Das hält Würzburg von Labakas auf dem Marktplatz
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Philipp Heilgenthal
1. September 2025

Das Labakas auf dem Unteren Markt hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Foto: Regina Neumann
Erst am 15. Februar dieses Jahres eröffnete auf dem Marktplatz direkt gegenüber der Marienkapelle das Labakas. Und dennoch hat sich der Imbissstand mit Leberkäse-Variationen, anderen Snacks und allerlei Getränken in Würzburg und darüber hinaus bereits einen Namen gemacht. Das zeigen nicht zuletzt die vielen Kommentare in unseren Postings auf Facebook und Instagram (132 Kommentare auf Facebook, 36 auf Instagram). Wir haben gefragt, was unsere Community vom Labakas hält. Hier sind einige Antworten.
Bereicherung für das gastronomische Angebot in Würzburg
Egal, ob die Leberkäsegerichte einem schmecken oder nicht: Viele User und Userinnen waren sich einig, dass der Labakas mit seinem Essens- und Getränkeangebot gerade am Standort Marktplatz das gastronomische Angebot in Würzburg bereichert und weitere Abwechslung in die Szene bringt. Der Kommentar von Udo auf Facebook steht sinnbildlich dafür: „Coole Bude, Leberkäs ist gut, mal was anderes wie Döner oder Wurst„. „Eine große Bereicherung am tristen Marktplatz. Man trifft immer nette, interessante Menschen dort“, sagt dagegen Maria auf Facebook. Andy_sseog meint auf Instagram: „Meiner Meinung nach ist die Idee und die Umsetzung gelungen.“ In einigen anderen Kommentaren war auch schlichtweg von einer „Bereicherung“ zu lesen.
Labakas als Name unbeliebt
Zum Namen „Labakas“ gab es dagegen keinen positiven Kommentar – negative jedoch sehr wohl. Viele Userinnen und User finden ihn albern und nervig, womöglich weil es das Fleischgericht weder original in Hochdeutsch wiedergibt, noch im mainfränkischen Dialekt. Darauf macht auch Tanja auf Facebook aufmerksam: „Labakas is hald ned Läwerkäs„. Wie andere merkt auch gerrit_pfa auf Instagram an: „Der Name nervt.“ Anita spricht auf Facebook sogar von der „Verunglimpfung unseres Würzburger Dialektes“.
„Naja der Stand sollte nicht Leberkas heißen. Eher Getränketreff.„
Alkoholische (Spritz-)Getränke beliebter als der Leberkäse
In unserer Umfrage wird deutlich, dass die Mehrheit der Gäste des Labakas offenbar nicht wegen der Leberkäse-Snacks zu dem Stand kommen, sondern vor allem wegen der (günstigen) Getränke, wie etwa Userin Brigitte auf Facebook schreibt: „Für mich eher eine Saufbude, was ja nicht schlecht ist, aber der Leberkäse spielt dort glaube ich nur eine kleine Rolle.“ Vor allem der Aperol Spritz für 5 €, der andernorts oft schon 6,50 € oder einiges mehr kostet, ist bei vielen Userinnen und Usern beliebt. Sandra schreibt wie zur Bestätigung: „Ich hab [dort] bisher nur was getrunken. Die Spritzgetränke sind vergleichsweise günstig und waren wirklich gut. Vor allem männliche User empfehlen jedoch auch immer wieder den Labakas als guten Ort für ein Bierchen vom Fass. Angesichts dieser Entwicklung merkt insta.granny.50 auf Instagram leicht sarkastisch an: „Naja der Stand sollte nicht Leberkas heißen. Eher Getränketreff.“
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Für viele unauthentisch und nicht traditionell
Nicht wenige Community-Mitglieder empfinden das kleine Lokal jedoch als unauthentisch und pseudo-traditionell, wie etwa jb_1086 auf Instagram beklagt: „… da wird die bayerische Kultur massiv mit den Füßen getreten. Sehr traurig, dass Touristen vermutlich glauben, dass das dort Angebotene tatsächlich authentisch bayerisch ist.“ Kai kommentiert auf Facebook ironisch: „Bayerischer gehts nicht mehr. Der Besitzer ist Italiener und seine Frau Tschechin. Es lebe der Labakas!!!„. Während die einen von dem Konzept neuartiger Leberkäsevariationen mit verschiedenen Brötchen angetan sind, ziehen die anderen einen traditionellen, schnörkellosen Leberkäsweck von Metzgereien und Bäckereien vor. Wie etwa Patrick: „Nix besonderes und überteuert. Dann lieber eine klassische LKW Semmel vom Dotzel
„.
Labakas als beliebter, aber provokanter Treffpunkt
Nicht alles am Labakas gefällt den Würzburgerinnen und Würzburgern sowie den Gästen der Stadt, allem voran nicht der Name. Die Geschmacksfrage ging in den Diskussionen weit auseinander. Doch bei aller Kritik und Meinungsverschiedenheiten überwogen in der Umfrage die positiven Kommentare und Reaktionen. Demnach darf sich der Stand mit seiner Bar am Marktplatz wohl auch künftig und zu jeder Jahreszeit auf rege Kundschaft freuen – ob sie sich jetzt letztlich einen Leberkäse holt oder dort tatsächlich nur etwas trinken will. Auf jeden Fall polarisiert das neue kleine Lokal in Würzburg schon jetzt. User Woschngo bringt den allgemeinen Tenor auf Instagram gut auf den Punkt – wenn sein Kommentar auch negativer als die meisten anderen ausfällt – und erntet dafür zehn Likes: „Nette Idee. Geschmacklich okay. Kommt nicht an LKW vom Metzger ran. Name ist seltsam und störend. Zielgruppe scheint mir Touris und lokale Schicki-Micki (Aperol! Prosecco!) zu sein.“

