Petition für mehr Aufenthaltsqualität in der Heidingsfelder Wenzelstraße
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Philipp Heilgenthal
25. Juni 2026

So würden sich die Initiatoren der Petition die Wenzelstraße wünschen. KI-Visualisierung: Johannes Rückert
Anders als in der Würzburger Altstadt gibt es im Städtle in Heidingsfeld keine Fußgängerzone. Auf den Straßen der Altstadt des Würzburger Stadtteils dominieren fahrende und vor allem parkende Autos. Mehrere engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich nun zusammengetan und eine Petition gestartet, um dies in der zentralen Wenzelstraße künftig zu ändern. Wir haben die Details der Petition „Wenzelstraße sicher und lebenswert gestalten“ zusammengefasst.
Viele hitzige Debatten um Verkehrs- und Raumgestaltung in Würzburg
Immer wieder gibt es in Würzburg hitzige Debatten um die Gestaltung des öffentlichen Raums. Generell gibt es bei Diskussionen wie um die Wenzelstraße zwei Lager, sowohl in der Politik als auch in der Bürgerschaft. Die einen möchten möglichst viele und möglichst kostenlose oder zumindest günstige Parkplätze für Autos erhalten oder ausweiten. So verhinderte 2022 ein Bürgerbegehren erfolgreich die Pläne des Stadtrasbegehrens „Besser in den Bischofshut“, das das Parken auf der Talavera kostenpflichtig machen wollte.
Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die den Autos vor allem in der Innenstadt weniger Raum zusprechen möchten, sprich mehr Park- und Fahrverbote für den motorisierten Individualverkehr fordern, um Platz für Grünanlagen, großzügigere Fuß- und Radwege, usw. zu schaffen. Als erfolgreichste Maßnahme in jüngerer Zeit gilt in dieser Hinsicht die Erweiterung der Fußgängerzone auf die Eichhornstraße und die Spiegelstraße 2015. Außerdem gibt es Pläne, alle öffentlichen Parkplätze der Karmelitenstraße zugunsten von Bäumen und Fahrradwegen zu entfernen.
Mangelnde Sicherheit für Senioren und Kinder als Hauptproblem
Eine ähnliche Umgestaltung der Wenzelstraße fordern derzeit die Petentinnen und Petenten aus Heidingsfeld. Bisher befinden sich in der Straße, die vom zentralen Heidingsfelder Rathaus in Richtung Steinbachtal führt, viele Parkplätze für Autos. Fahrradständer sind hier dagegen Mangelware; bis auf eine kleine Grünanlage ist die Straße vollständig versiegelt. Bis 2001 fuhr in dieser Straße übrigens noch die Straßenbahnlinie 3 weiter bis zum Ostbahnhof. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die dieses Anliegen initiierten, sehen hier vor allem zugunsten von mehr Sicherheit dringenden Handlungsbedarf. „Besonders Kinder, Senior:innen und Menschen mit Behinderungen können Geschäfte und Gastronomie im Städtle derzeit nicht sicher erreichen“, beklagen sie in der Petition. Um dies zu erreichen, fordern die Initiatorinnen und Initiatoren zunächst keine klaren Maßnahmen gegen den Individualverkehr wie die Einrichtung einer Spielstraße oder einer Fußgängerzone. Vielmehr ist ein gemeinsamer Dialog mit Bürgerbeteiligung die Forderung. Weitere Forderungen der Petition sind:
- Sichere Wege für alle
- Mehr Grün, mehr Schatten, mehr Aufenthaltsqualität
- Behinderten-Parkplätze, Liefer- und Haltezonen
- Ausreichend Fahrrad-Abstellplätze
Hier geht es zur Petition „Wenzelstraße sicher und lebenswert gestalten“

Und so sieht es derzeit in der Wenzelstraße aus: unsicher und wenig einladend, finden die Petenten. Foto: Nargis Silva
„Eine Wenzelstraße des Verweilens statt des Durcheilens“ gefordert
Zusammengefasst zielt die Petition hin zu einer Wenzelstraße des „Verweilens statt des Durcheilens“. „Eine Neugestaltung würde nicht nur den Einzelhandel stärken und das Städtle für Familien und Senior:innen attraktiver machen, sondern auch aktuellen Herausforderungen wie Hitzeschutz, Luft- und Lärmbelastung effektiv begegnen“, heißt es in der Petition. Deren Unterstützerinnen und Unterstützer möchten als ersten Schritt zumindest eine „Perspektive“ haben, die ihnen „ein Leben in Heidingsfeld auch in Zukunft attraktiv und möglich erscheinen lässt“. Wie in der Visualisierung zu sehen, müssten für die Umsetzung der Forderungen die bisherigen Parkplätze weichen. Dies deckt sich auch mit der zentralen Kritik der Petition an der bisherigen Gestaltung der Straße: „Der öffentliche Raum in der Wenzelstraße steht bisher überwiegend dem motorisierten Verkehr zur Verfügung .“
Auch Einzelhändler begrüßen die Petition
Dass eine Umgestaltung den Einzelhandel verbessern werde, davon sind auch die Einzelhändler und -händlerinnen vor Ort überzeugt. In der Bar „Linie 3“ am Anfang der Wenzelstraße klebt das Schreiben der Petition, während Katharina Pöhl, Betreiberin der St. Georgs Apotheke, Unterschriften zur Rückkehr der Wenzelstraße als Einbahnstraße sammelte (MP+). Im Zuge der Bauarbeiten in der benachbarten Klingenstraße seit Frühling 2025 wurde die Straße nämlich temporär zur Einbahnstraße. Dies war ursprünglich auch eine der Forderungen der Petition. Am 11. Juni kam die Stadt Würzburg zumindest dieser Forderung bereits zuvor: Ab 1. Juli ist die Wenzelstraße wieder wie gewohnt eine Einbahnstraße.
Forum: Unmut über den vielen Verkehr, Angst vor Unfällen
Die Petition startete am 20.05.2026 und hat nach gut einem Monat 146 Unterschriften gesammelt. In dem Forum äußerten sich bereits über 50 Personen ihren Kommentaren ihren Unmut über die Situation. Fiona schreibt etwa: „Ich möchte mit meinem Sohn durch das Städtle spazieren, ohne pausenlos darauf achten zu müssen, dass er nicht vor ein Auto gerät.“, während Tobias zu denken gibt: „Menschen verbringen hier Zeit, nicht Autos.“ Philipp, der laut eigener Aussage oft in Heidingsfeld unterwegs ist, findet die aktuelle Situation gruselig und Radfahren dort gefährlich.

