Galeria in Würzburg droht erneut das endgültige Aus

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Philipp Heilgenthal

29. Juli 2026

Galeria Kaufhof in Würzburg. Foto: Pascal Höfig
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Galeria Kaufhof in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Erneut droht das endgültige Aus für das größte Kaufhaus in Würzburg. Nachdem 2024 die eigentlich geplante Schließung der Galeria Kaufhof Filiale in der Schönbornstraße gerade noch so abgewendet werden konnte, steht sie jetzt erneut auf dem Prüfstand.

Nicht das erste Mal muss der Standort Würzburg um seine Existenz bangen

Bereits im Winter 2023 hatten die Beschäftigten in Würzburg Sorge, als der krisengebeutelte Konzern eine Schließungswelle ankündigte. Im März 2023 konnten sie schließlich vorerst aufatmen, als klar wurde, dass der Standort Würzburg von den geplanten Schließungen verschont bleiben sollte. Zeitgleich wurde beschlossen, den Standort im nahegelegenen Schweinfurt dichtzumachen. Gut ein Jahr später der Schock: Jetzt sollte es auch der traditionsreichen Würzburger Filiale an den Kragen gehen. Doch einige Monate später konnte ein Kompromiss bei der Miete ausgehandelt werden, nicht zuletzt dank des Einsatzes des damaligen Oberbürgermeisters Christian Schuchardt und des Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger.

33 von 83 Filialen stehen auf kritischem Prüfstand – darunter auch Würzburg

Dieser Kompromiss reicht allerdings inzwischen offenbar nicht mehr aus. Galeria hatte bereits Ende Juni angekündigt, alle 83 Filialen in Deutschland auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. 33 Warenhäuser gelten dabei schon jetzt als kritisch und könnten im Ergebnis geschlossen werden. Inzwischen hat das Unternehmen mitgeteilt, welche Standorte davon betroffen sind.

In Bayern betrifft das die Filialen in Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München (Rotkreuzplatz) und eben Würzburg. Galeria will nun mit den jeweiligen Vermietern über Mietkonditionen sowie Anpassungen der genutzten Flächen (neu) verhandeln. Falls keine tragfähigen Lösungen gefunden werden, sei der Fortbestand der einzelnen Filialen gefährdet.

Verhandlungen mit dem Vermieter wegen zu hoher Miete

In Würzburg sei man laut der Pressemitteilung bereits mit dem Vermieter in Verhandlungen getreten. Hier sei die hohe Miete des Unternehmens ein großes Problem; das Geschäft laufe dagegen eigentlich weiterhin gut. „Die Miete ist im Verhältnis zur Ertragskraft des Hauses deutlich zu hoch und verhindert einen wirtschaftlich eigenständig tragfähigen Betrieb“, heißt es darin.  Galeria möchte zwar den Standort Würzburg erhalten – jedoch nicht um jeden Preis: „Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, besteht auch die Möglichkeit, dass sich Galeria nach Erfüllung von Verträgen aus Standorten zurückzieht.“

Oberbürgermeister Heilig und Vorgänger Schuchardt bieten Unterstützung an

Indes hat sich Oberbürgermeister Martin Heilig bereits als Vermittler der Verhandlungen angeboten. „Wir werden auch angesichts der aktuellen Schlagzeilen Überzeugungsarbeit für Würzburg leisten“, wird er in einer Pressemitteilung der Stadt zitiert. Heilig wird sich kommende Woche mit den Oberbürgermeistern/Vertretern der betroffenen bayerischen Städte austauschen. Zudem wird Christian Schuchardt, der sich 2024 erfolgreich für den Standort eingesetzt hat, in seiner neuen Funktion als Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags zu einem bundesweiten Austausch eingeladen. „Insofern kämpfen der aktuelle Oberbürgermeister und sein Vorgänger in dieser wichtigen Frage im engen Schulterschluss“, heißt es in der Pressemitteilung.

Gemeinsames schreiben der Würzburger Landtagsabgeordneten an Wirtschaftsminister Aiwanger

Auch die Würzburger Landtagsabgeordneten zeigen sich besorgt angesichts der drohenden Schließung des Kaufhauses. In einem gemeinsamen Schreiben appellieren sie an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, sich erneut für einen Erhalt des Würzburger Standorts einzusetzen. „Hier geht es nicht um irgendeine Filiale eines Konzerns. Es geht um die wirtschaftliche Attraktivität einer ganzen Stadt und Region“, heißt es in dem Schreiben, das MdL Andrea Behr dieser Redaktion zusandte. „Wir müssen alles daransetzen, die Nahversorgung zu sichern und einer Verödung der Innenstadt entgegenzuwirken.“ Als Würzburger Abgeordnete würden sie gemeinsam Verantwortung für eine lebendige Innenstadt für alle Generationen tragen. Die Würzburger MdLs bitten Staatsminister Aiwanger daher, sich zeitnah einzuschalten, um mit allen eine tragfähige Lösung zu finden.

Ein Kaufhaus in Würzburg mit großer Tradition

Generell erklärte Geschäftsführer Tilo Hellenbock, man werde jeden Standort einzeln und „ergebnisoffen“ bewerten. Einen Zeitpunkt für konkrete Entscheidungen nannte das Unternehmen noch nicht. Bereits seit 1951 existiert das Kaufhaus Kaufhof – später Galeria Kaufhof und schließlich nur noch Galeria – am heutigen Standort in der Schönbornstraße im Herzen der heutigen Fußgängerzone. Das heute noch bestehende Gebäude wurde bald nach der Eröffnung umgebaut, vergrößert und 1955 eröffnet. Über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind darin aktuell beschäftigt.

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