Sicherheitsbilanz 2022 Würzburg: Straftaten nähern sich dem Vor-Corona-Niveau an
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Philipp Heilgenthal
2. Juni 2023

Polizeikontrolle. Symbolfoto: Pascal Höfig
Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt veröffentlichte nun die Kriminalitätsstatistik für Würzburg für das vergangene Jahr 2022. Wie zu erwarten, gab es in Würzburg wesentlich mehr Straftaten als im Pandemiejahr 2021. Alle sonstigen interessanten Infos aus der Pressemitteilung gibt es hier:
Hohe Aufklärungsquote, aber…
Im Jahr 2022 hatte die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt 29.637 Einsätze. Daraus gingen 9.562 Strafanzeigen hervor. Davon konnten 6.796 Fälle aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 71,1 Prozent entspricht. Bereinigt um die sog. ausländerrechtlichen Verstöße, beträgt die Aufklärungsquote für das Stadtgebiet Würzburg 69,7 Prozent (in Bayern insgesamt: 64,4 Prozent). Eine Zahl, die von der Würzburger Polizei jedoch nicht erwähnt wird, ist die äußerst geringe Aufklärungsquote von Fahrraddiebstählen in der Mainfrankenmetropole, welche bundesweit nur ca. 10 Prozent beträgt.
Deutlich mehr Ladendiebstähle
Die Zahl der registrierten Straftaten stieg im Vergleich zum Vorjahr von 7.873 auf 9.562. Das ist ein Plus von 1.689, was einer Zunahme von 21,2 Prozent entspricht und mit den Lockerungen des öffentlichen Lebens einhergeht. Deshalb nähert sich der Wert von 2022 dem von vor der Corona-Pandemie an. So wurden im Jahr 2019 insgesamt 9.954 Straftaten registriert.
Insbesondere bei den Ladendiebstählen ist ein hoher Anstieg der Fälle zu verzeichnen. Die Anzahl der Fahrraddiebstähle ist dagegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 25 Prozent auf 195 Fälle gesunken, wobei die Dunkelziffer sicherlich deutlich höher ist, da viele Diebstähle aufgrund der niedrigen Aufklärungsquote gar nicht erst zur Anzeige gebracht werden. Auch Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum nahmen um 18,6 Prozent ab.
79 Prozent der Straftäter männlich, gut 35 Prozent Ausländer
Insgesamt wurden durch die Polizei 4.822 Tatverdächtige ermittelt, wovon rund 79 Prozent männlich und 21 Prozent weiblich waren. Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug 2.152 (Vorjahr: 1.707), was einem Anteil von rund 45 Prozent entspricht. Bereinigt man die Gesamtzahl der Tatverdächtigen um diejenigen, die lediglich ausländerrechtliche Verstöße begangen haben – beispielsweise Vergehen im Asylrecht und der Einreise nach Deutschland -, so beträgt der Anteil der Nichtdeutschen mit 1.719 noch 35,6 Prozent. Die unter 21-Jährigen (gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil von 16,2 Prozent) sind mit gut 24 Prozent aller Tatverdächtigen erneut überproportional bei der Begehung von Straftaten vertreten.
Einsatzgeschehen: Noch wenig Veranstaltungen, viele Demos
Die Anzahl an polizeibegleiteten Veranstaltungen (z.B. Weihnachtsmarkt, Volksfeste, usw.) im Stadtgebiet Würzburg stieg im Vergleich zum Vorjahr zwar von 67 auf 78, blieb damit jedoch noch weit unter dem Niveau von vor der Pandemie. Die Zahl der Versammlungen unter freiem Himmel blieb im Vergleich zum Vorjahr auf einem weiterhin hohen Niveau. Insgesamt wurden 310 öffentliche Demonstrationen abgehalten (2021: 360). Thematische Schwerpunkte der Proteste waren neben der Kritik an Corona-Maßnahmen auch der Krieg in der Ukraine und die sich daraus entwickelte Energiemangellage. Im Jahr 2022 wurden 81 Sportveranstaltungen von der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt begleitet und abgesichert. Im Vorjahr waren es 76.
Gewalt gegen Polizeibeamte
2022 haben 80 Tatverdächtige in Würzburg körperliche und/oder verbale Gewalt gegen Polizeibeamte ausgeübt, womit die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um etwa 19 Prozent angestiegen ist. Dabei wurden 49 Polizeibeamte verletzt, das sind 11 mehr als im Vorjahr. Hierbei handelte es sich jedoch in nahezu allen Fällen um leichte Verletzungen.
704 Verletzte nach Verkehrsunfällen – Unfälle nehmen zu
Im Jahr 2022 ereigneten sich auf Würzburgs Straßen insgesamt 5.373 Verkehrsunfälle. Dies entspricht einer leichten Steigerung von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2021, in dem es 5.013 Unfälle gab. Insgesamt wurden 704 Personen verletzt, wobei hier ebenfalls ein leichter Anstieg zu erkennen ist. Drei der Verkehrsunfälle endeten tödlich. Die Fallzahlen bei den alkoholbedingten Verkehrsunfällen sank im Vergleich zu 2021 von 40 Alkoholunfällen auf 32.
220 verletzte Radfahrerinnen und -fahrer
Zu einem Anstieg kam es bei den Radfahrunfällen. Insgesamt 252 Mal waren Radfahrerinnen und -fahrer an Verkehrsunfällen beteiligt, von denen 220 verletzt wurden. In insgesamt 140 Fällen seien laut Polizei die Radfahrerinnen und -fahrer Schuld am Unfall gewesen, was damit knapp 56 Prozent aller Fälle entspricht.

