Lokal wird (inter)-national: Exportschlager made in Würzburg
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Michelle Engelbrecht
18. Januar 2024

Symbolbild Erfolg. Foto: Giorgio Trovato | Unsplash
Bei über 10.000 Werbebotschaften, mit denen man täglich konfrontiert wird, verliert man leicht den Überblick: Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem vertrauten Duft des Duschgels im Bad, dem beliebten Burgerladen in der Neubaustraße oder dem Jagdzubehör von Onkel Gerhard? In der Konsumlandschaft Würzburgs verbergen sich nicht nur global agierende Franchise-Riesen, sondern auch wahre Exportschlager, die ihre Anfänge in Würzburg haben. Welche Läden und Marken ihren Ursprung in Würzburg haben und mittlerweile nationale oder sogar internationale Bekanntheit erreicht haben.
Frankenwein – Bocksbeutel
Die Weinberge prägen das Stadtbild von Würzburg und sind mehr als nur Landschaft: Sie sind ein Teil der lebendigen Geschichte der Stadt. Wein ist in Würzburg eine gelebte Tradition, die nicht nur mit dem berühmten Brückenschoppen auf der Alten Mainbrücke zelebriert wird. Die weltbekannte Lage des Würzburger Steins erstreckt sich über 85 Hektar und ist die größte zusammenhängende Einzellage Deutschlands. Daher gibt es in der Stadt auch mehrere Weingüter: Weingut Juliusspital – das zweitgrößte in Deutschland, Weingut Bürgerspital, Weingut A. Fesel, Staatlicher Hofkeller Würzburg, Weingut Reiss, Weingut am Stein – Ludwig Knoll sowie Weingut Wagner. Neben dem Geschmack ist auch das äußere Erscheinungsbild des Frankenweins etwas Besonderes: das Bocksbeutelformat. Die Resultate leidenschaftlicher Winzerarbeit sind spätestens seit Goethe, der sich offen als Frankenwein-Fan outete, weltweit bekannt.

Der Würzburger Wein schmeckt nicht nur auf der Alten Mainbrücke. Foto: Pascal Höfig.
Gastronomieketten der Prime-Family
Kulinarisch ist nicht nur der gute Wein über die Würzburger Stadtgrenzen hinaus bekannt – auch verschiedene Restaurant-Ketten mit Ursprung in der Prime-Family in Würzburg sind mittlerweile in weiteren Städten Deutschlands zu finden.
Burgerheart
Im Herbst 2013 wurde das erste Restaurant der Burger-Kette in der Neubaustraße in Würzburg im ehemaligen Lammbock eröffnet. Bis heute hat Burgerheart seine Präsenz ausgebaut und betreibt mittlerweile 16 Restaurants, vorwiegend im Süden Deutschlands, aber auch bereits in Leipzig und Halle. Die Inneneinrichtung jedes Standorts zeichnet sich durch einen zeitgemäßen Vintage-Industrielook aus – angepasst an die Gegebenheiten des jeweiligen Standorts. Seit 2019 sorgt der Burgerladen nicht nur für zufriedene Gäste, sondern spendet für jeden gekauften Burger an ein soziales Projekt – quasi Burger essen für den guten Zweck.

Restaurant Burgerheart in der Neubaustraße. Foto: Lilli Müller
Pepe
Die neapolitanische Pizza, als Weltkulturerbe geschützt, ist seit einigen Jahren wortwörtlich in aller Munde. Auch Pepe’s Pizza bringt diese Tradition in die Welt. Mit einem klaren Fokus auf hohe Qualität und einer Mischung aus Tradition und Innovation bietet Pepe Pizza ein alternatives, systematisiertes Franchise-Konzept. Seit der Eröffnung im Juni 2020 in Würzburg, PEPE IM COSMO in der Peterstraße, hat sich Pepe erfolgreich erweitert: Der zweite Store, PEPE IN ROMA, öffnete 2022 im alten Herzog, gefolgt von weiteren Läden in München und Erlangen.
Wirtshaus Freunde
Ein weiteres Gewächs der Prime-Family aus Würzburg ist die Wirtshaus Freunde-Kette. Den Anfang machte im Spätsommer 2020 das Wirtshaus am Dom in Würzburg. Weitere Läden wurden im Laufe der Jahre in Nürnberg und Regensburg eröffnet. Die Restaurants pflegen die bayrische Wirtshauskultur mit einem zeitgemäßen Ansatz. Hier steht traditionelle Gemütlichkeit im Vordergrund, ohne übertriebene Folklore. Dabei soll man sich gut umsorgt wie bei Freunden fühlen.
Fitnesskette – McFIT
Die Exportschlager aus Würzburg stimmen nicht nur Kulinarik-, sondern auch Fitnessfans freudig: 1996 gründete Rainer Schaller das wegweisende McFit-Fitnesskonzept. Die Idee, ein für jeden zugängliches Discount-Fitnessstudio zu schaffen, wurde 1997 Realität: Das erste Studio mit einer Banane als Maskottchen eröffnete in Würzburg in einer umgebauten Industriehalle. Nach elf Jahren Expansion erreichte McFit 2008 die 100. Filiale in München. 2009 begann die Europaexpansion: Heute zählt das McFit-Netzwerk der RSG-Group über 250 Studios in ganz Europa.
Gesundheits- und Wellnessprodukte – Kneipp
Wer gerne badet oder sauniert, kennt sie bestimmt: die Produkte von Kneipp. Die Marke ist bekannt für ihre breite Produktpalette, die auf den Prinzipien der Naturheilkunde basiert. Sebastian Kneipp gründete 1891 gemeinsam mit dem Apotheker Leonhard Oberhäußer die Kneipp-Mittel-Zentrale. Das erste Kneipp-Produkt wurde 1897 in der Würzburger Engel-Apotheke verkauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg trennten sich die Kneipp-Werke von der Engel-Apotheke und waren von nun an das Kneipp-Heilmittel-Werk. Der Unternehmenssitz wurde in den 1980er Jahren vom Steinbachtal in die Winterhäuser Straße in Heidingsfeld verlegt. Mittlerweile ist der Unternehmensstandort in Ochsenfurt-Hohestadt und die Produkte sind in 18 Ländern rund um den Globus erhältlich. Einen Store mit vielen Kneipp-Produkten gibt es seit Oktober 2022 in der Würzburger Schönbornstraße gegenüber des Oberen Marktes.

Der neue Kneipp Store am Marktplatz. Foto: Kneipp
Jagd- und Outdoor-Produkte – Frankonia
Von der entspannten Kneipp-Welt auf zu robusten Outdoor-Abenteuern mit Frankonia. Das Unternehmen, das sich auf Jagd- und Outdoor-Ausrüstung spezialisiert hat, wurde bereits im Jahr 1908 in Eichfeld gegründet. Auch wenn Frankonia ursprünglich im Landkreis Kitzingen gegründet wurde, hat das Unternehmen seit der Verlegung 1919 nach Würzburg eine bedeutende Präsenz in der Stadt. Durch diese strategische Entscheidung wurde eine Grundlage für weiteres Wachstum, Expansion und Export geschaffen. Mit verschiedenen Filialen in Deutschland, einer Filiale in Frankreich und einem Online-Shop hat sich Frankonia zum Marktführer im Bereich Jagd und Sportschießen in Deutschland entwickelt. Der 2023 eröffnete Flagship-Store und der aktuelle Firmensitz befinden sich in Rottendorf bei Würzburg.

Über 100 Jahre lang war die Frankonia-Filiale Mitten in der Sanderau beheimatet. Foto: Thomas Obermeyer
Süßwarenprodukte – Frankonia
Gleicher Name, doch sonst haben die beiden Unternehmen nicht viel gemeinsam. Die Frankonia Schokoladenwerke haben ihren Sitz im Gewerbegebiet in Veitshöchheim, jedoch ihren Ursprung in der Würzburger Altstadt. Der Konditor Wilhelm Friedrich Wucherer gründete 1869 die „Erste Würzburger Conserven und Chocoladenfabrik“. Seit 47 Jahren heißt die Firma Frankonia Schokoladenwerke und ist auf besondere Schokoladen spezialisiert: Wer sich vegan, laktosefrei, fructosearm oder ohne industriellen Zucker ernährt, wird hier auf jeden Fall fündig. Abgesehen vom Fabrikladen in Veitshöchheim betreibt das Unternehmen keine weiteren eigenen Geschäfte. Die Produkte sind hingegen mittlerweile nicht nur deutschlandweit, sondern sogar international – beispielsweise in Chile – im Handel erhältlich.
Mode – s.Oliver
Spätestens nachdem s.Oliver jahrelang Namenssponsor der Würzburg Baskets war, wusste man, dass die Modefirma regionale Wurzeln in der Stadt hat. Die Erfolgsgeschichte begann 1969 in der Theaterstraße in Würzburg, als der Firmengründer Bernd Freier mit „Sir Oliver“ auf 25 Quadratmetern Mode aus den Fashionmetropolen Europas verkaufte. Mittlerweile ist s.Oliver eine international bekannte Modemarke mit Sitz in Rottendorf. Mit 289 eigenen Läden, 412 Partnerläden und über 3.000 sogenannten Shops in Geschäften in mehr als 20 Ländern kann man s.Oliver guten Gewissens als Würzburger Exportschlager betrachten.
Die Auswahl der hier vorgestellten Unternehmen wurde von Mitgliedern unserer Redaktion frei getroffen. Es wurden weder Gelder noch Dienstleistungen ausgetauscht und auch die Reihenfolge der Vorstellung ist vollkommen zufällig gewählt.

