65-Jähriger mit Israel-Anstecker in Höchberg schwer verletzt

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Philipp Heilgenthal

21. Juli 2026

Symbolfoto: Pascal Höfig
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Ein Tatverdächtiger wird mit Handschellen abgeführt. Symbolfoto: Pascal Höfig

Ein 20 Jahre alter syrischer Staatsangehöriger steht im Verdacht, in der Nacht von Sonntag auf Montag einen 65-jährigen Deutschen in Höchberg, Landkreis Würzburg, körperlich angegriffen und schwer verletzt zu haben. Der Beschuldigte befindet sich bereits in Untersuchungshaft. Die Generalstaatsanwaltschaft München hat aufgrund der bestehenden Anhaltspunkte für eine israelfeindliche und islamistische Tatmotivation die Ermittlungen übernommen, wie die Instanz in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Polizei Unterfranken mitteilt.

65-Jährigen krankenhausreif geprügelt

Sonntagnacht soll der Beschuldigte nach einer zunächst verbalen Auseinandersetzung in Höchberg, Landkreis Würzburg, einen 65-jährigen Deutschen körperlich angegriffen und ihm dabei Schläge und Fußtritte auch im Kopfbereich versetzt haben. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge trug das Opfer einen Anstecker mit der israelischen Fahne. Das Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Würzburg erlitt neben zahlreichen Hämatomen einen Wirbelbruch und wird derzeit stationär in einem Krankenhaus behandelt.

Weiterführende fortlaufende Berichte zur Tat gibt es auf mainpost.de

OB Martin Heilig nimmt Stellung zur Attacke

Inzwischen nahm auch bereits Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig zu dem Vorfall Stellung: „Als Oberbürgermeister verurteile ich den feigen und menschenverachtenden Angriff in Höchberg auf ein in Würzburg lebendes Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aufs Schärfste. Meine Gedanken sind beim Opfer. Ich wünsche ihm von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung.“ Für Heilig sei die Attacke ein unerträglicher Angriff auf unsere demokratischen Grundwerte und unsere offene Gesellschaft.

Mehrere Polizeistreifen nahmen den 20-jährigen Tatverdächtigen noch vor Ort vorläufig fest, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Dabei soll sich der Mann zur Wehr gesetzt haben, weshalb er in der Folge zu Boden gebracht und gefesselt werden musste. Ein Polizeibeamter wurde dabei leicht verletzt.

Richter erlässt Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg erließ der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Würzburg am 20.07.2026 Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung gegen den 20-jährigen Beschuldigten, der in der Vergangenheit bereits strafrechtlich u.a. wegen Körperverletzungsdelikten in Erscheinung getreten war. Laut dem Richter soll er den Tod des Opfers bewusst in Kauf genommen haben. Der Tatverdächtige befindet sich in Untersuchungshaft in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt. Ermittlungen der Kriminalpolizei unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft – Der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz – dauern an.

Bereits am frühen Abend auf Fest in Höchberg aufgefallen

Die Ermittlungen führt die Generalstaatsanwaltschaft München in enger Abstimmung mit der Kriminalpolizei Würzburg. Dabei werden insbesondere auch Hinweise auf ein religiös motiviertes Handeln oder auch ein israelfeindliches bzw. antisemitisches Motiv geprüft. Bereits am frühen Abend des 19.07.2026 wurde der Mann von der Polizei auf dem Marktfest in Höchberg kontrolliert, da er dort laut Zeugenaussagen Personen belästigt haben soll. Zu strafbaren Handlungen kam es hier nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen jedoch nicht.

Die Polizei bittet nunmehr Personen, denen der Tatverdächtige in Höchberg auf dem Fest am Marktplatz oder in der Hauptstraße im Bereich der dortigen Bushaltestelle aufgefallen ist, sich unter Tel. 0931/457-1732 bei der Kriminalpolizei in Würzburg zu melden.

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