken zu sensibilisieren. Gerade die Arbeit an Schulen genießt bei der Präventionsarbeit einen hohen Stellenwert.
Verkehrsbilanz 2021: zwei tödliche Unfälle
Im Jahr 2021 ereigneten sich auf Würzburgs Straßen insgesamt 5.018 Verkehrsunfälle. Damit bewegen sich die Unfallzahlen leicht unter dem Vorjahresniveau und erreichten den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Leider ereigneten sich aber auch wieder zwei tödliche Verkehrsunfälle. Bei den 5.013 Unfällen wurden insgesamt 661 Personen verletzt, was einem leichten Anstieg entspricht.
#KopfEntscheidung: Präventionskampagne für Radeln nur mit Helm
Bei Betrachtung der Altersstruktur der Unfallverursacher fällt die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahre erneut besonders auf. Diese jungen Fahranfänger sind mit einem Anteil von 18 Prozent überproportional an allen schweren Verkehrsunfällen im Stadtgebiet beteiligt. Die Fallzahlen bei den alkoholbedingten Verkehrsunfällen stieg im Vergleich zu 2020 leicht an. Zu einer Abnahme kam es bei den Radfahrunfällen. Insgesamt 225 Mal waren Radfahrer an
Verkehrsunfällen beteiligt, von denen 191 verletzt wurden. In 138 Fällen wurden die Radfahrer als Unfallverursacher geführt.

LED-Warnung „Unfall“ der Polizei. Foto: Pascal Höfig
Ansprechbare und bürgernahe Polizei
Der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt legt neben den Pflichtaufgaben ein besonderes Augenmerk darauf, als eine sichtbare und ansprechbare Polizei im städtischen Bereich wahrgenommen zu werden. Gerade ein Vorfall wie das Messerattentat am Barbarossaplatz ist leider geeignet, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig negativ zu beeinflussen.
Das schnelle Einschreiten der Polizei hat deutlich gemacht, dass die polizeiliche Präsenz in der Stadt eine schnelle Reaktion erlaubt. Durch uniformierte und ansprechbare Fuß- und Fahrradstreifen kann diese Präsenz auch für die Bevölkerung dargestellt werden. Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt führt jährlich sogenannte Präsenz- und Kontakteinsätze im
Stadtgebiet Würzburg durch. Uniformierte Fuß- und Fahrradstreifen sind an neuralgischen Punkten wie der Fußgängerzone, den Ringparkanlagen sowie den Mainwiesen unterwegs und führen Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern. Neben diversen Informationsständen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten weckt bei diesen Schwerpunktaktionen, insbesondere eine berittene Polizeistreife das Interesse der Passanten.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt.

