Alkoholverbot im Würzburger Hauptbahnhof kommt – aber auch nur dort

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Philipp Heilgenthal

21. Juli 2026

hauptbahnhof würzburg

Der Hauptbahnhof in Würzburg. Foto: Silvia Gralla

In ganz Deutschland wird der Konsum von Alkohol in Bahnhöfen verboten, und somit auch in Würzburg. In einer Pressemitteilung erklärt die Deutsche Bahn, weshalb sie diese Regelung einführt. Wir erklären kurz die Konsequenzen des Alkoholverbots.

Brutaler Angriff im Zug als Anlass – DB sieht Zusammenhang zwischen zu viel Alkohol und Gewalt

Einen brutalen Angriff auf einen Zugbegleiter vergangenen Freitag nimmt die Deutsche Bahn zum Anlass, hart durchzugreifen. In allen Bahnhöfen dürfen keine alkoholischen Getränke mehr getrunken werden. Damit möchte das Unternehmen die Sicherheit für ihre Mitarbeitenden und Reisenden verbessern. „Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt“, argumentiert DB-Chefin Evelyn Palla in der Pressemitteilung. Die neue Regel gilt bundesweit und wird bis zum 15. Oktober 2026 schrittweise an allen Bahnhöfen in Deutschland umgesetzt.

Alkoholverbot für die Bahn nur im und nicht vor dem Würzburger Hauptbahnhof durchsetzbar

Die DB führt das neue Verbot im Rahmen ihres Hausrechts ein. Dafür sind in den nächsten Wochen lokale Anpassungen von Hausordnungen in Abstimmung mit Kommunen, Behörden und Verwaltungen nötig. Das heißt jedoch auch (Stand jetzt), dass das Verbot direkt an der Eingangstür des Würzburger Hauptbahnhofs enden wird. Denn das Grundstück des Bahnhofsvorplatzes gehört der Stadt Würzburg beziehungsweise dem Kommunalunternehmen WVV. Bekanntlich finden jedoch auf dem Bahnhofsvorplatz deutlich schlimmere Alkoholexzesse als im Bahnhofsgebäude statt.

Beamte der Bundespolizei Würzburg am Hauptbahnhof Würzburg- Symbolfoto: Pascal Höfig

Ob die Bundespolizei künftig zur Überwachung des Alkoholverbots eingesetzt wird und wie streng sie das kontrollieren würden? Symbolfoto: Pascal Höfig

Wird das Alkoholverbot überhaupt überprüft?

Fraglich ist auch, ob und wie strikt das Alkoholverbot im Würzburger Bahnhof und auf deren Gleisen de facto überhaupt umgesetzt und kontrolliert werden soll. Wie dies in der Praxis aussehen könnte, kann man bereits etwa in Nürnberg oder München beobachten, deren Hauptbahnhöfe offiziell bereits alkoholfrei sind. Hier findet – soweit überhaupt bekannt – das Alkoholverbot kaum Beachtung. „Bei Verstößen gegen das Alkoholkonsumverbot erfolgt ein Platzverweis. Im Wiederholungsfall spricht die DB ein Hausverbot aus“, heißt es dazu lediglich in der Pressemitteilung.

Sobald man im Zug sitzt, darf man getrost alkoholische Getränke trinken

Im Yormas im Bahnhof darf übrigens auch nach dem 15. Oktober und darüber hinaus weiterhin Alkohol verkauft werden. Es ist weiterhin erlaubt, sein Bier oder Wein von dort aus innerhalb des Bahnhofs verschlossen im Gepäck mitzuführen oder in der Hand zu tragen. Sobald man jedoch vom Gleis in den Zug eingestiegen ist, darf man getrost sein Bier öffnen und genießen.

Denn von einem allgemeinen Alkoholverbot in Zügen ist seitens der DB keine Rede, und das, obwohl das genannte Gewaltverbrechen innerhalb eines Zuges und nicht in einem Bahnhof geschehen ist. Bisher gilt das nur in ausgewählten S-Bahnen, wie etwa in München oder Hamburg, jedoch nicht im Gebiet des Nahverkehrs Mainfranken. In Fernzügen werden sogar alkoholische Getränke nach wie vor im Bordbistro verkauft.

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