Deutlich weniger Straftaten 2025 in Würzburg, leichter Rückgang in Unterfranken
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Philipp Heilgenthal
18. März 2026

Symbolfoto Polizei - Pascal Höfig
Das Polizeipräsidium Unterfranken stellte am heutigen Mittwochvormittag den Sicherheitsbericht für das Jahr 2025 vor. In einer Pressekonferenz präsentierten Polizeipräsident Detlev Tolle, leitender Kriminaldirektor Manuel Rösch und Polizeirat Tobias Rupp Zahlen und Daten der polizeilichen Kriminal- und Verkehrsstatistik für den Regierungsbezirk. Bei dieser Statistik werden lediglich gemeldete Straftaten aufgeführt und alle Tatverdächtigen, nicht tatsächlich verurteilte Straftäter und -täterinnen gelistet.
Stadt Würzburg mit dem zweitgrößten Rückgang an Straftaten in Unterfranken
Das Polizeipräsidium Unterfranken verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 49.012 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Damit sanken diese im gesamten Regierungsbezirk im Vergleich zum Vorjahr (2024: 50.196) um 2,46 Prozent. Dabei gibt es regional erhebliche Unterschiede. Während die Zahl der gemeldeten Straftaten in Aschaffenburg im Vergleich zu 2024 um 13,2 Prozent zunahm, verzeichnet der Landkreis Schweinfurt einen Rückgang von 12,8 Prozent. Auch in der Stadt Würzburg sind die Straftaten mit 10,6 Prozent deutlich gesunken.
Polizeipräsident Tolle: „Menschen in Unterfranken können sich sicher fühlen“
Die Aufklärungsquote von 70,1 Prozent im Jahr 2024 stieg für das Berichtsjahr 2025 auf 71,3 Prozent. Die Häufigkeitszahl, ein aussagekräftiger Indikator, um die Sicherheit in Regionen und Städten vergleichen zu können, sank von 3.817 auf 3.716 Straftaten pro 100.000 Einwohner und ist damit auf einem im gesamtbayerischen Vergleich niedrigem Niveau. Langfristig ist ein klarer Trend in Richtung mehr Sicherheit und weniger Straftaten zu sehen. Mit Ausnahme des Corona-Jahres verzeichnete der Freistaat offiziell das sicherste Jahr seit 1978. „Die vergleichsweise niedrige Häufigkeitszahl und eine hohe Aufklärungsquote belegen, dass die Menschen in Unterfranken sicher leben und sich auch sicher fühlen können“, sagte Polizeipräsident Detlev Tolle in der Pressekonferenz.
Mehr Diebstähle, weniger Gewalt, fast keine Straftaten gegen das Leben
Während die Zahl der Straftaten insgesamt sinkt, nimmt die Zahl der Diebstähle allerdings zu. 13.147 Fälle und damit über ein Viertel aller Straftaten 2025 in Unterfranken waren Diebstahldelikte. Während die Zahl der Ladendiebstähle um 5,5 Prozent auf 4.152 Fälle anstieg, kam es insgesamt zu 395 Wohnungseinbrüchen – 13,6 Prozent mehr als noch 2024. Hier ist die Aufklärungsquote mit 23,5 Prozent besonders niedrig. Immerhin blieb es in 40 Prozent der Fälle lediglich bei versuchten Einbrüchen. Allerdings war die Zahl der Diebstähle im Jahr 1994 in Unterfranken noch doppelt so hoch wie heute (26.760 Fälle).
Weniger Straftaten verzeichnet die polizeiliche Kriminal- und Verkehrsstatistik dagegen im Bereich der Körperverletzung. Mit 1.844 Fällen sank die Zahl der Körperverletzungen um 1 Prozent. Dabei stieg die Aufklärungsquote und lag bei stolzen 87,7 Prozent. Mit 80,4 Prozent stellen die Straftaten der gefährlichen Körperverletzung den Hauptteil mit 1.483 Fällen dar. Weitere rund 11 Prozent stellen Raubdelikte in dieser Gruppe dar. Bei den Straftaten gegen das Leben (Mord und Totschlag) wurden 2025 gerade einmal 38 Straftaten registriert. Das sind zwei Fälle weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: Allein in Frankfurt am Main kam es 2024 zu 120 Straftaten gegen das Leben. In wie vielen Fällen ein Mensch dabei tatsächlich ums Leben kam, wurde nicht genannt.
77 Prozent männliche Straftäter, deutlich weniger tatverdächtige Zuwanderer
Die unterfränkische Polizei konnte im Jahr 2025 23.712 Tatverdächtige ermitteln. Ganze 77 Prozent von ihnen waren männlich, also mehr als jeder Dritte. Der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen lag bei 80,2 Prozent, der Anteil der tatverdächtigen Kinder bei 4,1 Prozent, der der tatverdächtigen Jugendlichen bei 8,3 Prozent. Dabei gab es schwindend geringe Verschiebungen im Vergleich zu 2024. Lediglich der Rückgang des Anteils der Heranwachsenden (18- bis 20-Jährige) von 7,9 auf 7,4 Prozent ist erwähnenswert.
Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg laut Sicherheitsbericht für Unterfranken im Berichtsjahr von 8.903 auf 9.235 Verdächtige an – eine Zunahme von 3,4 Prozent. Diese stellen damit 38,9 Prozent der Gesamtzahl der Tatverdächtigen. Die Anzahl der tatverdächtigen Zuwanderer, als Teilgruppe der ausländischen Tatverdächtigen sank dagegen erheblich: von 4.000 auf 3.401 Verdächtige. Damit wurden 2025 fast 15 Prozent weniger Straftaten von Zugewanderten in Unterfranken verzeichnet. Die Zugewanderten stellen 14,3 Prozent der Gesamtzahl der Tatverdächtigen und nur gut ein Drittel aller ausländischen Tatverdächtigen, zu denen beispielsweise auch Touristinnen und Touristen gezählt werden.
In der Pressekonferenz warnte Polizeipräsident Detlev Tolle davor, in puncto Ausländerkriminalität voreilige Schlüsse zu ziehen. So hätten Zuwanderer einen sehr hohen Anteil an jungen, erwachsenen Männern, die ohnehin für einen Großteil der Straftaten verantwortlich seien (siehe oben Anteil der Heranwachsenden). Ebenfalls unabhängig von der Herkunft gebe es einen hohen Zusammenhang von Straftaten und der sozialen Herkunft, was ebenfalls schnell für ein verzerrtes Bild der Ausländerkriminalität sorgen könne.
37.773 Verkehrsunfälle 2025 in Unterfranken – Deutlich mehr Verkehrstote als Getötete nach Straftaten
Weiterhin ist die Polizei in Unterfranken mit Abstand am häufigsten mit Verkehrsunfällen beschäftigt. Die Anzahl der Unfälle hat sich laut der Statistik im Jahr 2025 immerhin auf 37.773 (2024: 38.329) reduziert – ein Rückgang von fast 1,5 Prozent. Die Zahl der Verletzten im letzten Jahr stieg dagegen leicht auf 4.475 (4.398). Auch die Anzahl an getöteten Menschen durch einen Verkehrsunfall stieg auf 59 (52), also um 11,94 Prozent. Das sind so viele wie seit 2018 nicht mehr. 21 von ihnen waren Seniorinnen und Senioren, 13 von ihnen fuhren ein Motorrad. Damit starben 2025 erneut deutlich mehr Menschen auf Unterfrankens Straßen als in Folge von Gewaltdelikten. Überhöhte Geschwindigkeit ist weiterhin die Hauptunfallursache bei Unfällen mit schwer- und tödlich verletzten Verkehrsteilnehmern.
So viele Radunfälle in Unterfranken wie noch nie
Im Jahr 2025 wurde mit 1.617 gemeldeten Fahrradunfällen ein Höchststand in den unterfränkischen Statistiken verzeichnet. Davon waren 718 Unfälle mit E-Bikes, also fast die Hälfte. Dabei wurden 4 Radfahrer getötet (ein merklicher Rückgang im Vergleich zu 9 Toten in 2024). Verletzt wurden insgesamt 1.511 Personen, 62 mehr als 2024. In wie vielen Fällen die Radfahrerinnen und Radfahrer selbst am Unfallgeschehen Schuld waren, geht aus den vorgelegten Zahlen nicht hervor. Die Unfälle mit E-Bikes haben sich innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt (2021: 308 Unfälle), was jedoch vor allem an dem rasanten Anstieg an geführten E-Bikes in Unterfranken wie auch in ganz Deutschland zurückzuführen ist. Auch Unfälle mit E-Scootern nahmen deutlich zu, spielen jedoch an der Gesamtzahl der Unfälle keine bedeutende Rolle, vor allem nicht bei Unfällen mit Verletzten.
Hier ist der original Bericht der Sicherheitsbilanz 2025 der Polizei Unterfranken

