Die Nacht der offenen Weinkeller 2026 in Würzburg
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Philipp Heilgenthal
3. Februar 2026

Wenn der Sommer vorbei ist, verabschieden sich auch die lauen Nächte und mit ihnen auch die zahlreichen Weinfeste im Freien. Aber das ist noch lange nicht das Ende der Weinfeste. Denn auch wenn die Kleidung wieder dicker wird, kann bei der Nacht der offenen Weinkeller weitergeschöppelt werden. 2026 wird das Fest am 21. November 2026 stattfinden.
Einmalige Chance, den Untergrund von Würzburg zu erleben
Die Kultnacht in Würzburgs Weinkellern kann man dann bereits zum 13. Mal erleben. Diese einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen der Weingüter zu schauen, lassen sich viele Weinfreunde und Interessierte aus nah und fern nicht entgehen, denn nur für diesen einen Abend können alle vier großen Weinkeller gleichzeitig geöffnet und bieten einen öffentlichen Ausschank an. Dazu gibt es (Live-)Musik und die ganze Palette an Weinen, die in jenen Kellern gekeltert werden.
Um 18 Uhr öffnen die Weinkeller ihre Pforten – mit Ausnahme des Weinguts am Stein (siehe unten). Bis Mitternacht kann gefeiert und Frankenwein in einzigartiger Atmosphäre genossen werden, Ausschankende ist 23:30 Uhr. Der Eintritt zur Nacht der offenen Weinkeller ist frei, der Zugang zu den Weinkellern ist jedoch jeweils auf eine bestimmte Personenzahl begrenzt.

Für Musik ist bei der Nacht der offenen Weinkeller gesorgt wie hier mit dem Auftritt einer Blaskapelle im Hofkeller. Foto: Daniel Peter
Nacht der offenen Weinkeller: Mit dem Shuttlebus sicher unterwegs
Ein Shuttle-Bus fährt im Viertelstunden-Takt von den Weingütern in der Stadt zum Weingut am Stein und zurück. Die erste Fahrt beginnt um 16:30 Uhr vom Barbarossaplatz. Eine weitere Haltestelle ist der Residenzplatz. Das Ticket für die Hin- und Rückfahrt kostet 2,50 € pro Person und ist für die gesamte Veranstaltungsdauer gültig.
Die vier Weingüter bei der Nacht der offenen Weinkeller
Folgende Würzburger Weingüter sind dabei:
- Weingut am Stein
- Bürgerspital
- Juliusspital
- Staatlicher Hofkeller
Wir stellen sie der Reihen nach vor.
1. Weingut am Stein
Die Familie Knoll nehmen die Besucher mit durch den Weinkeller, vorbei an Barriquefässern, Amphoren und Betoneier bis hin zu Raritäten in der Schatzkammer. Dabei werden Einblicke in die Weinphilosophie und den biodynamischen Anbau gewährt. Zusätzlich können erstklassige Weine durch die VDP Lagenklassifikation sowie edle Destillate aus der hauseigenen Brennerei verkostet werden.
Bevor es richtig losgeht, gibt es voraussichtlich wieder ein extra Warm-up ab 17 Uhr. Im Viertelstundentakt rotieren Shuttlebusse ab 16:30 Uhr vom Barbarossa- und Residenzplatz bis an den Würzburger Stein.

Im Weingut am Stein können die Besucher bei der Kult-Nacht unter anderem einen Blick in den Weinkeller werfen. Foto: Daniel Peter
2. Weingut Juliusspital
Das Juliusspital kann eine lange Geschichte vorzeigen und ist mit 180 Hektar Rebfläche nicht nur das größte Weingut in der Domstadt, sondern auch das zweitgrößte in ganz Deutschland. Bei der Nacht der offenen Weinkeller gibt das Juliusspital Einblicke in seine 450 Jahre alte Tradition. Die Besucher können in die Kellerwelt eintauchen und sich von der einmaligen Atmosphäre tief unter dem Fürstenbau verzaubern lassen. Einer der schönsten Keller in Würzburg, mehr als 200 Holzfässer, außergewöhnliche Beleuchtung und feine Weine versprechen ein einmaliges Erlebnis. Der Weinkeller beeindruckt vor allem mit seiner Länge von 250 Metern.
Der Holzfasskeller ist bis 24 Uhr geöffnet. Wer dann noch nicht genug bekommen hat, kann voraussichtlich erneut bis 2 Uhr im Stahlkeller weiter grooven. Zum musikalischen Programm im Juliusspital ist noch nichts bekannt.

250 Meter ist der Keller im Weingut Juliusspital lang Foto: Silvia Gralla
3. Weingut Bürgerspital
Einmal dort Wein trinken, wo die markante und wahrscheinlich berühmteste Flaschenform für Frankenwein erfunden wurde: der Bocksbeutel. Gegründet wurde das Bürgerspital 1316 und bekam zu seiner Finanzierung Weinberge zugesprochen. Zwei Jahrhunderte später bekamen die Spitalbewohner täglich eine festgelegte Weinration. Aus der Stiftung zur Fürsorge von Arme und Alte entwickelten sich nicht nur beliebte Altersheime, sondern auch mit 120 Hektar Rebfläche eines der größten und renommiertesten Weingüter Deutschlands
Im Bürgerspital ist in der ebenerdigen Kelterhalle auf der Bühne Livemusik zu hören. Dazu gibt es fränkische Leckereien und eine großartige Auswahl an Weinen. Viele Stufen unter der Kelterhalle wartet der imposante Weinkeller auf Neugierige. Hier stehen hunderte von beleuchteten Holzfässern und Edelstahltanks und eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. An verschiedenen Weinstationen im Keller können mit dem Bürgerspital-Weinpass ausgewählte Weine verkosten werden.

Der Stückfasskeller des Bürgerspitals. Foto: Daniel Peter
4. Staatlicher Hofkeller
Im Weltkulturerbe, der Würzburger Residenz, schlummern 898 Jahre Weinkultur. Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist das älteste Weingut Frankens im Keller der Residenz beheimatet. Der Staatliche Hofkeller ist mit stolzen über 4557 m² der Größte aller Weinkeller in Würzburg und mit 120 Hektar Rebfläche ein ebenso großes Weingut wie das Bürgerspital. Diese Tradition und Würde ist in den altehrwürdigen Wänden des Weinkellers an allen Ecken zu spüren. Vor allem die liebevoll gestalteten Holzfässer verleihen der Würzburger Institution ein unvergleichliches Ambiente.
Livebands und DJs spielen an verschiedenen Orten und wechseln sich ab und sorgen für eine Mischung aus Weinfesttradition und exklusives Clubfeeling. In den breiten, großzügigen Kellergewölben finden bei der Nacht der offenen Weinkeller bis zu 700 Personen auf einmal Platz. In der Regel würden jedoch gerne noch viel mehr Weinfans in den Keller der Residenz untertauchen, weshalb es hier zu einer besonders langen Schlange kommt.

Die Kellergewölbe des Staatlichen Hofkellers unterhalb der Residenz sind besonders weitläufig und bieten vor allem wegen ihren individuellen Holzfässern ein besonderes Flair. Foto: Silvia Gralla
Lange Wartezeiten einplanen
Bei der Kultnacht gehört Anstehen dazu. Der Ansturm ist für gewöhnlich enorm. Ab 18 Uhr haben die einzelnen Weingüter geöffnet. Schon vor dem Beginn warten schon zahlreiche Menschen vor dem Eingang, einige von ihnen sogar schon seit einigen Stunden. Im Laufe des Abends bilden sich nicht selten 60 bis 70 Meter lange Schlangen vor den Weinkellern, vor allem vor der Residenz. Wer sich anstellt, sollte sich sehr warm anziehen, denn im November kann es bereits relativ kalt werden. Und am besten nimmt man zum Einstimmen und zum Versüßen der Wartezeit schon mal eine oder zwei Flaschen Wein mit.
VIP-Tickets für direkten Zugang
Um Fans der Nacht der offenen Weinkeller einen direkten Zugang zu garantieren, hat der Staatliche Hofkeller 2025 erstmals ein VIP-Ticket angeboten. Für 15 Euro konnte man sich nicht nur die lange Wartezeit sparen, sondern bekam zur Begrüßung einen gratis Schoppen in die Hand gedrückt. Das Kontingent war auf 300 Tickets von insgesamt 700 zulässigen Personen im Keller begrenzt, um anderen weiterhin die Chance zu geben, kostenlos die Nacht der offenen Weinkeller unterhalb der Residenz zu erleben. Alle VIP-Tickets waren im Vorfeld bereits vergriffen. Die Veranstalter hofften dadurch, die Schlange auf dem Residenzplatz zu verringern. Dies gelang nur bedingt und sorgte dafür, dass die anstehenden Menschen noch länger als sonst auf den Einlass warten mussten. Die Verantwortlichen der teilnehmenden Weingüter sind im ständigen Austausch, wie sie den jedes Jahr größer werdenden Andrang bei der Nacht der offenen Weinkeller am besten regeln und dennoch ihrem Namen gerecht werden können. Auch 2026 wird es VIP-Tickets für den Staatlichen Hofkeller geben. Ab dem 01.09.2026 gibt es insgesamt 300 VIP-Tickets erneut für jeweils 15 Euro inklusive Begrüßungsschoppen.

