Behörden-Coaches helfen Migranten aus dem Bürokratiedschungel
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Philipp Heilgenthal
18. April 2023

Behördliche Antragsverfahren mit ihren zig Anlagen sind hierzulande häufig selbst für Muttersprachler kompliziert und langwierig. Wie soll dann erst jemand mit einer anderen Muttersprache durchblicken, der nach Deutschland geflüchtet ist, vielleicht nicht einmal Deutsch spricht oder sogar Analphabet ist? An dieser Stelle sollen in Würzburg sogenannte Behörden-Coaches weiterhelfen, wie die Stadt Würzburg mitteilt.
Zunächst nur für das Reuterhaus
„Um den Migrantinnen und Migranten zu helfen, hat der Fachbereich Integration, Inklusion und Senioren im Jahr 2020 zunächst nur für die Flüchtlingsunterkunft Reuterhaus den Behörden-Coach ins Leben gerufen“, berichtet Christine Blum-Köhler, Integrationsbeauftragte der Stadt Würzburg. Denn: „Wer Hilfe braucht, kommt zu uns, egal, ob er noch im Reuterhaus lebt oder nicht“, bestätigt Sandra Bürger, Mitarbeiterin im städtischen Fachbereich Integration, Inklusion und Senioren, für die Weiterentwicklung des Projekts der Behörden-Coaches zuständig ist. Die komplexe Behördenstruktur und vor allem die Behördensprache zählen für Migrantinnen und Migranten zu den größten Herausforderungen des Alltags. Viele der ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner des Reuterhauses suchen daher nach wie vor den Kontakt und holen sich Hilfe und Rat bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Unterstützung bei Behördengänge aller Art
Die ehrenamtlichen Behörden-Coaches unterstützen daher Menschen bei Behördenangelegenheiten aller Art und bei Schwierigkeiten mit behördlicher Post und formalen Schreiben. Sie helfen, Anträge und Formulare auszufüllen, Termine zu vereinbaren und vieles mehr. Das Ganze erfolgt unkompliziert, kostenlos und ohne Terminvereinbarung. Zudem vermitteln sie Verständnis für die Funktionen und Aufgaben der jeweiligen Behörden (z.B. Jobcenter, Sozialämter, Familienkassen, Versicherungen) sowie deren Arbeitsweisen. Sie verweisen auf weitere Unterstützungsangebote, auf andere Beratungsstellen, dürfen aber keine Rechtsberatung durchführen und übernehmen auch keine Haftung. Es handelt sich daher um ein niederschwelliges Angebot.
Das Unterstützungsangebot findet in den Quartierbüros der jeweiligen Stadtteile einmal wöchentlich für drei bis vier Stunden statt. Das Angebot ist bewusst als offene Sprechstunde konzipiert, wodurch ein erleichterter Zugang sowie kurzfristige Hilfsleistungen erfolgen können.
Das sind die Orte und Sprechzeiten der Behörden-Coaches:
Dezentrale Flüchtlingsunterkunft Reuterhaus, Mergentheimer Str. 184, 97084 Würzburg: dienstags und donnerstags 14-18 Uhr
Heuchelhof Treffpunkt „Altes Schwimmbad“, Den Haager Str. 18, 97084 Würzburg: dienstags 10-14 Uhr und donnerstags 10-14 Uhr
Lindleinsmühle Quartiersmanagement, Frankenstraße 11, 97078 Würzburg: montags 13-17 Uhr
Zellerau Quartiersmanagement, Frankfurter Straße 62a, 97082 Würzburg: donnerstags 13-16 Uhr
Gemeinschaftsunterkunft Veitshöchheimerstraße 100, 97080 Würzburg: donnerstags 9-12 Uhr
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt.

