„Nur noch Verbote?“: Das sagt die Community zum Rauchverbot in Schwimmbädern
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Marco Karaschinski
10. Juni 2026

Schwimmbad im Sommer. Symbolfoto: Pascal Höfig
Seit dem 1. Juni gilt in Baden-Württemberg ein verschärftes Nichtraucherschutzgesetz. Unter anderem ist das Rauchen in Schwimmbädern jetzt verboten, Raucherzonen dürfen aber eingerichtet werden. Wir haben unsere Community auf Instagram und Facebook gefragt, was sie von der Vorgabe hält und ob das auch in Bayern beziehungsweise in Würzburg gelten sollte. Die Resonanz war groß, unter unseren Postings kamen sehr viele Kommentare zusammen und schnell wurde klar, wie sehr das Thema polarisiert.
„Es gibt wichtigere Probleme“
Vor allem auf Facebook dominieren Kommentare, die das Rauchverbot nicht nur ablehnen, sondern es als Beispiel für eine allgemeine Verbotsmentalität sehen. Viele User finden, dass sich Politik und Betreiber eher um andere Themen kümmern sollten. Immer wieder fällt dabei der Verweis auf Sicherheitsfragen und die Stimmung in Freibädern. Der Top-Kommentar kommt von Michael und hat 153 Likes. Er schreibt „Auf keinen Fall, es reicht langsam mit dieser Verbotskultur. Da gibt’s größere Probleme, die aktuell in Freibädern behandelt werden sollten. Vor 12 Jahren hat man zum Beispiel keine Security gebraucht.“
In eine ähnliche Richtung geht auch Chris. Er hat für seinen Kommentar 65 Likes erhalten: „Es sollten ganz andere Probleme in Schwimmbädern angegangen werden. Liebe Grüße, ein Nichtraucher“, schreibt er. Auch das ist eine Tendenz, die häufig vorkommt. Selbst einige Nichtraucher sagen nicht ja zum Verbot, sondern sprechen von falschen Prioritäten. Auch auf Instagram gibt es diese Linie, sie ist dort aber weniger dominant. Userin „mom_carol“ schreibt „Es geht langsam zu weit, leben und leben lassen. Wir haben weiß Gott andere Probleme in Bädern“ und „himmelstadter“ nennt das Rauchverbot „das geringste Problem der öffentlichen Freibäder“.
Ein zweites Muster zieht sich durch beide Plattformen. Viele lehnen ein generelles Verbot ab, wünschen sich aber mehr Rücksicht und vor allem weniger Kippenmüll. Auffällig ist, wie oft dabei betont wird, man sei selbst Nichtraucher oder Ex-Raucher. Michael schreibt auf Facebook: „Ich als ehemaliger Raucher und seit über zehn Jahren Nichtraucher finde das eine Frechheit. Lass doch die Leute rauchen im Freibad. Was soll denn das.“ Auf Instagram argumentiert User „einfach_und_“ in eine ähnliche Richtung. „Ich war selbst Raucher und ich muss wirklich sagen, dass mich der Qualm stört, aber man kann doch nicht alles verbieten.“
Raucherzonen als Kompromiss?
Wenn es einen Punkt gibt, bei dem sich die Kommentarspalten am ehesten treffen, dann ist es der Vorschlag von klar abgegrenzten Bereichen. Auf Facebook taucht das häufig als „Raucherzone statt Verbot“ auf, auf Instagram wird es fast genauso formuliert und oft sogar als praktikable Lösung beschrieben. Ko Jut schreibt auf Facebook: „Vielleicht kann man ja eine Raucherecke anbieten.“ Auf Instagram sagt „claudia“: „Vllt. sollte man Raucherzonen einrichten“ und „taschiii_1“ schreibt als Raucher, er hätte nichts dagegen, fände aber Raucherzonen gut, damit klar ist, wo es erlaubt ist. Auch User „beheiko“ bringt auf Instagram den Vergleich mit anderen Bereichen und plädiert für Raucherbereiche statt allgemeiner Verbote. Der Tenor dahinter ist meist derselbe. Regeln ja, aber bitte so, dass beide Seiten Platz haben.
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Zustimmung kommt vor allem wegen Kindern, Passivrauch und Kippen auf der Wiese
Trotz der vielen kritischen Stimmen gibt es auf beiden Plattformen auch deutliche Zustimmung. Der wichtigste Grund ist dabei fast immer die Kombination aus Passivrauch und Zigarettenstummeln, gerade in Bereichen, wo Kinder spielen. Auf Facebook schreibt Birgit „Als Nichtraucher, finde ich, es immer unschön, dass die Kippen gerne überall verteilt sind, auch im Sand. Ohne den Hintergrund zu kennen, ist das für mich eine logische Konsequenz.“ Auf Instagram argumentiert „sieben_list“ ähnlich. „Weil die Kippen oft auf dem Boden landen, bin ich dafür.“ Instagramuserin „maria“ nennt ebenfalls die Sorge, dass kleine Kinder Stummel finden könnten. Und „rose14c“ verweist darauf, dass man nicht immer einfach ausweichen kann, wenn rundherum geraucht wird. Insgesamt wirkt Instagram in der Tendenz zustimmender als Facebook. Dort gibt es sehr viele kurze Pro-Kommentare wie „Mega“ oder „Sehr gut“, während Facebook stärker von Grundsatzkritik geprägt ist. Gleichzeitig ist das Bild auf Instagram nicht einheitlich. Mehrere Nutzerinnen und Nutzer lehnen die Regel ebenfalls ab oder wollen stattdessen Nichtraucherbereiche.
Fazit: Zwei Plattformen, unterschiedliche Schwerpunkte, ein gemeinsamer Streitpunkt
Die Kommentarspalten zeigen keine einheitliche Meinung, aber klare Muster. Facebook ist insgesamt deutlich ablehnender und diskutiert das Rauchverbot oft als Symbol für Verbote und falsche Prioritäten. Instagram enthält mehr Zustimmung, vorwiegend aus Gründen von Kindern und Nichtraucherschutz und wegen der Kippenproblematik. Der wichtigste gemeinsame Nenner beider Plattformen ist aber der Wunsch nach einer Lösung, die praktisch funktioniert. Viele können sich mit Raucherzonen anfreunden, weil damit Rücksicht und klare Regeln möglich wären, ohne dass es sich für alle nach einem vollständigen Verbot anfühlt.

