Straßenbahnbauer findet Investor: Neue Strabas werden weitergebaut

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Philipp Heilgenthal

9. Januar 2026

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Die neuen Straßenbahn-Fahrzeuge der HeiterBlick GmbH. Fotoquelle: Würzburg erleben

Die Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) und die Stadt Würzburg können aufatmen: Für den insolventen Straßenbahnbauer HeiterBlick GmbH wurde ein Investor gefunden. Die Leipziger Firma wurde beauftragt, die neuen Straßenbahnwägen zu bauen und wird künftig von einem polnischen Investor übernommen. Anfang April meldete HeiterBlick Insolvenz an.

Investor aus Polen übernimmt HeiterBlick

Ende Dezember 2025 wurde der Einstieg des Investors vereinbart. Damit wird das polnische Unternehmen PESA Bydgoszcz SA 100 % der Anteile an der deutschen HeiterBlick GmbH, Leipzig, übernehmen. Eine entsprechende vertragliche Vereinbarung wurde von beiden Seiten unterschrieben und soll in den kommenden Tagen finalisiert werden. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen, heißt es in einer Pressemitteilung der WSB/WVV.

Der Einstieg des Investors sorge dafür, dass die begonnenen Projekte für Würzburg weitergeführt werden können und die eigentlich bereits lange überfälligen 18 Fahrzeuge für Würzburg endlich fertiggebaut und geliefert werden. Zur Erinnerung: Bisher befinden sich erst zwei Fahrzeuge  in Würzburg und erhalten bald ihre Zulassung. Eigentlich hätten die ersten neuen Straßenbahnen bereits 2022 einsatzfähig sein sollen.

Von „Gegenwind auf Rückenwind“ bei den Straßenbahn-Erweiterungszielen in Würzburg

Straßenbahn in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Seit über zwei Jahren sind in Würzburg nur die Linien 4 und 5 sowie überwiegend alte Straßenbahnwägen unterwegs. Foto: Pascal Höfig

Entsprechend freudig sind die Reaktionen in Würzburg zur getroffenen Vereinbarung. „Für den Straßenbahnverkehr in Würzburg ist das ein wichtiges Signal und eröffnet uns die Perspektive, den Straßenbahnfuhrpark zeitnah zu modernisieren“, so WVV-Geschäftsführer Ralf Willrett. Noch euphorischer klingt Oberbürgermeister Martin Heilig, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des Kommunalunternehmens WVV ist: „Diese Erfolgsmeldung aus Leipzig versüßt uns in Würzburg den Start ins Jahr 2026! Mit dem Investoreneinstieg bei HeiterBlick schalten wir bezogen auf unsere ambitionierten Straßenbahn-Erweiterungsziele direkt von ‚Gegenwind‘ auf ‚Rückenwind‘“. Die Verstärkung des Fuhrparks sei essenziell für ein perspektivisch wachsendes Schienennetz in einem attraktiven Takt. „Ein guter Tag für die künftige Linie 6 – wie auch die Linien 1 bis 5“, fügt Heilig hinzu.

Hintergrund: Seit November 2023 Straßenbahnen im Ersatzfahrplan

Im Januar 2018 hatte der Würzburger Stadtrat und der Aufsichtsrat der WSB die Beschaffung 18 neuer Niederflur-Straßenbahngelenktriebwagen beschlossen und 2019 die HeiterBlick GmbH aus Leipzig mit der wagenbaulichen Produktion und Lieferung der neuen Straßenbahnen beauftragt. Dieser Auftrag kam wegen der wirtschaftlichen Krise des Unternehmens immer weiter in Verzug. Aufgrund einer Panne der Baureihe GT-N und wegen der ausbleibenden neu bestellten Baureihe fahren die Straßenbahnen in Würzburg schon seit November 2023 nur im Ersatzfahrplan. Seitdem verkehren bisher nur die Linien 4 und 5.

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