Weinstuben vs. Hockerle: Stimmen aus dem Netz über das Bürgerspital

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Philipp Heilgenthal

9. April 2026

Das Weingut Bürgerspital in Würzburg – Eingang zur Vinothek mit Weinverkauf. Foto: Sina Buyer
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Das Weingut Bürgerspital in Würzburg – Eingang zur Vinothek mit Weinverkauf. Foto: Sina Buyer

Das Bürgerspital mit seinem Weingut ist seit Jahrhunderten eine nicht wegzudenkende Institution in Würzburg. Mitten in der Stadt liegt die von reichen Bürgern im Jahr 1316 gegründete Armenstiftung mit seinen Weinstuben und seinem Weinhaus/Vinothek, liebevoll „Hockerle“ genannt. Aus den Schenkungen von Weinbergen zur Eigenfinanzierung der fürsorglichen Stiftung entstand einst das heute drittgrößte Weingut Deutschlands. Doch was halten die Würzburgerinnen und Würzburger eigentlich von diesem traditionsreichen Weingut? Und welche der beiden nebeneinander gelegenen Weinlokale des Bürgerspitals finden sie eigentlich besser? Wir haben unsere Facebook- und Instagramcommunity befragt und bekamen interessante Kommentare zu unserem Posting. Außerdem klären wir auf, woher eigentlich der süße Begriff „Hockerle“ kommt.

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Keinerlei Kritik an den „super Weinen“ des Bürgerspitals – bis nach Australien verschickt

Von den Weinen des drittgrößten Weinguts Deutschlands heißt es allgemein, dass sie einen sehr guten Ruf genießen. Doch stimmt das wirklich? Laut unserer Community auf jeden Fall. @kuehn196100 schreibt auf Instagram schlicht: „Super Weine“, während für Facebook-Userin Anita das Bürgerspital das Lokal mit den besten Weinen sei. Jörg auf Facebook meint, für ihn wäre das Bürgerspital beim Weinkauf immer noch „erste Wahl“. Unter den insgesamt 92 Kommentaren gab es keinen einzigen negativen über Qualität und Geschmack der Weine. Welche Strahlkraft das Bürgerspital hat, zeigt folgender Kommentar von Anita: „Da gehen wir immer gerne hin, wenn wir aus Köln nach Würzburg kommen. Das Restaurant und besonders das Hockerle sind echt klasse.“ Christel aus Frankfurt berichtete sogar, dass sie schon einmal einen Bockbeutel vom Büspi zu ihrem Sohn nach Australien schickte, weil die Familie von dem Wein so begeistert sei. 

Glockenspiel am Bürgerspital. Symbolbild: Jacob Grimm

Glockenspiel am Bürgerspital. Symbolbild: Jacob Grimm

Preise für Essen und Trinken sind vielen zu teuer

Qualität und Geschmack haben bekanntlich ihren Preis. Allerdings wurde unter den Postings mehrfach kritisiert, dass sowohl die Weinstuben als auch das Weinhaus inzwischen schlichtweg unangemessen teuer seien. „Warum soll ich für einen Schoppen 8,90 ausgeben?„, fragt etwa Josef auf Facebook rhetorisch. Instagram-User juergen_wolf199o drückt sich vorsichtiger, aber dennoch kritisch aus, wenn er meint: „Preislich etwas abgehoben.“ User Florian geht mit einem Beispiel ins Detail: „Gutes Essen, gute Weine, aber alles teuer halt. Wenig Essen auf dem Teller! Groß wie meine Handfläche, Rehrücken 33 Euro.“ Eine einzelne Kritik von Moische auf Facebook, die ebenfalls in diese Richtung geht und immerhin acht Likes bekommen hat, lautet: „Touristenfalle!“ Dominik meint dagegen auf Facebook allgemein zynisch, er halte vom Bürgerspital „Abstand“.

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Viel Lob für Küche und Service, nur vereinzelte Kritik

Vor allem die Weinstuben sind für ihren guten Service mit ausgebildeten Hotelfachkräften bekannt, wie auch mehrere Userinnen und User bestätigen. Facebook-User Marco meint etwa: „Die Bürgerspital Weinstuben gehören zur Top Gastronomie Würzburgs, toller Service, grandiose Speisen und Weine“ (neun Likes). Ein besonders großes Lob hat Facebook-User Kai-Uwe übrig, wofür er sechs Likes bekommt: „Das ist Gastronomie in der aller obersten Liga! Geschwindigkeit, Qualität, Zuverlässigkeit sowohl von Küche als auch von Service.“ Weiter beschreibt er begeistert, dass das Küchenteam problemlos 700 Gäste gleichzeitig versorgen könne. Einzig Erika schildert auf Facebook eine schlechte Erfahrung mit einer „sehr unhöflichen Bedienung“, was jedoch zwölf Personen liken.

Weinstuben vs. Weinhaus: Kultiges Hockerle mit vielen eingefleischten Fans

Daraus geht hervor, dass die Weinstuben, also das traditionelle Restaurant, insgesamt mit ihrem Service und ihrem Essen punkten können. Auch das Essen wird mehrfach gelobt. Insgesamt outeten sich jedoch mehr Leute als Fans des kultigen „Hockerle“, das früher noch „Probierstube“ hieß, vor allem auf Facebook. Tina meint zum Beispiel: „Vinothek und Hockerle TOP!„. „Zu meinem monatlichen Stammtisch ist der Treffpunkt das ‚Hockerle‘! Wir fühlen uns da sehr wohl und gut betreut!“, erzählt Marie-Luise. German wägt ab: „Restaurant teuer bei mäßiger Leistung. Weinausschank mit den kleinen Snacks und Hockerle super.“

Bei einigen anderen überzeugt jedoch auch das Ambiente der Weinstuben mehr als das des Weinhauses mit der Vinothek, wie etwa unsere Facebook-Followerin Nadl erzählt, die gleichzeitig einen Nachteil am Außenbereich des Weinhauses zu Bedenken gibt: „Wir sitzen gerne im Sommer im Hof, da uns die Sitzplätze unter dem schönen Baum an der Straße zu laut sind. Und wer will schon bei Abgasen und Motorlärm seinen Wein trinken?“ Echte Fans hat jedoch trotzdem vor allem das Hockerle.

Fazit: Sehr geschätzte, aber teure Gastronomieangebote

Das Bürgerspital scheint nicht umsonst das drittgrößte Weingut Deutschlands zu sein. An den Weinen hatte niemand in unseren Communitys etwas auszusetzen – im Gegenteil! In puncto Gastronomie erntete das Spital nur vereinzelt Kritik, in manchen Fällen sogar Lob in höchsten Tönen. Während die Weinstuben vor allem mit Service auf sehr hohem Niveau überzeugen, finden viele das Hockerle einfach gemütlich und kultig. Insgesamt scheint die Vinothek mit seinen einfachen Sitzmöglichkeiten jedoch mehr überzeugte Fans zu haben als das Restaurant. Die hohe Qualität und der gute Ruf schlagen sich allerdings auf die Preise nieder, die nicht wenige für zu hoch halten, egal, wie gut der Wein auch schmeckt.

Daher sagen die Stammgäste im Bürgerspital „Hockerle“ zum Weinhaus

Bleibt noch zu klären, warum die eingefleischten Würzburgerinnen und Würzburger zum Weinhaus mit Vinothek im Bürgerspital eigentlich „Hockerle“ sagen. Bis 2010 gab es dort nur einen kleinen Stehausschank direkt unter dem berühmten, markanten Glockenspiel. Auf Würzburg Wiki heißt es zur Namensgebung: „‚Hockerle‘ wurde der Stehausschank von den Würzburgern getauft, weil die Holzbänke direkt an der Wand angebracht waren. Ein Zecherpaar konnte hier eben so nebeneinander sitzen und auf einem kleinen Tischchen Schoppen und Ellenbogen abstellen.“ Heute steht innen am Eck unter dem Glockenspiel ein markanter Stammtisch, bei dem man gerne auch unter verschiedenen Gruppen und Paaren „zam rückt“, wie in einer Heckenwirtschaft. Auf zwei Seiten dieses Tisches gibt es Holzbänke mit Sitzpolstern, die bis heute das ursprüngliche lockere Hockerle-Feeling vermitteln. Übrigens darf man – ganz in der Würzburger Bäck-Tradition – im Hockerle gerne auch seine eigene Brotzeit mitbringen.

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