E-Scooter: Richtlinien und Alternativen für Nachtschwärmer

Anzeige

Michelle Engelbrecht

20. Oktober 2023

E-Scooter in Würzburg. Foto: Silvia Gralla
E-Scooter_Alter Hafen

E-Scooter in Würzburg. Foto: Silvia Gralla

Die Kneipentour in der Sanderstraße war lang und spaßig, doch jetzt heißt es nach einer durchzechten Nacht: Wie nachhause kommen? Häufig sind E-Scooter, die man mittlerweile an jeder Straßenecke sieht, das Mittel der Wahl. Doch immer häufiger werden stark alkoholisierte Feierwütige in Würzburg von der Polizei aus dem Verkehr gezogen, was die täglichen Polizeimeldungen belegen.

Laut Statistischem Bundesamt gab es im vergangenen Jahr 2022 in Deutschland insgesamt 8.260 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden – ein Anstieg von 49 % im Vergleich zum Vorjahr. Die häufigsten Unfallursachen waren falsche Fahrbahnnutzung und Alkoholeinfluss. Etwa 40 % der verunglückten E-Roller-Fahrer und Fahrerinnen waren jünger als 25 Jahre.

E-Scooter: Wie und wo darf in Würzburg gefahren werden?

Wie die rechtliche Lage ist, wenn man mit Alkohol am E-Scooter-Steuer erwischt wird, mit welchen Konsequenzen man rechnen kann und welche Alternativen es in Würzburg gibt, haben wir zusammengefasst.

E-Scooter: Gleiche Alkoholgrenzwerte wie bei Autofahrern

Die Alkoholgrenzwerte für Autofahrer gelten eins zu eins auch für die Fahrerinnen und Fahrer von Elektrorollern. Das bedeutet, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, wenn man den Roller mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und dabei keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt. Solche Ausfallerscheinungen sind zum Beispiel das Fahren von Schlangenlinien, Stürze oder Gleichgewichtsprobleme sowie das Verursachen eines Unfalls aufgrund des Alkoholpegels. Als Straftat wird geahndet, wenn der Fahrer trotz einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille mit dem E-Scooter unterwegs ist. Wichtig ist, dass Fahrer unter 21 Jahren als auch Führerscheinneulinge in der Probezeit gar keinen Alkohol trinken dürfen, wenn sie mit dem E-Roller unterwegs sein wollen – hier ist der Grenzwert 0,0 Promille. „Don’t drink and drive!“

Fahrrad fahren nur bei geringem Alkoholkonsum

Wer keine Auffälligkeiten zeigt und den etwas höheren Grenzwert von 1,59 Promille nicht überschreitet, kann auch einfach aufs Rad steigen und nach Hause fahren. Ab einer Alkoholkonzentration von 1,6 Promille im Blut begeht man allerdings eine Straftat, da man rechtlich als absolut fahruntüchtig betrachtet wird. Das heißt, schon bei leichten Anzeichen von Unsicherheit sollte man das Fahrrad auf jeden Fall stehen lassen und einen etwas längeren Fußweg in Kauf nehmen, um so sich selbst und andere zu schützen. Generell gilt auch hier: „Don’t drink and drive!“

Taxi als bequeme Alternative

Taxifahrer kann man nachts in Würzburg an fast jeder Ecke sehen – einsteigen, losfahren und direkt vor der Haustür aussteigen. Das ist natürlich die bequemste Möglichkeit, doch auch die teuerste. In Würzburg liegt der Mindestfahrpreis bei 5,50 Euro. Für den ersten bis dritten Kilometer zahlt man 2,50 Euro pro Kilometer, ab Kilometer drei sind es 1,80 Euro. Es werden auch Pauschalpreise für Feierlustige aus dem Würzburger Umland angeboten. Kostengünstiger kann man mit einer gültigen VVM-Monats- oder Jahreskarte (ausgenommen das Semesterticket) das APG-ServiceTaxi zwischen 0 und 5 Uhr nutzen, um sicher nach Hause zu gelangen. Der Landkreis gewährt einen Zuschuss, der den Taxipreis erheblich reduziert.
Die Uber-App, in der man über das Smartphone Fahrten mit Privatpersonen buchen kann, ist inzwischen sogar Würzburg verfügbar. Die Auswahl an Fahrzeugen ist (bisher) jedoch sehr begrenzt. Dafür bietet in Würzburg das private Taxiunternehmen „Karins Funkmietwagen“ eine in der regel günstigere Alternative als normale Taxis.

Nachtbusse: Gesellig und für den kleinen Geldbeutel

Schneller als zu Fuß und günstiger als mit dem Taxi ist man mit den Würzburger Nachtbussen unterwegs, die von 1 bis 4 Uhr unterwegs sind. Mit ein bisschen Glück erwischt man den in Würzburg bekannten „Partybusfahrer“ mit legendärer Lichteraction – Kopfhörer rein und die Party kann weiter gehen! Wer in der Nacht schon genug Beschallung hatte und etwas redseliger ist, kann zu später Stunde im Nachtbus oft unerwartete und lustige Gespräche mit völlig Fremden führen. Wer weiß – vielleicht findet man seinen neuen besten Freund bei einer nächtlichen Busfahrt?

5 Gedanken bei der Fahrt mit dem Nachtbus

Hier ist eine Übersicht über die Routen der Nachtbuslinien, die alle von der Juliuspromenade starten:

Linie 91: Juliuspromenade – Frauenland – Hubland – Keesburg/Keesburg – Frauenland – Sanderring – Zellerau – Juliuspromenade (ab Hans-Löffler-Str. 1:00 (nur bis Sanderring) – 1:42 – 2:42 – 3:42)

Linie 92: Juliuspromenade – Hauptbahnhof – Grombühl – Schwarzenberg – Versbach – Lindleinsmühle – Lengfeld – Pilziggrund/ Pilziggrund – Wöllrieder Höhe (ab Julius 01:15 – 02:15 – 03:15) (ab Essiggarten 1:48 – 2:48 – 3:48)

Linie 93: Juliuspromenade – Zellerau – Dürrbachau – Dürrbachtal/Dürrbachtal – Schwarzenberg – Grombühl – Hauptbahnhof – Juliuspromenade

Linie 94: Juliuspromenade – Sanderring – Sanderau – Heidingsfeld – Heuchelhof – Rottenbauer/Rottenbauer – Heuchelhof – Ostbahnhof – Heidingsfeld – Sanderau – Sanderring – Juliuspromenade

Linie 95: Juliuspromenade – Frauenland – Mönchberg – Hubland – Südbahnhof – Sanderring – Sanderau/Sanderau – Sanderring – Juliuspromenade

Linie 96: Juliuspromenade – Hauptbahnhof – Grombühl – Schwarzenberg – Lindleinsmühle/Lindleinsmühle – Juliuspromenade

Linie 97: Juliuspromenade – Zellerau/Zellerau – Juliuspromenade

Linie 98: Juliuspromenade – Sanderring – Sanderau – Heidingsfeld – Heuchelhof – Rottenbauer/Rottenbauer – Sanderau – Sanderring – Juliuspromenade

Banner2
Topmobile2