Residenzplatz ohne Parkplätze? Das sind die Stimmen aus dem Netz
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Friederike Bösener
22. April 2026

Wir haben unsere Community gefragt, ob ihnen der Residenzplatz besser gefallen würde, wenn dieser komplett ohne Parkplätze wäre. Foto: Philipp Heilgenthal
Die Würzburger Residenz ist eine der großen Sehenswürdigkeiten in der Domstadt und UNESCO-Weltkulturerbe. Direkt davor: 300 kostenpflichtige Parkplätze. Wir haben unsere Community hypothetisch auf Facebook gefragt: Würde dir der Residenzplatz besser gefallen, wenn er komplett ohne Parkplätze wäre? Die Kommentare dazu sind zwiegespalten.
Pro: Mit Begrünung und ohne Autos wäre der Residenzplatz schöner
„Schöner wäre es ohne Parkplatz zweifellos. Am besten noch mit einer Begrünung. Aus dem Platz könnte man schon was machen.“, schreibt ein User auf der Social-Media-Plattform. Seine Idee: eine Tiefgarage unter dem Platz und darauf schöne Bäume, Rasen, Springbrunnen, vielleicht ein Spielplatz. Die Idee einer Tiefgarage wurde auch von vielen anderen vorgeschlagen. Unsere Redaktion hat darauf geantwortet, dass eine Tiefgarage und darüber wurzelnde Bäume leider nicht so einfach miteinander vereinbar sind, das sieht man beispielsweise beim Marktplatz.
Ein weiterer Kommentar macht auf mögliche Probleme mit der Statik des Gebäudes beim Bau einer Tiefgarage aufmerksam. Darauf, was der Bau einer hypothetischen Tiefgarage kosten würde, geht in den über 260 Kommentaren niemand ein. Ganz ohne Forderung nach einer Tiefgarage findet Sandra: „Am besten wäre es, wenn der Residenzplatz bepflanzt wäre.“
Dieses Video zeigt, wie der Residenzplatz ohne Parkplatz völlig neu gestaltet und genutzt werden könnte:
Kontra: Die Stadt hat laut der Community ohnehin zu wenig Parkplätze
Bernd prognostiziert, falls es keine Parkplätze mehr geben sollte, dass dann auch noch die paar guten Geschäfte schließen und Steuereinnahmen wegbrechen. So meint Martina: „Schöner wäre es schon, aber eine Katastrophe für alle – die Geschäftsleute und die Einkäufer“, ihr Kommentar hat 26 Likes. Ähnlicher Meinung ist Marianne, die für ihren Kommentar 84 Likes bekommen hat und schreibt, dass es optisch wohl schon besser aussehen würde, aber es ohnehin zu wenig Parkplätze gäbe.
Eine weitere Userin fragt sich passend zu Mariannes Kritik: „Wo werden dann die alternativen Parkplätze sein?“ Vorschläge lassen sich in den Kommentaren so gut wie nicht finden. Einen weiteren Nachteil für den Wegfall der Parkplätze am Residenzplatz teilt Diana mit: „Ich bin gehbehindert. Dieser Parkplatz gibt mir die Möglichkeit, trotzdem stadtnah zu parken.“ Dagegen argumentiert Nadel, dass es ein übersichtliches Parkleitsystem der WVV gäbe und viele zentral gelegene Parkhäuser in Würzburg gar nicht ausgelastet seien. Und mit dem Parkhaus Hauptbahnhof wurden vor zwei Jahren über 1.000 neue Parkplätze am Rande der Innenstadt inklusive Straßenbahnanschluss neu geschaffen. Einige Kommentare sprechen sich mit einem einfachen „Nein!“ gegen einen parkplatzfreien Residenzplatz aus.
Kompromiss: „Einbindung des Ensembles in die Realität“
Für Wolfgang scheint die aktuelle Parksituation ein guter Kompromiss zu sein: „Solange der Brunnen und der Ehrenhof frei bleiben, ist es so ein erträglicher Kompromiss zwischen Aussehen und Einbindung des Ensembles in die Realität.“ Ulli sieht das hingegen ganz anders: „Vor einem Weltkulturerbe einen Parkplatz inkl. Kassenautomat, Schilderwald zu haben, ist dem Ensemble nicht würdig.“ Weiter findet er, wäre Park and Ride in Kombination mit einem preiswerten ÖPNV-Ticket eine echte Erleichterung für die Stadt.
Zu Ullis Kommentar wirft Klaus jedoch ein: „Die Mehrheit würde mit Sicherheit nicht ihre Einkäufe in den öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren, sondern verstärkt online kaufen.“ (16 Likes) Margareta sieht dies hingegen anders: „Deswegen bin ich möglichst nie mit dem Auto in die Stadt gefahren. Shoppingtouren mit der Bahn waren einfacher.“
Fazit: Gerne Autofrei, aber zu welchem Preis?
Viele Kommentare sprechen sich für mehr Grün auf dem Residenzplatz aus, viele sind jedoch der Meinung, dass die Parkplätze an dieser Stelle einfach benötigt werden. Die Mehrheit der Kommentare spricht sich hingegen klar gegen einen Residenzplatz ohne Parkplätze aus, wenn bei einem Wegfall dieser Plätze nicht an einem oder mehreren Orten neue Parkplätze geschaffen werden würden. Dieses „ja, aber…“ prägte sichtlich die Diskussion. Auf die Notwendigkeit von Park-and-Ride-Parkplätzen wiesen ebenfalls einige in der Kommentarspalte hin. Es gibt jedoch auch mehrere Stimmen, die auf die Parkplätze zugunsten des UNESCO-Weltkulturerbes und einer alternativen Nutzung als Parkanlage und Aufenthaltsfläche gerne verzichten würden.

