Der SB-Waschsalon steht leer: Was wünscht sich die Zellerau an dieser Stelle?
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Julian Herzel
22. Januar 2026

Der ehemalige Waschsalon in der Frankfurter Straße. Foto: Katharina Kraus
Leerstand mitten in der Zellerau: Der ehemalige SB-Waschsalon in der Frankfurter Straße steht schon seit längerer Zeit ungenutzt da. Auf Facebook und Instagram wollten wir von der Cummunity wissen: Was würde hier gut reinpassen?
Die Resonanz war riesig – rund 230 Kommentare zeigen, wie viele Wünsche, Erinnerungen und auch Sorgen die Zellerauerinnen und Zellerauer mit diesem Ort verbinden. Die Meinungen reichen von sozialem Treffpunkt über Café-Kultur bis hin zu Fast Food – und erstaunlich viele wünschen sich genau das zurück, was verschwunden ist.
„Warum nicht einfach wieder ein Waschsalon?“
Dass der Waschsalon selbst vermisst wird, überrascht angesichts der Kommentarflut kaum. Mehrere Stimmen sprechen sich sehr deutlich dafür aus, den ursprünglichen Zweck wiederherzustellen – gerade mit Blick auf die Wohnsituation im Stadtteil.
Zu kleine Wohnung, kein Platz für eine Waschmaschine. Der Salon hat immer seinen Zweck erfüllt! Schade! – Dean Amida N. auf Facebook
Auch andere fassen sich kürzer, aber nicht weniger eindeutig. Patrice Gino Miller fordert auf Facebook schlicht: „Wieder ein Waschsalon.“
Café, aber bitte sozial: Begegnungsorte gegen Einsamkeit
Neben ganz praktischen Bedürfnissen zieht sich ein weiteres Thema durch die Diskussion: Einsamkeit. Viele wünschen sich einen Ort, an dem man zusammenkommen kann, ohne viel Geld auszugeben – ein Gedanke, der auf beiden Plattformen immer wieder auftaucht.
Ein zwangloses Café, in dem Alt und Jung für einen günstigen Obolus einen Kaffee oder Tee trinken können. Einsamkeit ist in Würzburg ein sehr großes Thema! – Theresia P. auf Facebook
Gerade ältere Menschen und Alleinstehende hätten, so der Tenor, zu wenige niedrigschwellige Treffpunkte. Auf Instagram wird diese Idee weitergedacht – etwa als Erzählcafé oder integratives Begegnungszentrum, bei dem Zuhören und Dasein im Mittelpunkt stehen.
Hilfe statt Konsum: Wärmestube, Obdachlosenhilfe & Tafel
Deutlich formuliert wird auch, wovon viele genug haben. Neue Dönerläden oder Barbershops stoßen bei einem Teil der Kommentierenden auf Ablehnung – stattdessen rücken soziale Angebote in den Fokus.
Es gibt auch Ältere Menschen und Obdachlose, die sehr wenig Geld haben. Eine Anlaufstelle, wo man etwas Warmes essen und einen Kaffee trinken kann, wäre mal was anderes. – Thomas R. auf Facebook
Zustimmung kommt prompt aus den Kommentaren. Birgit Tawiah bringt es auf Facebook knapp auf den Punkt und schlägt vor, aus dem Laden eine Wärmestube zu machen.
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Wienerisches Kaffeehaus, Eis & internationale Küche
Ganz ohne kulinarische Wünsche kommt die Diskussion natürlich nicht aus. Während klassische Cafés, ein wienerisches Kaffeehaus oder internationale Küche genannt werden, fällt vor allem ein Wunsch häufiger auf: eine echte Eisdiele.
In der Zellerau gibt es keine Eisdiele mit original italienischem Eis. – @dipasquale8914 auf Instagram
Auch Fischladen, chinesisches Restaurant oder italienischer Feinkostladen finden Anklang – allerdings meist verbunden mit dem Wunsch nach Qualität statt Austauschbarkeit.
Alltag & Versorgung: Post, Schreibwaren, Spielzeug
Daneben tauchen viele alltagsnahe Vorschläge auf: eine größere Postfiliale, ein Schreibwaren- oder Second-Hand-Laden, ein Tausch- oder Pop-up-Konzept. Auf Instagram wird zudem über kulturelle Ideen diskutiert – etwa ein kleines Zellerau-Museum oder eine Gedenkstätte für Leonhard Frank, ein bekannter Schriftsteller der Weimarer Republik, der in der Zellerau aufwuchs.
Zwischen all den Zukunftsplänen schwingt auch Nostalgie mit. Irmi Christ erinnert auf Facebook daran, dass „früher dort tolle Konzerte stattgefunden“ hätten – ein Hinweis darauf, dass dieser Ort schon einmal mehr war als nur eine Ladenfläche.
Die Zellerau wünscht sich vor allem einen Ort mit Sinn
Ob Waschsalon, Café, Wärmestube oder Treffpunkt: Die Kommentare zeigen deutlich, dass sich viele Menschen in der Zellerau keinen weiteren austauschbaren Laden, sondern einen Ort für Gemeinschaft, Alltag und echte Bedürfnisse wünschen. Was am Ende wirklich einzieht, bleibt offen – der Wunsch nach mehr Miteinander ist jedoch unübersehbar.

