55 Euro Verwarnung: Neue Würzburger Kampagne soll Wildpinkeln im Nachtleben reduzieren

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Manuel Scholze

2. April 2026

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Die Sanderstraße ist nächtlicher Hotspot in Würzburg. (c) Silvia Gralla

Zum Beginn des Sommersemesters setzt die Stadt Würzburg gemeinsam mit dem Projekt „Miteinander leben & feiern – Allparteiliches Konfliktmanagement in Würzburg“ erneut auf Aufklärung gegen Wildpinkeln im öffentlichen Raum. Mit Plakaten im Stadtgebiet sowie Bierdeckeln in Bars und Kneipen soll das Thema sichtbar gemacht und für mehr Rücksicht gegenüber Anwohnerinnen und Anwohnern sensibilisiert werden.

Im Zentrum steht der Kampagnenslogan: „Bier rein: 5 € – Bier raus: 55 €“. Er weist darauf hin, dass Wildpinkeln in Würzburg mit einem Verwarngeld von mindestens 55 Euro geahndet werden kann. Autsch, also mehr als das Zehnfache eines Biers.

Wimmelbildern gegen Lärm und Müll: Neue Plakatkampagne für mehr Rücksicht im Nachtleben

Warum rückt Wildpinkeln in Würzburg zum Semesterstart wieder in den Fokus?

Mit dem Start des Sommersemesters steigt die Zahl der Menschen, die abends in Würzburg unterwegs sind – besonders in den bekannten Partybereichen. Damit wächst auch das Konfliktpotenzial zwischen Feiernden, Gastronomie und Anwohnenden. Wildpinkeln zählt dabei zu den häufigsten Ärgernissen: nicht nur wegen Geruch und Verschmutzung, sondern auch, weil Hauseingänge, Wände oder abgestellte Gegenstände betroffen sein können.

Welche Erfahrungen macht das Projekt „Miteinander leben & feiern“ im Würzburger Nachtleben?

Die Nachtmediatorinnen und Nachtmediatoren des Projekts sind an den Wochenenden im Nachtleben im Einsatz und begegnen dem Problem regelmäßig. Nach Angaben aus der Praxis wird häufig in Seitengassen an Hauswände und Straßenecken uriniert, teilweise auch in Hauseingänge oder auf Fahrräder. In vielen Fällen gelingt es dem Team nach eigenen Angaben, Personen noch rechtzeitig anzusprechen und zum Toilettengang zu bewegen, etwa in eine Bar oder zu einem öffentlichen WC. Als besondere Herausforderung beschreibt das Projekt stark alkoholisierte Personen, für die selbst kurze Wege zur Toilette oft nicht mehr in Betracht kommen.

Welche konkreten Hilfen bietet die Kampagne für Feiernde?

Neben der reinen Botschaft setzt die Kampagne auf einen praktischen Wegweiser: Über einen QR-Code auf Plakaten und Bierdeckeln führt ein Link zum „Nightlife Cityguide“ des Projekts „Miteinander leben & feiern“.

Dort finden sich laut Projekt:

  • geltende Regelungen im Würzburger Nachtleben
  • Standorte öffentlicher Toiletten
  • Hinweise zu „Netten Toiletten“: WCs in Geschäften und Gastronomiebetrieben, die auch ohne Konsum genutzt werden können

Gerade für Bereiche mit hoher Dichte an Bars und Kneipen – etwa in der Innenstadt – soll diese Übersicht Hemmschwellen senken und schnelle Orientierung geben.

Was ist das Projekt „Miteinander leben & feiern“ in Würzburg?

Das Würzburger Nachtleben gilt als lebendig und vielseitig, bringt aber auch typische Großstadtthemen mit sich: Lärm, Müll und Konflikte zwischen Feiernden, Anwohnenden und Gastronomiebetrieben. Das Projekt „Miteinander leben & feiern“ setzt auf Kommunikation, Prävention und Vermittlung, um Konflikte zu entschärfen und das Miteinander zu stärken. Die Konfliktmanagerinnen sind als Ansprechpartnerinnen für Hinweise, Wünsche und Beschwerden rund um das nächtliche Feiern benannt. Zusätzlich sind an Wochenenden Nachtmediatorinnen und Nachtmediatoren im Einsatz – freitags und samstags von 20 bis 3 Uhr. Das Projekt versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Sicherheitsdienst oder soziale Arbeit, sondern als vermittelnde Instanz im öffentlichen Raum. Kontrollgänge finden laut Beschreibung zunächst häufig am Sanderauer Mainufer statt, wo es Bereiche gibt, in denen Feiern und laute Musik geduldet sind.

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