Cold Case Eveline Höbler: Über 60 Hinweise nach Aktenzeichen XY

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Katharina Kraus

30. November 2023

Symbolfoto Kriminalpolizei. Foto: Pascal Höfig
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Symbolfoto Kriminalpolizei. Foto: Pascal Höfig

Wie bereits berichtet, hat die Kriminalpolizei Würzburg die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt an der damals 24-jährigen Eveline Höbler fortgeführt. Am Mittwoch traten die Ermittler mit einem Beitrag in der Sendung Aktenzeichen XY erneut an die Öffentlichkeit. Noch am Abend führte dies zu über 60 neuen Hinweisen. Diese werden nun durch die Beamtinnen und Beamten nach und nach bewertet, überprüft und abgearbeitet.

Opfer vermutlich vom Mörder abgeholt

Eveline Höbler war am 23.01.1986 nach einem Kinobesuch zunächst in ihre Wohnung in Veitshöchheim zurückgekehrt und hatte diese später zu unbekannter Zeit nochmals verlassen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die junge Frau durch eine noch unbekannte Person aus ihrem sozialen Umfeld abgeholt wurde. Es wird angenommen, dass es im weiteren Verlauf zum Geschlechtsverkehr gekommen ist und anschließend das Opfer getötet wurde.

1986 wurde die 24-jährige Eveline Höbler in Veitshöchheim ermordet. Foto: Polizei

1986 wurde die 24-jährige Eveline Höbler in Veitshöchheim ermordet. Foto: Polizei

Tatwaffe, Schlüsselmäppchen und Wohnungsschlüssel

Im Zuge der Sendung stellten die Ermittler Fragen zu Personen aus dem persönlichen Umfeld von Eveline Höbler, zur Tatwaffe, sowie zu einem roten Schlüsselmäppchen, dem Wohnungsschlüssel und einem Aerosolspray.

Die Tatwaffe, vermutlich ein größeres Messer, fehlt bis heute. Das dunkelrote Ledermäppchen mit Wohnungsschlüssel der Verstorbenen ist seither verschwunden. In der Nähe des Fundorts wurde ein Aerosolspray für Asthmatiker aufgefunden, dessen Nutzer bis heute nicht bekannt ist.

Fragen der Kriminalpolizei

  • Wem sind Wesens- / Verhaltensveränderungen (z.B. sozialer Rückzug) bei Personen unmittelbar nach der Tat aufgefallen? Möglicherweise ist der Täter nach der Tat umgezogen.
  • Wer kennt Personen mit Bezügen nach Würzburg-Veitshöchheim, die Mitte der 80er-Jahre ein Aerosolspray benutzten?
  • Ist jemandem zum damaligen Zeitpunkt ein größeres Messer bei einer Person verdächtig vorgekommen oder wurde ein solches aufgefunden, vielleicht auch in der Nähe des Fundortes der Leiche?
  • Wer hat sich nach der Tat besonders für die Berichterstattung und die polizeilichen Ermittlungen interessiert?
  • Hat jemand ein rotes Schlüsselmäppchen oder den Wohnungsschlüssel unter anderem mit Aufdruck „YGH 407 30“ nach der Tat gefunden oder gesehen?
  • Wer hat sich nach der Tat in abfälliger Weise über das Opfer geäußert? Wer hatte persönliches Interesse an dem Opfer?
  • Wer kannte eine Person, die zum Tatzeitpunkt ein intimes Verhältnis mit dem Opfer hatte oder an einem solchen interessiert war?
  • Hat jemand Erkenntnisse darüber, dass Eveline Höbler nach Würzburg umziehen wollte?

Appell der Ermittler

Abschließend sprach die Ermittlerin in der Sendung Personenkreise konkret an:

  • Wir möchten an alle Personen appellieren, die etwas mitbekommen haben und die vielleicht jetzt, aufgrund veränderter Lebensumstände, bereit sind, mit uns zu sprechen.
  • Wir möchten auch Angehörige der Bundeswehr in Veitshöchheim oder anderer Streitkräfte ansprechen, die Eveline Höbler gekannt haben.
  • Es geht darum, den Mord an einer jungen Frau zu klären! Ihr Tod war für viele Menschen ein traumatisches Ereignis, das bei ihren Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen bis heute teils tiefe Wunden und natürlich viele Fragen hinterlassen hat.
  • In Absprache mit der Staatsanwaltschaft sind auch anonyme Hinweise möglich.

Belohnung vom Bayerischen Landeskriminalamt

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat das Bayererische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. Die Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt und ist nicht für Personen bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

Zeugen werden gebeten, sich über die kostenfreie Hinweisnummer unter Tel. 0800 / 7733744, an die Kriminalpolizei Würzburg zu wenden. Hinweise werden auch persönlich auf allen Dienststellen der Polizei in Bayern entgegengenommen.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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