Obdachlos in Würzburg: Diese Männer verbringen Weihnachten ganz anders

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Würzburg erleben

20. Dezember 2022

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Drei Obdachlose verraten, dass sie Weihnachten in Würzburg mit ihrer Wahlfamilie feiern. Ein klassisches Fest lehnen sie ab. Foto: Symbolfoto Unsplash

Bräuche, Traditionen und Familie. Für viele macht genau das Weihnachten aus. Aber wie feiern Menschen, die auf nichts davon zurückgreifen können? Wir haben drei obdachlose Männer in Würzburg getroffen, bei denen es kein klassisches Weihnachtsfest gibt. C., M. und D. möchten anonym bleiben, erzählen aber dennoch von ihren ganz anderen Feiertagen – auf der Straße.

Das heidnische Lichterfest in der Kälte verbringen

„Für mich ist Weihnachten wie jeder andere Tag. Ich schlafe hier auch bei minus 25 Grad. Der religiöse Krimskrams ist mir egal“, erzählt M., der älteste der Männer. „Ich bin froh meine Familie auf der Straße zu haben. Früher wurde von den Kelten das heidnische Lichterfest gefeiert, weil Ende Dezember die Tage wieder länger werden. Das finde ich gut.“

Weihnachten im Obdachlosenheim

D. stammt aus schwierigen Familienverhältnissen und kann sich nicht daran erinnern, Weihnachten je traditionell gefeiert zu haben. „Früher überkam mich eine richtige Wehmut, wenn ich in die Fenster der Leute gesehen habe, abends nach der Kirche“, erzählt er, „da habe ich mich gefragt, wieso das nicht auch so bei mir sein kann. Aber heute finde ich Weihnachten zu kommerziell.“

Zwölf Würzburger verraten, wie sie Weihnachten verbringen

Im Obdachlosenheim Kitzingen sei es ganz anders. „Ich war sechs Jahre im Obdachlosenheim. In Kitzingen wurde zum Beispiel immer eine Tonne aufgestellt, an der sich alle versammelt haben. Dort hat man dann alles geteilt, was so da war. Da kamen Menschen zusammen, die sonst Stress miteinander hatten.“ Vielleicht ist gerade das die Bedeutung von Weihnachten?

„Was fehlt, ist Zwischenmenschlichkeit“

C. ist der Meinung, dass es an Weihnachten viel zu sehr um Geschenke geht. „Wenn man jemandem etwas schenken will, kann man das doch irgendwann machen. Mir sind die egal, wobei ich mich natürlich trotzdem bedanke, wenn mir jemand eine Freude machen möchte“, erklärt er. „Manchmal werde ich auch von Freunden zum Essen eingeladen. Das ist toll, aber ich habe auch kein Problem damit, mit meinen Brüdern auf der Straße zu feiern.“

Viel wichtiger wäre es, in schweren Zeiten füreinander da zu sein. „An Weihnachten rennt jeder rum, um irgendwas zu verschenken, nur um des Schenkens wegen. Was fehlt ist die Zwischenmenschlichkeit. Wenn ein anderer Obdachloser sein Essen mit dir teilt, ist das mehr wert als jedes teure Geschenk.“

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