Stadt Würzburg appelliert: Wildfüttern befeuert Taubenproblem

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Philipp Heilgenthal

17. April 2026

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Eine hohe Taubenpopulation sorgt in Würzburg für viele Probleme. Foto: Thomas Obermeier

Tauben fühlen sich in Großstädten wie Würzburg sehr wohl und werden schnell zur Plage. Wer in Würzburg zentral wohnt und einen Balkon besitzt, kann ein Lied davon singen. Nun schlägt die Stadt Würzburg angesichts zunehmender Fälle von Wildfütterungen von Tauben Alarm und erinnert daran, dass das Füttern von Tauben illegal ist.

Vermehrt Fütterung von Tauben

In jüngster Zeit häufen sich Meldungen bei der Stadt Würzburg, dass Tauben insbesondere in der Stadtmitte und in der Sanderau verbotswidrig gefüttert werden, wie die Kommune in einer Pressemitteilung schreibt. Dabei sollen immer wieder Taubenfreunde und -freundinnen beobachtet worden sein, wie sie Futter aus Taschen rieseln lassen, aus dem Auto verteilen oder vom Fahrrad aus auf dem Gehweg flächendeckend Futter verstreuen.

Diese grundsätzlich gut gemeinte Geste führt zu großen Problemen, denn die Tauben beginnen in den „All-you-can-eat“- Bereichen, sich einen Nistplatz zu suchen, um möglichst nahe an der Futterstelle zu wohnen und zu brüten. Das führt wiederum zu einem starken Anstieg der ohnehin schon sehr hohen Taubenpopulation in Würzburg. Gleichzeitig werden diese Bereiche massiv und überproportional verschmutzt, was zu einem großen Ärger bei den Bewohnern des jeweiligen Viertels führt und insbesondere auf Fahrradwegen die Verkehrssicherheit beeinträchtigt.

Fütterungen bringen das städtische Taubenmanagement durcheinander

„Auch für das Taubenmanagement der Stadt Würzburg ergeben sich Probleme“, teilt Dr. Lieven Pool, Leiter des Fachbereichs Verbraucherschutz mit, da die Tauben von den städtisch betreuten, geschützten Schlägen und Türmen weggelockt werden: „In diesen Schlägen füttern wir die Tauben, um sie an den Schlag zu binden und die Eier auszutauschen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn es keine konkurrierenden illegalen Fütterungen gibt.“

Futter kann gefährlich für Tauben sein – „Rattenhochburgen“ bei Fütterungsstellen

Nicht außer Acht zu lassen, ist auch der tierschutzrechtliche Aspekt, denn meist ist das ausgestreute Futter nicht artgerecht. Schließlich vertragen die Vögel oft konventionelle Lebensmittel nicht oder sie bekommen Verdauungsprobleme von bestimmten Lebensmitteln. Die Stadt spricht weiterhin davon, dass immer häufiger auch Rattenhochburgen in der Nähe von „Taubenfütterungsstellen“ festgestellt wurden, da die Nager gern das herumliegende Taubenfutter aufnehmen.

Bis zu 1.000 Euro Strafe für Wildfütterung

„Entsprechend bittet der Fachbereich VVL darum, in der Stadt Würzburg auf ein Füttern der Tauben zu verzichten“, heißt es in der Pressemitteilung. In diesem Zusammenhang wird nochmals darauf hingewiesen, dass laut Sicherheitsverordnung jegliches Füttern von Tauben im gesamten Stadtgebiet verboten ist. Zuwiderhandlungen illegaler Taubenfütterungen können mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro belegt werden.

Weitere Informationen zum städtischen Taubenprojekt sind auf der Homepage der Stadt Würzburg zu finden.

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