Kostenexplosion beim Mainfranken Theater: Unsere Community übt deutliche Kritik

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Josephine Volk

28. Juni 2026

Mainfrankentheater

Wie geht es weiter mit der Baustelle Mainfranken Theater? Foto: Christoph Weiß

Die Sanierung des Mainfranken Theaters sorgt seit Jahren für Diskussionen und deutliche Kritik an den Verantwortlichen. Inzwischen liegen die veranschlagten Kosten bei rund 135 Millionen Euro, ein Ende der Bauarbeiten ist weiterhin nicht in Sicht. Wir haben unsere Follower auf Facebook und Instagram gefragt, was sie von dem Großprojekt halten.

Die Stimmung fällt dabei eindeutig aus: Die große Mehrheit der Kommentare äußert Kritik an den steigenden Kosten, der langen Bauzeit und den Prioritäten der Stadt. Nur vereinzelt gibt es Stimmen, die das Theaterprojekt trotz der Schwierigkeiten verteidigen.

135 Millionen Euro: Kritik an Kosten und fehlender Verantwortung

Am häufigsten wird der enorme Kostenanstieg moniert. Viele Nutzerinnen und Nutzer sprechen von einer Verschwendung von Steuergeldern und bemängeln, dass niemand für Fehlplanungen Verantwortung übernehmen müsse.

Auf Instagram schreibt Domi Forberger: „Eine absolute Frechheit. Jeder Privatmann schaut auf jeden Euro und hier werden zig Millionen ohne jegliche Konsequenz in einer extrem schwierigen Zeit verbrannt.“ Ein weiterer Instagram-Kommentar lautet: „Eine unsägliche Verschwendung und wie immer ist niemand verantwortlich“ (@suzysorrowless63).

Auch auf Facebook fallen die Reaktionen deutlich aus. Ralf Eschenbach nennt das Projekt schlicht „die pure Steuergeldverschwendung“, Markus Klaus spricht von „Geldverschwendung“ und Andrea Grieb fragt: „ […] Warum werden Pfuscher, Fehlplaner und Geldverschwender nicht in Regress genommen?“

Mehrere Kommentare fordern sogar persönliche Konsequenzen für Verantwortliche. So schreibt Gerhard Bachmann: „Da gehören alle Verantwortlichen haftbar gemacht. Zur Not auch in den Knast, wenn kein Geld da ist.“

Wunsch nach Investitionen in Schulen, Straßen oder Kitas

Ein weiteres großes Thema ist die Frage, ob das Geld nicht sinnvoller eingesetzt werden könnte. Immer wieder werden marode Schulen, Kindergärten, Straßen oder Brücken genannt.

Achim Krebs findet: „Lächerlich. Das Geld wäre für die Sanierung der städtischen Schulen und Kindergärten und Jugendzentren deutlich besser aufgehoben.“ Mirjam Rieß schreibt: „Das Geld könnte man durchaus sinnvoller investieren. Kitas, Schulen, Straßen …“

Auch auf Instagram wird dieser Punkt häufig aufgegriffen. Dort heißt es unter anderem: „Wir haben marode Straßen, Brücken, Schulen, Schwimmbäder … und müssen 135 Mio. in ein Theater schaufeln.“ (@suzysorrowless63) Ein weiterer Kommentar lautet: „Es gibt Wichtigeres als ein marodes Theater! Wie etwa Schulen, Kindergärten, Kitas und Infrastruktur.“ (@watchnotouch3)

Abriss statt Sanierung?

Mehrere Nutzerinnen und Nutzer stellen die gesamte Sanierung infrage und hätten einen Neubau bevorzugt. Claudia Em schreibt: „Abreißen, neu bauen, dann kostet es nur die Hälfte.“ Gerhard Goesebrecht kommentiert lediglich: „Abreißen!“ und Michael Georg Maria meint nüchtern: „Abreißen und gut.“

Auch auf Instagram wird diese Meinung geteilt. Dort schreibt ein Nutzer: „Abreißen und neu bauen wäre sicher billiger gewesen.“ Andere schlagen ganz andere Nutzungen vor. Chris Mei schreibt augenzwinkernd: „Abreißen, Biergarten draus machen“, während Peter Ba stattdessen Wohnungen an dieser Stelle bevorzugen würde.

Zweifel an Planung und Baukompetenz

Neben den Kosten wird häufig die mangelhafte Planung kritisiert. Viele sehen das Theater als weiteres Beispiel für ausufernde öffentliche Bauprojekte.

Holger Dieske schreibt: „Die öffentliche Hand kann nicht mal ein Scheißhaus im Zeit- und Kostenrahmen bauen.“ Silvie Ho fragt: „Warum eigentlich, kann niemand mehr vernünftig planen?“ Mehrere Nutzer ziehen Vergleiche zu anderen bekannten Großprojekten. Roland Schwab nennt „Stuttgart 21“, Thomas W. Wenzel schreibt „Elbphilharmonie lässt grüßen“. Auf Instagram heißt es außerdem: „Ein Witz! Sowas kann Deutschland seit diversen Jahren perfekt.“

Gebäude selbst stößt auf Kritik

Nicht nur die Kosten, sondern auch das Erscheinungsbild des Theaters kommt bei einigen Kommentierenden schlecht an.

Doro Müller findet das Gebäude „gigantisch überdimensioniert“ und schreibt, es passe „überhaupt nicht nach Würzburg“. Auf Instagram heißt es außerdem: „Sieht nicht schön aus“ oder „Dieses Mainfranken Theater ist einfach nur ein Schandfleck.“

Stimmen für Kultur und das Theater

Zwischen den vielen kritischen Kommentaren finden sich allerdings auch einige, die das Projekt grundsätzlich unterstützen. Sie weisen darauf hin, dass Kultur ihren Preis habe und das Theater langfristig wichtig für Würzburg sei.

Sabine Härter schreibt auf Facebook: „Mir gefällt es gut und wenn es gut gemacht wird, wird es vielleicht Weltbühne.“ Sebastian Aussenhofer zeigt Verständnis für die Kostenentwicklung: „Kunst und Kultur kosten halt leider Geld. Natürlich ist es sehr ärgerlich, dass das jetzt so ausreißt.“ Juliane Lyding-Vollpracht blickt trotz allem optimistisch nach vorne: „Vielleicht ein bisschen zu groß gedacht, aber da müssen wir jetzt durch.“

Fazit

Unter beiden Beiträgen überwiegt die Kritik deutlich. Viele Nutzerinnen und Nutzer halten die inzwischen veranschlagten 135 Millionen Euro für unverhältnismäßig und wünschen sich, dass das Geld stattdessen in Schulen, Kitas, Straßen oder andere kommunale Aufgaben fließt. Immer wieder werden fehlende Verantwortung, mangelhafte Planung und Vergleiche mit anderen deutschen Großprojekten genannt. Gleichzeitig gibt es einzelne Stimmen, die den Wert von Kunst und Kultur betonen und hoffen, dass sich die Investition langfristig für Würzburg auszahlt.

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