Vom Hobby zum Beruf: Würzburger Studentin über ihre Selbstständigkeit
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Würzburg erleben
19. Oktober 2022

Charlotte Krautwurst hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Foto: Charlotte Krautwurst
Sich neben dem Studium noch etwas dazuverdienen, machen viele Studierende – meist handelt es sich um Tätigkeiten in Restaurants, in Supermärkten oder aber Werkstudentenjobs. Charlotte Krautwurst, Studentin in Würzburg, hat hierbei aber etwas gefehlt. Deshalb hat sie einfach ihr Hobby zum Beruf gemacht und ein Nebengewerbe angemeldet. Seit 2020 stellt die nun Würzburgerin Schmuck, Schlüsselanhänger, Kerzen und viele andere Dinge selbst her. Verkauft werden die Produkte auf Flohmärkten und ihrer Internetseite. Wie sie zu ihrer Selbstständigkeit kam und ob ihr der Nebenjob finanziell zum Leben reicht, hat sie uns in einem Interview verraten.
Würzburg erleben (WE): Erzähl doch mal etwas über Dich: Wer bist Du? Was machst Du? Was verbindet Dich mit Würzburg?
Charlotte: Mein Name ist Charlotte Krautwurst, ich bin 20 Jahre alt und vor knapp zwei Jahren bin ich hier nach Würzburg gezogen. Ich studiere seitdem Gymnasiallehramt für Deutsch und Ethik und habe mich vor 1 1/2 Jahren dazu entschieden, mein Hobby zum Beruf zu machen. Für mich war Würzburg direkt meine erste Wahl, da mein Freund hier studiert und ich mich in ersten Gesprächen mit der Uni Würzburg und den zahlreichen Studienangeboten direkt hier wohlgefühlt habe.
WE: Was genau stellst Du her?
Charlotte: Anfangs habe ich nur Stoffbeutel bedruckt und mich etwas mit dem Prozess der Schmuckherstellung auseinandergesetzt. Das war aber eher so mein Hobby. Nach und nach habe ich meinen Horizont dann erweitert mit Schlüsselanhängern und Kerzen. Seit ca. einem Jahr befasse ich mich mit Edelsteinen und Heilsteinen und habe dahingehend angefangen, diese in meine Produkte einzuarbeiten.
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WE: Machst Du das alles alleine oder hast Du Hilfe?
Charlotte: Größtenteils arbeite ich an meinen Produkten alleine, aber mein Freund oder meine Mama greifen mir doch ab und zu unter die Arme. Seit kurzem habe ich mein eigenes Büro, um die ganzen Herstellungsprozesse etwas von meinem privaten Leben zu trennen.
WE: Ist das eher Dein Hobby oder machst Du das hauptberuflich?
Charlotte: Angefangen hat es 2020 als Hobby und ist bis heute so weit gewachsen, dass ich es nebenberuflich zu meinem Studium mache. Ich könnte aber noch nicht eigenständig davon leben, weswegen mein Studium ein guter Ausgleich für die Zukunft ist.
WE: Studierst Du noch? Wenn ja, wie kannst Du das mit Deiner Selbstständigkeit vereinbaren?
Charlotte: Ja, ich studiere mittlerweile im 4. Semester Lehramt. Als ich angefangen habe, haben wir tief in der Pandemie gesteckt. Durch die ganzen Online Kurse war ich viel zu Hause und konnte nebenbei meine Bestellungen abwickeln. Zurzeit versuche ich meinen Stundenplan so zu legen, dass ich 1-2 Tage pro Woche komplett frei für mein Business habe. Durch mein Lehramtsstudium ist es mir zum Glück möglich, mir (fast) alles selber zeitlich einzuteilen.
WE: Wann und wie kamst Du zur Idee, Dich selbstständig zu machen?
Charlotte: Im Herbst 2020 habe ich erstmals versucht, meine Ideen und Gedanken in eigene Produkte umzusetzen. Ich hab es schon immer geliebt auf Flohmärkten zu verkaufen und es war schon länger mein Traum auch mal etwas Eigenes anzubieten. Ich habe eine Zeit lang einen normalen Nebenjob gehabt, aber hatte immer das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Durch die eigene Zeiteinteilung kann ich meine Selbstständigkeit nun auch viel besser an mein Studium anpassen und habe daran auch deutlich mehr Spaß.

So sieht der Adventskalender von Charlotte aus. Foto: Charlotte Krautwurst
WE: Warst Du schon immer gern handwerklich kreativ?
Charlotte: Ja. Als ich noch ein Kind war, habe ich immer Sachen gebastelt und sie an meine Großeltern oder Nachbarn verschenkt. Auch durch meine Mama bin ich stark in diesem Bereich beeinflusst worden, da auch sie sich schon immer durch beispielsweise Töpfern handwerklich mit mir beschäftigt hat.
WE: Wie kamst Du auf den Namen „Treasure Trove“ für Dein Business?
Charlotte: Der Name bedeutet übersetzt ‚Schatztruhe‘. Mir war es immer wichtig einen Namen zu finden, der mich nicht auf ein direktes Produkt beschränkt, sondern mir die Möglichkeit gibt, mein Angebot ständig zu erweitern. Mit meinem Slogan ‚Ein Ort an dem jeder seinen Schatz findet‘ habe ich mir diese Möglichkeit geschaffen, da eine Schatztruhe für mich bildlich seinen ‚persönlichen Schatz‘ enthält. Außerdem finde ich es wichtig, einen Namen zu haben, der mit demselben Anfangsbuchstaben beginnt. So denke ich mir, dass er den Leuten in Erinnerung bleibt.
WE: Wo kann man Deine Kreationen kaufen?
Charlotte: Größtenteils verkaufe ich über meine Website. Allerdings habe ich mich immer wieder damit befasst einen eigenen Laden zu eröffnen, wofür aber momentan das Geld noch nicht reicht. Bis dahin verkaufe ich auch gelegentlich auf Kunsthandwerksmärkten.
WE: Verkaufst Du genug, um davon leben zu können?
Charlotte: Leider nicht. Allerdings sind die Einnahmen ein guter Weg, um mich im Studium zu unterstützen und mir den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen.
WE: Wie war Dein Weg zu Selbstständigkeit? Gab es Herausforderungen?
Charlotte: Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass es ziemlich schwierig ist, sich eine Selbstständigkeit aufzubauen. Da geht es schon mit der Gewerbeanmeldung los und endet im Steuerzahlungsstress. Auch wenn mein Business nicht besonders groß ist, musste ich mir schon einen Steuerberater suchen. Trotzdem hat mich der Weg in den letzten zwei Jahren so viel gelehrt und mich auch in meiner Persönlichkeit stärker gemacht. Es waren zwei Jahre voll Höhen und Tiefen und ich habe jede davon genossen.
WE: Willst Du das für immer weitermachen? Was ist/wäre Dein Plan B?
Charlotte: Das weiß ich noch nicht. Grundsätzlich möchte ich mein Business erstmal bis Ende meines Studiums führen, was sich danach noch für Türen öffnen, ist mir unklar. Da ich aber nebenbei studiere, ist das der Weg, den ich vorrangig verfolgen werde, in der Hoffnung vielleicht irgendwann meinen eigenen Laden zu eröffnen.
WE: Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Charlotte: Immer weiter wachsen. Ich möchte mich weiter mit meinen edelsteinbasierten Produkten befassen und hoffe, dass immer mehr Leute darauf aufmerksam werden. Da ich vor kurzem mein Büro gemietet habe, wird es mein nächstes großes Projekt sein, mir dieses schön einzurichten und in der Weihnachtszeit verkaufe ich wieder meine Kristall-Adventskalender.

