Lebhafte Debatte auf Social Media über Camper am Viehmarkt in Würzburg
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Marco Karaschinski
28. Juli 2026

Sobald es warm wird, füllt sich der Viehmarkt an der Friedensbrücke mit Wohnmobilen. Foto: Philipp Heilgenthal
Spätestens seit der Corona-Pandemie hat die Zahl der Wohnmobile am Viehmarkt an der Friedensbrücke spürbar zugenommen. An manchen Sommertagen wirkt es, als wäre fast der ganze Parkplatz von Campern belegt. Wir haben dazu unsere Community gefragt, ob das zu viel ist oder ob man das gelassen nimmt und ob darin eher Probleme oder Chancen für Würzburg stecken.
In den Kommentaren zeigt sich ein recht klares Bild. Viele reagieren überwiegend entspannt oder sogar positiv. Gleichzeitig tauchen immer wieder Punkte auf, bei denen sich einige mehr Ordnung und bessere Lösungen wünschen.
Viele finden das völlig in Ordnung und sehen eine Chance für Würzburg
Sandra findet nicht, dass es zu viele sind, sondern eher zu wenige Stellplätze. Sie widerspricht auch dem Argument, Camper würden kein Geld bringen Ihrer Meinung nach nutzen sie zwar kein Hotel, geben aber trotzdem in Cafés, Restaurants, beim Bäcker und beim Sightseeing Geld aus. Ulla sieht das ähnlich und schreibt knapp, dass Urlauber Einnahmen bringen. Katrin ordnet es als ganz normalen Tourismus ein und meint, das bringe Geld.
Jutta wünscht sich, Würzburg sollte sich an anderen Städten orientieren und einen vernünftigen Stellplatz anlegen. Ihrer Ansicht nach ist die Nachfrage da und Wohnmobilisten lassen gerne Geld in der Stadt, gerade, wenn es attraktive Angebote gibt. Joachim findet die Wohnmobilfahrerinnen und Fahrer freundlich und fragt, wo sie denn sonst hin sollen. Linda schreibt, man solle die Camper doch stehen lassen, sie würden schließlich dafür zahlen. Auch Walter argumentiert, man solle Camper nicht als Problem sehen, sondern mehr gut ausgestattete Stellplätze schaffen. Das würde entlasten, für mehr Ordnung sorgen und den Tourismus fördern.
Mehrere Kommentare gehen auch in die Richtung, dass Würzburg als Stadtbesuch vom Stellplatz profitiert. Claudia schreibt, sie komme gerne mit dem Wohnmobil und habe dort noch nie gekocht, sondern sei immer in verschiedenen Lokalen eingekehrt und habe in Geschäften Geld ausgegeben. Cornelius meint, Camper hätten Geld und würden auch shoppen und essen gehen, deshalb solle man mehr Stellplätze errichten. Andrea findet, Würzburg habe bislang noch nicht genug getan, um mehr Wohnmobiltouristen anzuziehen, obwohl der Bedarf da sei.
Andere sind eher genervt und wünschen sich klare Regeln oder Alternativen
Ein Teil der Community sieht die Lage kritischer. Thomas findet, der Platz sei überfordert, weil die Nachfrage höher sei als das, was die Fläche hergibt. Er beschreibt, dass man von der Friedensbrücke aus zeitweise den Eindruck bekomme, der Viehmarkt sei ein reiner Wohnmobilplatz. Katharina stört sich daran, dass manche Fahrzeuge mehrere normale Parkplätze blockieren und teils noch Stühle oder weitere Dinge zusätzlich Raum nehmen. Mar nennt einen ganz praktischen Konflikt, sie möchte den Platz nutzen, wenn sie etwa mit ihrer Mutter im Rollstuhl zum Flohmarkt will und anderswo alles voll ist, dann wird es schwierig, wenn der Viehmarkt zugeparkt ist.
Auch das Thema Sicherheit kommt vor. Ein Kommentar kritisiert, dass der Fahrradweg quer über den Wohnmobilbereich unübersichtlich und gefährlich sei. Beim Thema Sauberkeit gehen die Aussagen auseinander. Michael verteidigt Wohnmobilfahrer und meint, Müll komme eher von Leuten an der Promenade. Maik widerspricht deutlich und schreibt, am Ufer sammle sich Müll und man finde auch in den Randbereichen sehr unangenehme Hinterlassenschaften.
Grundsätzlich wird auch darüber gestritten, wie viel Wohnmobilisten der Stadt wirklich bringen. Clemens schreibt, Stellplätze würden hohe Kosten verursachen, während Wohnmobilisten als Selbstversorger vor Ort relativ wenig Geld ausgeben und eher „Overtourismus“ fördern. Gerhard geht in dieselbe Richtung und behauptet, viele säßen vor allem mit Klappstuhl da und verzehrten mitgebrachtes, Gastronomie sei die Ausnahme. Bert fasst diese Sicht ausführlicher zusammen und kommt zu dem Schluss, dass es für Würzburg seiner Meinung nach zu viele seien, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht passe.
Ein häufiger Kompromissgedanke: mehr Ordnung und faire Bezahlung
Zwischen Zustimmung und Kritik taucht immer wieder der Wunsch auf, das Ganze besser zu steuern. Gerrit schlägt vor, den Bereich konsequent als Camperparkplatz zu gestalten, die Markierungen neu zu ziehen und Geld zu verlangen, weil manche Wohnmobile über mehrere Stellplätze stehen würden. Tina sagt, solange ordentlich geparkt wird und der Dreck weggeräumt wird, sei es kein Problem, sie fände aber eine Standgebühr sinnvoll, damit Würzburg auch wirklich profitiert (Anmerkung d. Red.: Der Parkplatz am Viehmarkt ist kostenpflichtig, sowohl für Pkw als auch für Wohnmobile).
Unterm Strich: Wenig Probleme mit Campern
Viele aus der Community nehmen die vielen Camper am Viehmarkt gelassen und sehen darin eher einen Pluspunkt für den Tourismus und die Innenstadt. Gleichzeitig zeigen die Kommentare, dass es Reibungspunkte gibt, vor allem wenn Parkplätze knapp werden, Flächen blockiert werden oder die Infrastruktur nicht mithält. Am häufigsten klingt als Lösung an, dass Würzburg das Thema nicht wegdiskutieren sollte, sondern es besser organisiert, mit klaren Regeln, fairen Gebühren und einem Stellplatz, der zur Nachfrage passt.

