Bilanz der Polizei und Rettungsdienste zur Silvesternacht
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Katharina Kraus
2. Januar 2023

Silvesterfeuerwerk über Würzburg. Archivfoto: Silvia Gralla
Überwiegend friedlich und mit ausgelassenen Feiern ist Unterfranken in das neue Jahr gestartet. 345 Einsätze hat die Polizei Unterfranken in der Silvesternacht bewältigt, damit die Bürgerinnen und Bürger sicher ins neue Jahr feiern konnten. Überwiegend beschäftigten die Polizei Brände, Ruhestörungen und Streitigkeiten.
345 Polizeieinsätze in der Silvesternacht
Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei waren zum Jahreswechsel die Nacht über mit Streifenwagen unterwegs, um die insgesamt 345 Einsätze zu bewältigen, davon hatten 308 einen direkten Bezug zu Silvester. Damit liegt die Silvesternacht in der Gesamtzahl der Einsätze etwas über dem Niveau von 2020, dem letzten Jahreswechsel vor den Coronabeschränkungen, bei dem es zu 314 Einsätze gekommen war.
Brände, Ruhestörungen und Körperverletzungen
Auch wenn es insgesamt zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen ist, so hatten die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst dennoch alle Hände voll zu tun. In ganz Unterfranken galt es insbesondere in den Stunden nach Mitternacht (kleinere) Brände, Ruhestörungen und Körperverletzungen aufzunehmen.

Feuerwehr im Einsatz. Foto: Pascal Höfig
Brände in der Silvesternacht
Im Gauköningshofener Ortsteil Acholshausen im Landkreis Würzburg ist beim Brand eines Carports ein Sachschaden im mittleren fünfstelligen Bereich entstanden. Ein in dem Carport geparkter Pkw brannte wie auch der Carport komplett aus.
In Untereuerheim, einem Ortsteil von Grettstadt im Landkreis Schweinfurt, kam es am frühen Silvesterabend im Kirchenweg zum Brand einer Hecke. Dort hatte ein 11-jähriger Junge unter elterlicher Aufsicht Feuerwerkskörper abgebrannt. Einer der Knallfrösche prallte dabei so unglücklich ab, dass die rund drei Meter hohe, trockene Hecke des Nachbars Feuer fing. Diese brannte auf fünf Metern Länge ab und wurde schließlich durch die örtliche Freiwillige Feuerwehr gelöscht. Es entstand ein Sachschaden von rund 10.000 Euro.
Beim ersten Einsatz im Jahr 2023 wurden Einsatzkräfte der Kitzinger Feuerwehr mit Pyrotechnik beschossen und beim in Stellung Bringen der Einsatzfahrzeuge durch Schaulustige und Feiernde behindert.
In ganz Unterfranken mussten Feuerwehr und Polizei immer wieder zu kleineren, häufig durch Feuerwerk ausgelösten Bränden ausrücken. Neben Bäumen oder Straßenlaternen wurden meist Mülltonnen beschädigt.
Unsachgemäßer Umgang mit Feuerwerk
Der vermutlich unsachgemäße Umgang mit professioneller Pyrotechnik führte am Würzburger Peterplatz zu mehreren beschädigten Fenstern eines Wohnhauses und einer benachbarten Kirche. Die derzeitigen Ermittlungen deuten auf die Verwendung einer Kugelbombe hin. Weitere größere Unfälle mit Feuerwerk blieben bei diesem Jahreswechsel erfreulicherweise aus und es gab nur leicht verletzte Personen.
Streitigkeiten und übermäßiger Alkoholkonsum
Auch in diesem Jahr gab es zahlreiche Streitigkeiten zu schlichten, die oftmals nach übermäßigem Konsum von Alkoholika in Körperverletzungen mündeten. So gerieten in Unterpleichfeld zum Jahreswechsel ein 55-jähriger Mann und eine 50-jährige Frau aneinander. Auslöser war wohl der geäußerte Unmut über das Anzünden von Silvesterraketen. Im weiteren Verlauf der Streitigkeit setzte der Mann Tierabwehrspray ein. Die 50-Jährige musste durch einen hinzugerufenen Rettungsdienst ambulant versorgt werden.
In der Würzburger Innenstadt kam es in der Silvesternacht vor einem Restaurant in der Elefantengasse gegen 03:15 Uhr zu einer Streitigkeit. Mindestens drei bislang unbekannte Täter gerieten mit einem 18-jährigen Mann aneinander. Im Laufe der Auseinandersetzung stürzte der junge Mann zu Boden und die Täter traten weiter auf ihn ein.

Notarzt im Einsatz. Foto: Pascal Höfig
Einsatzstarke Nacht: 54 Notfalleinsätzen im Stadtgebiet
Die Würzburger Rettungsdienste BRK, Johanniter und Malteser berichten in ihrer Silvesterbilanz von einer einsatzstarken Nacht. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr am Neujahrsmorgen rückten die Rettungswagen und Notärzte zu 54 Notfalleinsätzen im Stadtgebiet aus. Im Vergleich: Zum Jahreswechsel 2021/2022 zählte die Integrierte Leitstelle (ILS) der Berufsfeuerwehr Würzburg 28 Einsätze.
Deutlicher Anstieg an Einsätzen
Für die Landkreise Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg zählte die verstärkte Nachtschicht der ILS 114 Einsätze des Rettungsdienstes. Im Jahr zuvor waren es 35 Einsätze. Der deutliche Anstieg der Einsatzzahlen lässt sich leicht erklären: am 31.12.2021 sorgten Corona Kontakteinschränkungen und ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper für eine ruhigere Nachtschicht der Würzburger Blaulichtorganisationen.
Viele Notfälle im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern
Überrascht waren die Notärzte und Einsatzkräfte von BRK, Johanniter, Malteser und der Integrierten Leitstelle Würzburg vom Spektrum der zu versorgenden Notfallpatienten: Erfreulicherweise wurden nur wenige Patienten mit der Diagnose Alkoholvergiftung zur stationären Überwachung in Kliniken eingewiesen.
Dafür hat der Anteil an Notfällen im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern zugenommen. Brandnarben im Gesicht werden einen Patienten künftig immer an den Jahreswechsel 2022/2023 erinnern – ein Feuerwerkskörper war in Gesichtsnähe explodiert. Ein anderer Notfallpatient musste mit Blaulicht in die Klinik gebracht werden, nachdem ihm ein Böller noch in der Hand explodiert ist.
Keine Einsätze für die Wasserwacht und DLRG
Von einer erfreulicherweise einsatzlosen Nacht berichten BRK Wasserwacht und DLRG. Mit jeweils einem Rettungsboot waren der DLRG Ortsverband Würzburg e. V. und die Wasserwacht im Auftrag der Stadt Würzburg mit ihren ehrenamtlichen Wasserrettern auf dem Main unterwegs, um möglichst schnell zur Stelle sein zu können, sollte ein Feiernder zum Jahreswechsel von einer Brücke oder einem Ufer ins Wasser fallen.

