Grünes Licht für Radweglösung auf der Löwenbrücke
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Philipp Heilgenthal
28. November 2024

Die Löwenbrücke in Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Seit Jahrzehnten gibt es Kritik an der Nicht-Berücksichtigung des Radverkehrs auf der Ludwigsbrücke, allgemein als Löwenbrücke bekannt. Nach jahrelangem Ringen gingen die Verhandlungen über einen eigenen Radweg über die Brücke noch einmal in die Verlängerung. Doch nun gibt der Stadtrat grünes Licht.
Einer der gefährlichsten Orte mit dem Fahrrad in Würzburg
Wer selbst einmal über die Löwenbrücke mit dem Fahrrad gefahren ist, weiß, wie gefährlich dieses Vorhaben sein kann. Zum einen sind da die Straßenbahngleise, die einen auf dem Zweirad mit dem Weg von der linken auf die rechte Mainseite leicht aus dem Tritt bringen. Zum anderen sind da die vielen Autos, von denen in den engen Spuren nur wenige auf Radfahrerinnen und Radfahrer Rücksicht nehmen. Wer deshalb (unerlaubterweise) auf den engen Gehsteig ausweicht, kommt den Fußgängern und -gängerinnen in die Quere und läuft gleichzeitig Gefahr, vom Bordstein auf die Straße zu stürzen.
„Highbike-Brücke“ und unzählige andere Ideen
Jahrzehntelang blieb dieses Würzburger Verkehrsproblem ungelöst. Seit 2015 gibt es Pläne für einen eigenen Radweg auf oder neben der Löwenbrücke. Im Laufe der Jahre wurden unzählige völlig unterschiedliche Varianten und Ideen eingereicht, darunter auch eine sogenannte „Highbike-Brücke“, die von der Brücke über die Kreuzung der Leistenstraße führen würde. Inzwischen entschied man sich gegen eine fantasievolle, aufwendige Variante und damit auch gegen eine parallel führende eigene Radbrücke.
Alten Plan aus der Schublade geholt
Der nun vorgesehene Plan lag in groben Zügen schon seit 2016 in der Schublade, wurde damals jedoch vom Bauamt für nicht machbar erklärt und auf Eis gelegt. Beinahe wäre der alte Grundplan erneut zurück in die Schublade gelegt worden. Denn der Finanzierungsplan des Grundsatzbeschlusses vom Juni 2024 wurde aus Kostengründen vor kurzem in den Haushaltsverhandlungen für 2025 zunächst abgelehnt (MP+). Nach hartem Ziehen und Ringen um die veranschlagten 350.000 Euro fand sich am Ende nun doch eine Mehrheit für das von vielen Radfahrerinnen und Radfahrern lang ersehnte Verkehrsprojekt.

So soll der geplante Radweg über die Löwenbrücke verlaufen. Grafik: Anne Schmidhuber; Quelle: Stadt Würzburg
Übergang über die Kreuzung Leistenstraße wäre gelöst
Die Anbindung an die Leistenstraße soll dabei nicht über eine Highbike-Brücke, sondern möglichst unter die Richtung Mainviertel abknickende Brückenrampe auf die westliche Mergentheimer Straße führen (siehe Grafik). Dort, auf Höhe der Nikolausstraße, gibt es ohnehin bereits eine Fußgängerunterführung, wodurch erheblich Geld gespart werden könnte. Damit wäre auch ein seit jeher bestehendes grundsätzliches Problem gelöst: Denn wer derzeit mit dem Fahrrad Richtung Norden die große Kreuzung zur Leistenstraße überqueren möchte, hatte bisher erhebliche Probleme, schnell und sicher auf den Radweg der Grabenbrücke und weiter in die Fahrradstraße Burkarderstraße zu gelangen.

Sorgt derzeit für viel Diskussion: Der Popup-Radweg auf der Saalgasse.
Popup-Radweg ärgert Autofahrer und Anwohner
Derzeit testet die Stadt Würzburg daher einen Popup-Radweg auf der Saalgasse, auf dem Radfahrerinnen und Radfahrer an dieser Stelle ohne Unterbrechung direkt weiterfahren können. Dieser sorgt jedoch für heftige Diskussionen, da es durch eine wegfallende Autospur dort immer wieder zu Staus kommt, während es mit der Burkarderstraße ohnehin bereits eine parallel führende Fahrradstraße gibt. Mit der Verlegung des Radwegs auf die westliche Mergentheimer Straße in beiden Richtungen wäre dagegen eine deutlich sicherere und einfachere Überquerung der Kreuzung Leistenstraße möglich. Wann die neue Radspur auf der Löwenbrücke und damit der neue Übergang über die Leistenstraße gebaut und fertiggestellt wird, steht jedoch noch in den Sternen.

